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Kanakenkind Mit der Kamera durch Licht, Dunkelheit und Hoffnung. Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden
Kanakenkind
Mit der Kamera durch Licht, Dunkelheit und Hoffnung. Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden




Luigi Toscano

Herder Verlag
EAN: 9783451399077 (ISBN: 3-451-39907-5)
368 Seiten, hardcover, 15 x 23cm, 2026

EUR 30,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Eine außergewöhnliche Geschichte über Gewalt, Rettung und Erinnerung

Luigi Toscano: Der als »Kanakenkind« beschimpfte Sohn sizilianischer Einwanderer findet durch die Hinwendung zur Fotografie sein Ventil, weg von Gewalt und Vernachlässigung in der Kindheit, weg von dem Drogensumpf und der Straße.

Der Fotograf Luigi Toscano, von der UNESCO zum Artist for Peace ernannt, kämpft gegen das Vergessen, den wachsenden Hass, die grassierende Gefühllosigkeit. Toscanos eindringliche Porträts von mehr als 600 Opfern von Krieg und Grausamkeit sind weltweit zu sehen, in deutschen Bahnhöfen, in Babyn Jar, in Paris und New York. Sie sind Mahnung und Erinnerung: nie wieder.

Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Strishkowa aus Kiew, Herzstück seiner Ausstellungen. Anna, blond und blauäugig, wurde 1943 als Kleinkind von den Deutschen nach Auschwitz deportiert. Ihr Leben lang war sie auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Familie. Mit »Kanakenkind« beginnt Luigi Toscano eine Reise durch Zeiten und Räume, um Anna Strishkowa Identität zu erforschen.

Luigi Toscano, geboren 1972 in Mainz, lebt heute in Mannheim. Nach dem Hauptschulabschluss übte er Tätigkeiten als Dachdecker, Türsteher und Fensterputzer aus und schlug dann eine künstlerische Laufbahn ein. Als Fotograf ist er Autodidakt, dabei steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Arbeit. Mit seinem Projekt "Gegen das Vergessen", bei dem er mehr als 600 Holocaust-Überlebende persönlich getroffen, porträtiert und die Bilder an öffentlichen Orten ausgestellt hat, erregte er weltweite Aufmerksamkeit. Seit 2006 ist Luigi Toscano auch als Filmemacher tätig. Als erster Fotograf überhaupt wurde er 2021 von der UNESCO zum „Artist for peace“ ernannt. Ebenfalls 2021 wurde er mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, die er 2025 aus Protest gegen die gemeinsame Abstimmung von CDU und AfD zur Migrationspolitik im Bundestag zurückgab. Auf Toscanos Youtube-Kanal gibt es über 50 Filme über seine Arbeit zu sehen:

