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Helmuth James von Moltke
oder: Wie man den Mut zum Widerstand findet
Volker Ullrich
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406843754 (ISBN: 3-406-84375-1)
428 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, März, 2026, mit 29 Abbildungen
EUR 32,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Widerstand gegen die Hitler-Diktatur – das forderte den ganzen Menschen. Das war eine Sache von Leben und Tod. Das hieß, den Lockungen eines unbeschwerten Familienlebens und einer verheißungsvollen Karriere zu entsagen. Das hieß, die Angst zu überwinden und sich täglich zu rüsten für den Kampf gegen ein menschenverachtendes Regime. All das verlangte viel Mut, große innere Unabhängigkeit, ein sicheres Empfinden für Recht und Unrecht und einen verlässlichen moralischen Kompass. Helmuth James von Moltke, der Kopf des Kreisauer Kreises, war einer der wenigen, die diese Eigenschaften mit sich brachten. In seiner neuen, glänzend geschriebenen Biographie erinnert Volker Ullrich an den großen Widerstandskämpfer und zeigt, dass sein Beispiel unserer Zeit mehr zu sagen hat, als uns lieb sein kann.
Anders als die meisten Mitglieder der bürgerlich-konservativen und der militärischen Opposition gegen Hitler war der am 11. März 1907 auf dem Familiengut im schlesischen Kreisau geborene Helmuth James von Moltke ein kompromissloser Gegner des Nationalsozialismus von allem Anfang an. Und er war der Spiritus Rector des Kreisauer Kreises, jener Widerstandsgruppe, die sich wie keine zweite in einem jahrelangen mühevollen Diskussionsprozess auf ein detailliertes Programm für eine Neuordnung nach Hitler verständigte. Bereits vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet, fiel er der Rache des Diktators zum Opfer und wurde von dessen Henker Roland Freisler vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Sein Briefwechsel mit seiner Frau Freya aus der Todeszelle in Tegel gehört zu den berührendsten Zeugnissen des Widerstands. Wie konnte Moltke zu dem werden, der er war? Woher nahm er die Kraft, wie fand er den Mut zum Widerstehen? Volker Ullrich stellt diese Fragen und erzählt die aufrüttelnde Lebensgeschichte eines Mannes, der Hitler bis zuletzt die Stirn bot.
Volker Ullrich ist promovierter Historiker und leitete von 1990 bis 2009 bei der Wochenzeitung Die ZEIT das Ressort «Politisches Buch». Er hat eine ganze Reihe von einflussreichen historischen Werken vorgelegt, darunter «Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871 - 1918» (1997) und eine hochgelobte zweibändige Hitler-Biographie (2013 und 2018), die in viele Sprachen übersetzt wurde. Volker Ullrich erhielt 1992 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik und 2008 die Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Rezension
Das Verteidigen von Demokratie und das Erlernen von Widerstand gegen rechtsradikale Positionen erscheint heute - auch in der Schule - wichtiger denn je. Dazu beitragen kann auch die Auseiandersetzung mit Biographien von Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Der Rechts- und Staatswissenschaftler Helmuth James Graf von Moltke (*1907 in Kreisau; hingerichtet Januar 1945 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Jurist, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Begründer der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis. Er verzichtete 1935 darauf, Richter zu werden, da er dann der NSDAP hätte beitreten müssen. Als tief religiöser Mensch war Moltke einerseits entschieden gegen das NS-Unrechtsregime, aber auch gegen ein Attentat auf Hitler. Obwohl Moltke eine Beteiligung an Staatsstreich-Vorbereitungen gegen Hitler nicht nachgewiesen werden konnte, wurde er am 11. Januar 1945 zum Tod verurteilt und am 23. Januar im Gefängnis Plötzensee gehenkt. Sein Briefwechsel mit seiner Frau Freya aus der Todeszelle in Tegel gehört zu den berührendsten Zeugnissen des Widerstands. Wie konnte Moltke zu dem werden, der er war? Woher nahm er die Kraft, wie fand er den Mut zum Widerstehen? Diese Biographie gibt Antworten. Die Leitfrage lautet: Wie konnte Moltke zu dem werden, der er war: einer der entschiedensten Hitler-Gegner der ersten Stunde? Was war es, das ihn, anders als die meisten jungen Akademiker seiner Generation, gegen die Verheißungen des Nationalsozialismus immunisierte? Woher nahm er die Kraft, wie fand er den Mut zum Widerstehen? Antwort: Ohne die liberal-angelsächsische Prägung mütterlicherseits, die das konservativ-patriarchalische Erbe väterlicherseits gewissermaßen neutralisierte, wären Moltkes politische Bewusstwerdung, seine kompromisslose Ablehnung des Nationalsozialismus und sein Weg in den Widerstand kaum denkbar gewesen. Neben Mutter Dorothy war es Freya Deichmann, seine Frau, die den größten Einfluss auf Helmuth James ausübte. Ohne sie hätte er den risikoreichen Schritt in den
Widerstand nicht tun und die damit verbundenen Belastungen nicht auf sich nehmen können. An Moltke zu erinnern erscheint wichtiger denn je in Zeiten, in denen die Demokratien weltweit
unter Druck stehen, Kriege vom Zaun gebrochen werden und das Völkerrecht mit Füßen getreten wird. Sein Beispiel kann Mut machen zum Handeln überall dort, wo freiheitliche Rechte auf dem Spiel stehen, so der Verfasser am Endde der Einleitung in diese Biographie.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Biographie, deutsche Geschichte, Deutschland, Diktatur, Drittes Reich, Ethik, Gewissen, Helmuth James von Moltke, innerer Widerstand, Kreisauer Kreis, Moral, Mut, Nationalsozialismus, Neuordnung, Opposition, Recht, Unrecht, Verantwortung, Widerstand, Widerstandskämpfer, Zivilcourage
Pressestimmen:
„Volker Ullrich erzählt die Geschichte dieses außergewöhnlichen Mannes chronologisch in einer klassischen, sehr gut zu lesenden politischen Biografie. Es gelingt ihm glänzend, den Mut, die Energie, die moralische Größe Moltkes, der als warmherziger, zugewandter Mensch erscheint, deutlich zu machen. Und zwar so eindrücklich, dass man diesen Menschen gerne kennen gelernt hätte.“
Süddeutsche Zeitung, Cord Aschenbrenner
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 7
Kapitel I
Herkunft und Prägungen 15
Kapitel II
Kriegsalltag 31
Kapitel III
Nachkriegswirren, Inflation, Stabilisierung 41
Kapitel IV
Weimarer Lehrjahre 61
Kapitel V
Liebe in Zeiten der Großen Depression 80
Kapitel VI
In der Diktatur 104
Kapitel VII
Der Weg in den Widerstand 139
Kapitel VIII
Der Kreisauer Kreis 169
Kapitel IX
Pläne für den Tag danach 192
Kapitel X
Konspiratives Leben 212
Kapitel XI
Netzwerke 227
Kapitel XII
Auf Reisen 235
Kapitel XIII
Verhaftung – KZ Ravensbrück 250
Kapitel XIV
Der 20. Juli 1944 272
Kapitel XV
Im Totenhaus von Tegel 292
Kapitel XVI
Prozess und Hinrichtung 317
Kapitel XVII
Abschied von Kreisau 329
Kapitel XVIII
Das Vermächtnis 342
Dank 357
Anmerkungen 359
Bibliographie 409
Bildnachweis 420
Personenregister 421
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