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Geissel der Menschheit
Kurze Geschichte der Nazi-Kriegsverbrechen
Edward Russell
Westend
EAN: 9783864892875 (ISBN: 3-86489-287-2)
298 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, Februar, 2020
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
In seinem umfassenden Bericht über das finsterste Kapitel der deutschen Geschichte beschreibt Lord Russell of Liverpool die unfassbaren Gräuel der Naziverbrechen. Das Buch sollte zunächst verboten werden, wurde in der Folge aber zu einer vielbeachteten Publikation von internationaler Bedeutung.
"Es handelt sich nicht nur um ein epochales Werk, das sehr frühzeitig leistete, was zum Paradigma der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit gerinnen sollte. Der Kontext seiner Entstehung lehrt uns darüber hinaus, mithin der realpolitisch motivierte Versuch seiner (freilich erfolglos gebliebenen) Unterdrückung, auch etwas über das Problem der ideologischen Instrumentalisierung von Geschichte und die durch machtlogische, heteronome Interessen herausgeforderte Wahrhaftigkeit. Die Neuauflage von Lord Russells "Geißel der Menschheit" ist damit auch eine geschichts- und ideologiekritische Bestrebung." Moshe Zuckermann in seinem Vorwort
Rezension
Edward Russell (Lord Russell of Liverpool) war Gesandter der Britischen Rheinarmee und zugleich einer der Hauptrechtsberater der Kriegsverbrechertribunale nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die umfangreichen Recherchen führten ihn also in das Reich der Nazi-Kriegsverbrechen und beförderten eine Vielzahl erschütternder Details ans Tageslicht. Das vorliegende, neu aufgelegte Buch, erschien Mitte der Fünfzigerjahre aus dem Englischen übersetzt, in beiden deutschen Staaten.
Der Inhalt führt dem Leser in schonungsloser Offenheit die unfassbaren Grausamkeiten des Naziregimes vor Augen. Dabei wird auf zahlreiche Quellen zurückgegriffen und immer wieder kommen Augenzeugen und Täter in Form von Zitaten zu Wort. Beeindruckende Dokumente, die bis ins Mark erschüttern.
Inhaltlich führt Russell zunächst die Instrumente der Hitlertyrannei auf, bevor er, Schritt für Schritt, Beispiele für die Schandtaten und Verbrechen der Wehrmacht im Verlauf des Zweiten Weltkriegs aufführt. Der "Umgang" mit Kriegsgefangenen, gleichgültig ob Land an Land oder auf See, die Taten gegen die Menschlichkeit in Bezug auf die Zivilbevölkerung besetzter Gebiete, Zwangsarbeit und natürlich der unmenschliche Umgang mit den Inhaftierten der Konzentrationslager, lassen den Leser immer wieder aufs Neue erschaudern.
Unvorstellbar und unfassbar, wozu Menschen In der Lage sind.
Das vorliegende, vom Westend-Verlag neu aufgelegte Buch, ist ein markantes und einzigartiges Dokument. An verschiedenen Textpassagen gerät man ins Stocken und mag nicht glauben, was hier authentisch beschrieben wird - leider kein "Fake", sondern die ungeschminkte Wahrheit; Tatsachen eines unglaublich unmenschlichen Kriegsgeschehens. Der Autor weist (zurecht) immer wieder darauf hin, dass es in der Menschheitsgeschichte bislang keine vergleichbaren Taten gegeben habe. Nun liegt das Ende des Krieges 75 Jahre zurück. Menschen, die ihn selbst erlebt haben und somit authentische Schilderungen von besonderer Qualität erbringen können, werden immer weniger. Alleine von daher eine wichtige Mahnung zur rechten Zeit! Und: ich mag nicht glauben, dass heutige Kriege mit einem geringeren Maß an Unmenschlichkeit geführt werden.
Für die Nachkriegsgeneration, die (Gott sei Dank) ausschließlich Frieden und Leben in einer Demokratie kennen gelernt hat und somit Vieles als vollkommen selbstverständlich betrachten darf, ein Wachrüttler, eine eindringliche Mahnung: Nie wieder!
Dietmar Langusch, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Gegen das Vergessen
„Da erst konnte er begreifen, daß die Nation, die der Welt Goethe und Beethoven, Schiller und Schumann schenkte, ihr auch Belsen und Auschwitz, Ravensbrück und Dachau bot.“ Lord Russell of Liverpool Thomas Mann schreibt am 18. März 1955: „[…] Skandal über Skandal. In Westdeutschland wird Russells Buch über den Nazismus unterdrückt. Die Schweiz muss all diese gemeine Rückfälligkeit mitmachen! […]“ Thomas Mann: Tagebücher 1953-1955 Inge Jens (Hg.), S. Fischer Verlag Frankfurt am Main, 1955, Seite 327 Als Berater des britischen Oberkommandanten für alle Kriegsverbrecherprozesse hatte Lord Russell of Liverpool einen tiefen Einblick in Wesen und Struktur der Naziherrschaft. In seinem Buch „Geißel der Menschheit“ lieferte er 1954 auf Basis von Augenzeugenberichten, Geheimdokumenten aus Wehrmachtsarchiven und Prozessprotokollen seine „Kurze Geschichte der Nazikriegsverbrechen“. Sein sowohl sachlicher als auch erschütternder Tatsachenbericht über das finsterste Kapitel der deutschen Geschichte kann als erste umfassende Bilanz der deutschen Verbrechen im Dritten Reich gelten. „Nur wenn wir aus der Vergangenheit eine Lehre ziehen, gibt es eine wirkliche Hoffnung für die Zukunft“, beendet Liverpool sein Vorwort. Ein Satz, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat.
Edward Russel Baron of Liverpool, (1895 - 1981) war Soldat, Anwalt und Historiker. Als Gesandter Generalanwalt der Britischen Rheinarmee gehörte er zu den Hauptrechtsberatern während der Kriegsverbrechertribunale nach dem Zweiten Weltkrieg.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung von Moshe Zuckermann 7
Vorwort zur westdeutschen Ausgabe 15
Prolog 16
Kapitel I
Die Instrumente der Hitlertyrannei 21
Kapitel II
Misshandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen 37
Kapitel III
Kriegsverbrechen auf Hoher See 78
Kapitel IV
Misshandlung und Ermordung der Zivilbevölkerung im besetzten Gebiet 95
Kapitel V
Zwangsarbeit 160
Kapitel VI
Konzentrationslager 185
Auschwitz 187
Belsen 203
Buchenwald 207
Dachau 211
Neuengamme 214
Ravensbrück 217
Kapitel VII
Die »Endlösung der Judenfrage« 256
Epilog 286
Anhang 288
Namensregister 290
Anmerkungen 293
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