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Hiernonymus Bosch Das vollständige Werk
Hiernonymus Bosch
Das vollständige Werk




Stefan Fischer

Taschen
EAN: 9783836538312 (ISBN: 3-8365-3831-8)
300 Seiten, hardcover, 24 x 33cm, April, 2019

EUR 30,00
alle Angaben ohne Gewähr

Rezension
Mönchsfisch, Erdbeerbaum, Vogelmonster, Baummensch, Schädel-Schildkrötenmonster, geflügelter Gnom, fliegender Fisch. Alle diese Motive findet man auf den Werken des niederländischen Künstlers Hieronymus Bosch (1450-1516), dem zurzeit 20 Gemälde und 8 Zeichnungen zugeschrieben werden. Zu seinen bekanntesten Gemälden zählen die Triptychen „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ (~1502), „Der Garten der Lüste“(~1503), „Das Jüngste Gericht“(~1506), „Paradies und Hölle“(~1505-1515) und „Der Heuwagen“(~1505-1515). Auch 500 Jahre nach dem Tode von Bosch faszinieren seine Kombinationen christlicher Szenerien mit Höllenvisionen und rätselhaften Mischwesen.
Möchte man seiner geheimnisvollen Symbolik und Metaphorik auf die Spur kommen, empfiehlt sich eine Beschäftigung mit kunstgeschichtlichen Abhandlungen. Von Stefan Fischer (*1972) erschien bei Taschen 2013 der XXL-Band „Hieronymus Bosch. Sämtliche Werke“, der nun vom Verlag im Format 24x33,7 cm wiederaufgelegt wurde. Der Kunsthistoriker und Gymnasiallehrer kann mit tiefschürfenden Bildinterpretationen unter präziser Bezugnahme auf kultur- und ideengeschichtliche Kontexte überzeugend belegen, dass Bosch in seinem Œuvre einem christlichen Humanismus Ausdruck verleiht. Seine Arbeiten dienten ihm zur Illustration menschlicher Schattenseiten und zugleich zur Präsentation von Beispielen guten Lebens. In bewusster Abgrenzung zur klassischen antiken Ästhetik arbeitete Bosch, der bestens mit biblischen Stoffen, Heiligenviten und Bestiarien vertraut war, in seinen Gemälden und Zeichnungen mit dem Prinzip der verkehrten Welt und dem Prinzip der Groteske. Das „moralsatirisch Groteske“(S. 14) gilt Fischer zufolge als das Markenzeichen der Bildästhetik von Bosch.
Fischers mit zahlreichen Abbildungen und Close-ups in durchgängig exzellenter Druckqualität versehener Band liefert einen hervorragenden Einblick in die Arbeiten des Renaissancekünstlers. Den zweiten Teil des Buches bildet der Katalog mit den echten Gemälden und Zeichnungen von Bosch sowie ein Katalog der Gemälde und Zeichnungen aus der Werkstatt und Nachfolger des Meisters. Lehrkräfte des Faches Bildende Kunst werden durch den ästhetisch anmutenden Band geradezu aufgefordert, die Kunstwerke von Bosch im Unterricht ikonografisch zu deuten.
Fazit: Stefan Fischers Monographie „Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk“, von dem bei Taschen auch eine englischsprachige Ausgabe erhältlich ist, lädt jeden Kunstinteressierten dazu ein, sich mit dem außergewöhnlichen Bilderkosmos des innovativen Künstlers auseinanderzusetzen.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Ein Vogelungeheuer, das Sünder verschlingt, nackte Körper in tantrischen Verrenkungen, ein Ohrenpaar, das eine geschärfte Klinge schwingt: Mit alptraumhaften Details und fantastischen Szenarien sicherte sich der Niederländer Hieronymus Bosch (um 1450–1516) seinen Platz als rätselhafte Ausnahmeerscheinung in der Kunstgeschichte. Auch ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod fesseln seine außergewöhnlichen Visionen weiterhin nicht nur die Fachwelt.
Anlässlich seines 500. Todestages präsentiert diese großformatige TASCHEN-Monografie sämtliche Bosch-Werke in ganzseitigen Reproduktionen und zahlreichen Detailvergrößerungen, die die erstaunliche kompositorische Bandbreite des Künstlers und viele verborgene Details sichtbar werden lassen. Unter der fachkundigen Anleitung des Kunsthistorikers und Bosch-Fachmanns Stefan Fischer entdecken wir die zahlreichen faszinierenden Elemente, die jede Szene bevölkern, von Zwitterwesen zwischen Mensch und Tier über malerische Körperverunstaltungen bis hin zur ironischen Verbildlichung von Sprichwörtern und Redensarten. Besonderes Augenmerk gilt Boschs wohl berühmtestem Werk, dem hypnotisierenden, furchterregenden Triptychon Garten der Lüste.

Der Autor
Stefan Fischer studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie in Münster, Amsterdam und Bonn. 2009 legte er seine Dissertation zum Thema "Hieronymus Bosch: Malerei als Vision, Lehrbild und Kunstwerk" vor. Seine Forschungsschwerpunkte sind die niederländische Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts und die Museumskunde.
Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk
Stefan Fischer
Hardcover mit Ausklappseite, 24 x 32,7 cm, 300 Seiten

ISBN 978-3-8365-3831-2
Ausgabe: Deutsch

ISBN 978-3-8365-3835-0
Ausgabe: Englisch

ISBN 978-3-8365-4244-9
Ausgabe: Spanisch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt

Bosch-Perspektiven 12
I. Familiäre Anfänge und erste Werke 1474-1487 16
II. Sozialer und künstlerischer Aufstieg 1488-1501 24
III. Im Labyrinth der Bilder: Die Versuchung des heiligen Antonius um 1502 62
IV. Hochzeitskunst: Der Garten der Lüste um 1503 98
V. Kunst für den König: Das jüngste Gericht um 1506 154
VI. Exemplum docet: Späte Werke 1504-1516 176
Epilog: Rätsel als Vermächtnis 232
Katalog der Gemälde 236
Katalog der Zeichnungen 268
Quellen zu Leben und Werk 288
Literaturverzeichnis 292
Register 298