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Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
Roman
Susanne Abel
Deutscher Taschenbuch Verlag
EAN: 9783423283922 (ISBN: 3-423-28392-0)
544 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, 2025
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Ein kleiner Junge, der nichts über seine Herkunft weiß.
Ein Schicksal, das über Generationen
Ein Schicksal, das über Generationen
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nicht weiß, woher er kommt. Sein Alter wird geschätzt, er erhält den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, wird ihre Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen Folgen haben.
»Susanne Abel schreibt unterhaltsame, ogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!« stern
Rezension
Susanne Abel holt die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte aus dem Archiv und macht sie lebendig, schmerzhaft lebendig. Ihr neuer Roman führt zurück ins Jahr 1947, in ein katholisches Kinderheim, wo Kinder zu Nummern werden. „Nr. 104", der namenlose Hartmut, und die resolute Margret sind keine gewöhnlichen Kriegswaisen. Sie bilden eine Überlebensgemeinschaft, die sich durch Jahrzehnte des Schweigens kämpft. Abel ist am stärksten dort, wo es richtig wehtut: Die beklemmende Atmosphäre der Nachkriegszeit wird so dicht eingefangen, dass man die Kälte zwischen den Zeilen spürt und diese Härte, die damals einfach als „Erziehung" durchging. Besonders klug: der Sprung in die Gegenwart zur Urenkelin Emily. Plötzlich wird klar, warum manche Großeltern nie über den Krieg sprachen und warum dieses Schweigen bis heute nachwirkt. Allerdings verliert die Geschichte in den Gegenwartspassagen merklich an Kraft. Während die Heimszenen einen packen und nicht mehr loslassen, wirkt Emilys Versuch, das Familienerbe aufzubrechen, stellenweise nach Schema F – solider Familienroman, aber eben auch ein bisschen vorhersehbar. Abels versöhnlicher Tonfall nimmt dem Ganzen immer wieder die Schärfe. Das macht das Buch zugänglicher. Kein Buch zum Entspannen, aber eines, das man gelesen haben sollte. Für alle, die verstehen wollen, welche Last ihre Großeltern mit sich herumgetragen haben. Und warum manche Geschichten erst jetzt ans Licht kommen dürfen.
Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
ES GIBT KEINEN WEG, DER NICHT IRGENDWANN NACH HAUSE FÜHRT
Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht.
Wer ist man, wenn man niemand ist?
Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen.
Klug, einfühlsam und berührend erzählt Susanne Abel in ihrem neuen Roman von der lebenslangen Liebe zweier Heimkinder.
Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend.
Eindringlich und aufrüttelnd. Ein bewegender Familienroman über den Einfluss unserer Vergangenheit auf unsere Nachkommen.
Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen?
»Susanne Abel schreibt unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!« stern
»Seit Tagen wechselten sich Schnee und Regen ab, und es war glatt. Deshalb musste jedes größere Kind ein kleineres an die Hand nehmen. Und so marschierten die Heimkinder in Zweierreihen im Dunkeln hinunter nach Drolshagen. Der Zug wurde angeführt von zwei größeren Jungs, die mit Marschtrommeln den Rhythmus vorgaben. Dahinter schritt die Oberin, gefolgt von den übrigen Nonnen. Anders als sonst nahm es an diesem 24. Dezember 1947 niemand mit dem üblichen Redeverbot so genau. Doch mit wem hätte Margret sprechen sollen? Der kleine Kerl neben ihr, von dem sie nur die Nummer und nicht den Namen kannte, war dafür zu dumm. Er rutschte aus und Margret konnte nur durch beherztes Zugreifen verhindern, dass er stürzte und am Ende auch noch sie zu Fall brachte. ›Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104‹, ermahnte sie ihn. Der Kleine gab keine Antwort und setzte tapfer einen Fuß vor den anderen.« |
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