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Historische Philosophie
Beschreibung einer Denkart
Kurt Flasch
Reihe: Rote Reihe
Klostermann
EAN: 9783465045663 (ISBN: 3-465-04566-1)
374 Seiten, paperback, 14 x 22cm, 2021
EUR 32,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
In diesem Buch beschreibt und begründet Kurt Flasch seine Denkart und Arbeitsweise. Er nennt sie "historische Philosophie" und zeigt, wie sie die Trennung von philosophischer Systematik und Philosophiehistorie unterwandert und damit das Problem des "Historismus" auf neue Weise stellt. Flasch untersucht kritisch Grundbegriffe wie "Epoche", "Tradition" und "Kontinuität" und argumentiert gegen enthistorisierende Aneignungsweisen des Gewesenen, welche die Zeitdifferenz ignorieren oder zum bloß äußeren Umstand herabsetzen. Er gewinnt so neue Einsichten in das Verhältnis von Mittelalter, Renaissance und Reformation.
"Flaschs Programm: die Geistesgeschichte gerade nicht entlang der eingespielten Konfliktlinien und Epochenzäsuren zu beobachten, sondern die angeblichen Kuriositäten der vermeintlichen Provinzen als nur zufällig marginalisierte Schauplätze der Ideenpolitik ins Licht zu tauchen."
Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Rezension
Der Philosophiehistoriker Kurt Flasch lässt Einblick nehmen in seine Denk- und Arbeitsweise: "Historische Philosophie. Beschreibung einer Denkart." Der Band richtet sich sowohl an philosophische Laien als auch an versierte Philosophiehistoriker. Es handelt sich um die zweite Auflage des ersten Bandes einer Sammlung von Texten unter dem Obertitel "Philosophie hat Geschichte", der 2003 erschien und lange Zeit vergriffen war. Die zweite Auflage erscheint text- und seitenidentisch. Leider wurde die Gelegenheit nicht genutzt, eine Erweiterung oder auch Anpassung vorzunehmen. Wünschenswert wäre ein Auswahlbibliographie gewesen oder ein aktualisiertes Vorwort, das Leserinnen und Leser in neuere Entwicklungen der Theorie der Philosophiegeschichtsschreibung einführt, denn die Theorie der Philosophiehistorie erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance und Flasch hätte die Entwicklungen aus seiner Perspektive bewerten können. Zudem sind seit 2003 weitere Texte aus Flaschs Feder entstanden, die den Band sicher bereichert hätten.
Der Band ist in vier Teile gegliedert: 1. Person und Projekt, 2. Kritik historischer Kategorien, 3. Mittelalter und Moderne, 4. Interventionen. Die einzelnen Teile "passen" gut zueinander, man muss allerdings anmerken, dass es sich bei den Texten zumeist um einen Neuabdruck bereits publizierter Einzeltexte und auch Reden oder auch Vorlagen zu Seminaren, Kolloquien etc. handelt. Insgesamt wird mit der Publikation aber das gesteckte Ziel erreicht: nämlich die spezifische Arbeitsweise des genialen Philosophiehistorikers Kurt Flasch darzustellen und fruchtbar zu machen. Das gelingt insbesondere mit den beiden ersten Beiträgen "Selbstvorstellung" und "Annas Graben", die Flasch auch biographisch näher vorstellen. Aber auch alle anderen Beiträge sind lesenswert und können als "praktisches Beispiel" seiner Arbeitsweise angeführt werden.
Fazit: Kurt Flasch gehört nach wie vor zu den bedeutendsten Philosophiehistorikern und verfolgt eine ganz eigene Art und Weise, die Geschichte der Philosophie zu erforschen. Dabei eignet sich der Band insbesondere auch für Studierende sowie auch Schülerinnen und Schüler, die einen Einblick gewinnen möchten in die Forschungswerkstatt eines Philosophiehistorikers. Insgesamt sollte der Band in keiner Bibliothek mit philosophiehistorischem Schwerpunkt fehlen. Auf den zweiten Band, der dann die theoretische Begleitung zu Flaschs Arbeitsweise liefert, darf man gespannt sein (dann ebenfalls in der zweiten Auflage).
S. Düfel, www.lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ... 7
Erster Teil: Person und Projekt ... 13
Zweiter Teil: Kritik historischer Kategorien ... 129
Dritter Teil: Mittelalter und Moderne ... 231
Vierter Teil: Interventionen ... 299
Personenregister ... 367
Sachregister ... 372
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