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Dirk Reinartz Fotografieren, was ist
Dirk Reinartz
Fotografieren, was ist



Steidl
EAN: 9783969993330 (ISBN: 3-9699933-3-4)
272 Seiten, hardcover, 24 x 28cm, August, 2024

EUR 40,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Dirk Reinartz war einer der bedeutendsten deutschen Fotografen und Bildjournalisten. Seine Reportagefotografien wurdenj in Zeitschriften wie dem ”Stern” oder dem ”ZEITmagazin” publiziert, seine freien, seriell angelegten Arbeiten erscheinen als fotobücher. Fotoprojekte führten ihn durch ganz Europa sowie nach Japan, Indonesien und mehrfach in die USA. Mit feinsinnigen fotografischen Erzählungen vergenenwärtige Reinartz die gesellschaftlich-politischen Entwicklungen in der späten Bundesrepublik und im wiederverinigten Deutschland. Sein besonderes Interesse galt sozialen Lebenswelten in ihrer Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart.
Rezension
Zu den ikonischen Fotografien der deutschen Geschichte zählen die schwarz-weiß fotografierten Bilder von Dirk Reinartz (1947-2004). Reinartz war von 1971 bis 1977 Fotoreporter beim Magazin ”Stern”. Nach seiner Kündigung beim ”Stern” 1977 erschienen seine Fotografien u.a. in den Magazinen ”art”, ”Konkret”, ”Natur”, ”Geo”, ”Merian”, ”Spiegel” und dem ”ZEITmagazin”. Von 1998 bis 2004 lehrte der Otto Steinert-Schüler an der Muthesius Fachhochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel. Dominierendes Thema seiner Reportage- und Dokumentarfotografie ist die Auseinandersetzung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte und ihrem Land. Dazu veröffentlichte er im Steidl Verlag seine Foto-Serien in eigenen Fotobüchern, zum Beispiel ”Kein schöner Land. Deutschlandbilder”(1989), ”Besonderes Kennzeichen: Deutsch”(1990), ”Bismarck. Vom Verrat der Denkmäler”(1991), ”Deutschland durch die Bank”(1997) und postum ”Hamburg – St. Georg”(2010). Besonders eindrücklich sind seine 198 Fotografien von ehemaligen deutschen Konzentrationslagern, die er 1994 in dem Fotobuch ”totenstill” publizierte. Mit seinen Fotografien hat Reinartz, dessen Werke in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen waren, einen zentralen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschlang geleistet. Außerdem erschienen von ihm Serien und Reportagen u.a. zu New York, zu Grönland, zur Überbevölkerung in Indonesien, zum Nordirlandkonflikt und zur Hauptstadt des US-Bundestaats North Dakota Bismarck.
Vom 16.5. bis zum 15.9.2024 wurde das Œuvre des Foto- und Bildjournalisten im LVR-LandesMuseum Bonn in einer ihm gewidmeten Retrospektive mit dem Titel ”Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist” gewürdigt. Diese orientierte sich in ihrem Aufbau an fünf Spannungsfeldern von Reinartz` Arbeiten: Nähe/Ferne, Macht/Ohnmacht, Amerika/America, deutsch/deutsch und Geschichte/Gegenwart. Zu der sehr guten Ausstellung erschien im Steidl Verlag ein gleichnamiger Katalog, herausgegeben von Jens Bove, Sebastian Lux und Thorsten Valk. Dieser enthält eine gekonnte Auswahl aus den fotografischen Arbeiten von Reinartz. Außerdem erschließen in dem Band die Herausgeber sowie Adelheid Komenda und Franziska Mecklenburg sehr gut einzelne Facetten des Reinartz`schen Werks, u.a. seine eigene Bildsprache, seine Darstellung der Konzentrationslager, seine Bilder von Deutschland sowie die Rezeption seiner Fotografien. Lehrkräfte der Fächer Bildende Kunst und Geschichte werden durch den vorliegeden Band motiviert, sich mit seinen Vergangenheit und Gegenwart verschränkenden Fotografien und deren Narrative in ihrem Fachunterricht problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Die ästhethisch ansprechend gestaltete Ausstellungspublikation ”Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist” gibt einen hervorragenden Einblick in die vielfältigen Arbeiten eines der bedeutendsten deutschen Reportage- und Dokumentarfotografen.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Eine höchst präzise Bildsprache und klug komponierte Werkserien zeichnen Dirk Reinartz als herausragenden Reportagefotografen und Bildautor aus. Im Vertrauten und geografisch Nahen entwickelte er feinsinnige fotografische Erzählungen: an seinem Wohnort Buxtehude wie in anderen deutschen Städten und Regionen. Genauso treffsicher sind aber auch seine Schilderungen aus aller Welt, entstanden in Japan oder Grönland, als Auftragsarbeiten für den Stern oder als freie, seriell angelegte Arbeiten.
Als konzeptuell arbeitender Fotograf suchte Dirk Reinartz nach Spuren der Vergangenheit im Gegenwärtigen, so etwa in den Publikationen Bismarck. Vom Verrat der Denkmäler (1991) oder Bismarck in America (2000). Zentraler Gegenstand in seiner Beschäftigung mit Deutschland und den Deutschen waren Motive, in denen sich eine deutsche Identität zu erkennen gibt, mit all ihren Widersprüchen und historischen Verankerungen. In totenstill (1994), einer Auseinandersetzung mit den baulichen Überresten nationalsozialistischer Konzentrationslager, fragte er nach der Darstellbarkeit des Schreckens.
Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn
16. Mai bis 15. September 2024
Inhaltsverzeichnis
6 Vorwort
Sebastian Lux
15 Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist
Versuch einer Annäherung
21 NÄHE/FERNE
57 MACHT / OHNMACHT
95 AMERIKA / AMERICA
Adelheid Komenda
121 Einzelbild und Serie
Der Weg zur eigenen Bildsprache
129 REPORTAGEN
Franziska Mecklenburg
145 Dirk Reinartz als Reportagefotograf
151 DEUTSCH / DEUTSCH
183 GESCHICHTE / GEGENWART
209 TOTENSTILL
Thorsten Valk
239 Sichtbares und Unsichtbares
Nationalsozialistische Konzentrationslager im
fotografischen Werk von Dirk Reinartz
Jens Bove
249 Deutschlandbilder von Dirk Reinartz
BÜCHER
Agnes Matthias
253 Leben und Nachleben der Bilder
Arbeiten mit dem Archiv Dirk Reinartz
259 Anhang
260 Biografie
266 Publikationen
267 Institutionen
272 Impressum