https://www.youtube.com/@luigitoscano5551/videos?app=desktop
Rezension
Dies ist die Autobiographie eines außergewöhnlichen Mannes, der als sizilianisches "Gastarbeiter-"Kind als "Kanakenkind" in Deutschland beschimpft wurde, sein Leben mit sechs Geschwistern und Eltern, die "malocht" haben, aber nie deutsch gelernt haben und immer Fremde in Deutschland geblieben sind, nicht auf die Reihe bekommen hat und sich in der Härte der Straße fast verloren hätte. Der als "Kanakenkind" beschimpfte Sohn sizilianischer Einwanderer findet durch die Hinwendung zur Fotografie sein Ventil, weg von Gewalt und Vernachlässigung in der Kindheit, weg von dem Drogensumpf und der Straße. Dann findet er sich als Fotograf und Autodidakt, der die Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Mit seinem Projekt "Gegen das Vergessen", bei dem er mehr als 600 Holocaust-Überlebende persönlich getroffen, porträtiert und die Bilder an öffentlichen Orten ausgestellt hat, erregte er weltweite Aufmerksamkeit. Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Strishkowa aus Kiew, von den Nazis als "Bandenkind" bezeichnet, Herzstück seiner Ausstellungen. Anna, blond und blauäugig, wurde 1943 als Kleinkind von den Deutschen nach Auschwitz deportiert. Ihr Leben lang war sie auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Familie, - das "Kanakenkind" Luigi Toscano verhilft dem "Bandenkind" Anna Strishkowa zum Finden ihrer Identität. Das Projekt „Gegen das Vergessen“, für das er 600 Holocaust-Überlebende porträtiert, hat ihn bekannt gemacht. Nun erzählt Luigi Toscano von seinem eigenen Leben.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Der außergewöhnliche Weg eines Künstlers in das Herz der deutschen Erinnerungskultur
Vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm »Schwarzer Zucker, Rotes Blut« zu Toscanos Arbeit
Durchgehend vierfarbig mit zahlreichen Abbildungen
Toscano deckte die Herkunft von Anna Strishkowa, einem 1943 zum Zwecke der Germanisierung von der deutschen Besatzungsmacht geraubten Mädchen, auf.
Pressestimmen:
"Im Interview spricht Toscano über einen überforderten Vater, Sucht, Psychiatrie und die Erfahrung, trotz Geburt in Mannheim bis heute nicht deutscher Staatsbürger zu sein."
Stefan M. Dettlinge, Mannheimer Morgen, 17.03.2026
"Das Projekt „Gegen das Vergessen“, für das er Holocaust-Überlebende porträtiert, hat ihn bekannt gemacht. Nun erzählt Luigi Toscano von seinem eigenen Leben. In einem Buch, das nicht nur wegen seines Titels harter Tobak ist." Nicole Sperk, Die Rheinpfalz, 17.03.2026
"Nachdem er mehr als 600 Holocaust-Überlebende porträtiert und in anderen Projekten weitere Menschen in den Fokus gerückt hatte, die alles verloren haben, erzählt er in seinem Buch nun erstmals seine eigene Geschichte." Nilofar Breuer, Merz hat kein Rückgrat
"In seiner Autobiographie „Kanakenkind" blickt er auf seine schwierige Kindheit und seinen ungewöhnlichen Weg zur Fotografie zurück." Julian Burmeister, SWR, 16.03.2026
Inhaltsverzeichnis
Prolog 7
Im Turboschleudergang 13
Schutzlos 19
Im Gepäcknetz 24
Im Affekt 28
Unter Nonnen 32
Warmes Paderborner und kalte Cola 41
Haßloch 50
18 Jahre und null erwachsen 60
Autopilot in den Abgrund 65
Was ganz Bitteres 70
A sagen, B sagen 74
Clean bleiben 78
Uffbasse! Mann, Mann, Mannheim 84
Von Krakau nach Auschwitz 88
Die Gegenwart beginnt 96
Rums-bums macht mein Herz 102
Den Unsichtbaren ein Gesicht geben: Heimat_Asyl 109
Andrzej, Tadeusz, Zdzislaw, Edward, Boleslaw 115
»Gegen das Vergessen« nimmt Fahrt auf 125
Horst Sommerfeld, Gelsenkirchen: Ein Trauma bricht auf 134
Gertrud: Wass ketne! 138
Im Elternheim 144
Hunger 148
Der Satz von Susan 153
Blaue Augen und roter Samt 158
Burning Down the House 166
Von hea Monnem! nach Babyn Jar 171
Staatsakt 179
Margot 184
Walter: Stern unterm Kreuz 189
Premiere in New York 194
Washington und Rita Rubinstein 198
Boston: Zeit nehmen für die »Sche'erit Hapleta« 206
Die Liebe ist nicht aufzuhalten 208
Juden in Wien: Die Vorbereitungen 216
Born to Ride 219
Wien, Mai 2019 223
Kansas City und Big Sonia 230
Bahnhöfe 235
Vom Salle des Pas Perdus in die Geisterstadt Paris 241
Die Ewiggestrigen 246
Mauthausen 248
Wiedersehen mit Anna 250
Angst und Ohnmacht zerschmelzen unter Zärtlichkeit 256
Ein KGB-Major und ein Propagandafilm 261
»Ich habe Hitler überlebt, also überlebe ich auch Putin« 265
Im Lebe-recht-Dorf 271
Das Album 278
Von Potulice nach Naklo nad Noteciq 283
Archiwum Panstwowe w Bydgoszczy 290
Blut und Rassenkrieg 293
Holzschuhe für Russenkinder 296
»Partisanenkrieg« 299
Auschwitz, 9. September 1943 304
Anna und die Wahrheit 308
Filmpremiere in Mannheim 314
Civitella 318
Der Cousin von Primo Levi 321
Visit Tuscany: San Terenzo Monti 324
Eine Geste mit Wirkung 331
Die Schulhofausstellungen 341
Fine 352

Dank 355
Literaturverzeichnis 357
Bildnachweis 368