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Eine Theologie des Lebens
Dietrich Bonhoeffers "nichtreligiöse Interpretation biblischer Begriffe"
Ralf K. Wüstenberg
Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374024254 (ISBN: 3-374-02425-4)
156 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2006
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Sind die Menschen im 20./21. Jahrhundert wirklich „religionslos" geworden? Diese Frage hat die internationale Bonhoeffer-Forschung der vergangenen Jahre intensiv beschäftigt. War die These von der Religionslosigkeit noch bis weit in die 8oer Jahre hinein selbstredend verständlich, so hat sich ein Paradigmenwechsel angekündigt. Ist Bonhoeffers These von der historisch erledigten Religion nun selbst historisch?
Das Buch verneint diese Frage im konzentrierten Rückblick auf die Bonhoeffer-Quellen und die in ihnen verarbeitete Rezeptionsund Geistesgeschichte, vor allem des amerikanischen Pragma-tismus (William James) und des deutschen Historismus (Wilhelm Dilthey). In diesem Horizont ergeben sich konstruktive Impulse zur Neubewertung der sog. „nichtreligiösen Interpretation" im 21. Jahrhundert
Ralf Karolus Wüstenberg, Dr. theol., Jahrgang 1965, ist Privatdozent für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg. Seit April 2006 leitet er das Institut für Ev. Theologie an der Freien Universität Berlin und nimmt eine auf Zeit befristete Professur wahr.
Rezension
Gehen wir einer völlig religionslosen Zeit entgegen? So die These Dietrich Bonhoeffers in seinen letzten Briefen aus der Haft. Oder war Bonhoeffers Diagnose falsch, wie die merkwürdige Stille um seine Thesen in den letzten Jahren sowie die angebliche "Wiederkehr der Religion(en)" zu zeigen scheint? Und was versteht Bonhoeffer unter "Religion", unter "religionslosem Christentum" und der damit verknüpften Kategorie "nicht-religiöse Interpretation biblischer Begriffe". Darum geht es in diesem hilfreichen Buch, das eine Interpretationshilfe gibt zu den nach dem Krieg unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ von Eberhard Bethge herausgegeben Briefen und Aufzeichnungen Dietrich Bonhoeffers aus der Haft: Hier finden sich nicht nur die bekannten Gedichte „Christen und Heiden“ und „Von guten Mächten wunderbar geborgen …“, sondern auch die bedeutsamen Ausführungen zur „nicht-religiösen Interpretation biblischer Begriffe“, zur „mündig gewordenen Welt“ und zum Leben „als wenn es Gott nicht gäbe“ (etsi Deus non daretur), - vor allem in den Briefen ab 30.04.1944.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Bonhoeffer-Forschung der vergangenen Jahre intensiv beschäftigt. War die These von der Religionslosigkeit noch bis weit in die Sind die Menschen im 20./21. Jahrhundert wirklich „religionslos“ geworden? Diese Frage hat die internationale 80er Jahre hinein selbstredend verständlich, so hat sich ein Paradigmenwechsel angekündigt. Ist Bonhoeffers These von der historisch erledigten Religion nun selbst historisch?
Das Buch verneint diese Frage im konzentrierten Rückblick auf die Bonhoeffer-Quellen und die in ihnen verarbeitete Rezeptions- und Geistesgeschichte, vor allem des amerikanischen Pragmatismus (William James) und des deutschen Historismus (Wilhelm Dilthey). In diesem Horizont ergeben sich konstruktive Impulse zur Neubewertung der sog. „nichtreligiösen Interpretation“ im 21. Jahrhundert.
Ralf Karolus Wüstenberg, Dr. theol., Jahrgang 1965, leitet das Institut für Evangelische Theologie an der Freien Universität Berlin und nimmt dort eine auf Zeit begrenzte Professur wahr. Von 2002 bis 2003 lehre er als Stipendiat der Stiftung Bonhoeffer-Lehrstuhl am Union Theological Seminary in New York, von 2003 bis 2005 war er Pfarrer am Berliner Dom sowie Privatdozent für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg. Er ist Mitglied der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft und der American Academy of Religion.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 11
A. Von der Religionswürdigung zur Religionskritik 21
1. Von der Liberalen zur Dialektischen Theologie 21
2. Unter dem Einfluss der Dialektischen Theologie 37
3. Aus dem Schatten der Dialektischen Theologie: Der Einwand des Offenbarungspositivismus 65
B. Von der Religionskritik zur „Religionslosigkeit" 85
1. Von der dialektisch-theologischen Religionskritik zur Rezeption des deutschen Historismus 85
2. Kontinuität und Diskontinuität in der Religionsthematik 112
3. Ergebnis und These 126
C. Von der Rezeption der Lebensphilosophie zur nichtreligiösen Interpretation 129
1. Die Bedeutung des Lebensphilosophen J. Ortega y Gasset 130
2. Die Lebensphilosophie Wilhelm Diltheys als interpretatorischer Schlüssel zum Verständnis der nichtreligiösem Interpretation 136
3. Ergebnis und These 145
Schlussbetrachtung 149
Quellenverzeichnis 155
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