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Die frühchristlichen Mosaiken des Triumphbogens von S. Maria Maggiore in Rom
Gerhard Steigerwald
Schnell und Steiner
EAN: 9783795430702 (ISBN: 3-7954-3070-4)
240 Seiten, hardcover, 22 x 29cm, Juli, 2016, 37 farb. Illustrationen, 15 s/w Illustrationen
EUR 49,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Worum geht es in den Mosaiken von S. Maria Maggiore? Warum wurde das Bildprogramm auf diese Art und Weise gestaltet? Im vorliegenden Band fasst der beste Kenner der frühchristlichen Mosaiken von S. Maria Maggiore seine langjährigen Forschungen zu einer dichten Synthese zusammen. Es gelingt ihm, eine schlüssige Deutung des Triumphbogenmosaiks vorzulegen, die auch Bilder des Langhauses einbezieht.
Der Autor erkennt im Weihegedicht der Basilika den Schlüssel zum Verständnis ihres Mosaikzyklus: Die Gottheit des Menschen Jesus wird als verlässliches Glaubensfundament dem Volk Gottes im Bild demonstriert. Bild für Bild wird analysiert, wie die einzelnen Szenen verschiedene Aspekte der Gottheit Jesu ins Bild setzen. Das Bildprogramm entsteht vor dem Hintergrund soeben abgeschlossener, die gesamte Kirche berührender theologischer Differenzen, deren Beilegung in einem eindrucksvollen Bildprogramm besiegelt wird. Dieses zeigt nicht nur Szenen der Kindheit Jesu von der Verkündigung bis zum Kindermord und den Magiern bei Herodes, sondern schließt auch noch Szenen aus dem Langhaus ein, die auf Ereignisse des Alten Testaments zurückgreifen. Die am 5. August 434 durch Papst Xystus III. (432-440) geweihte Kirche trägt dazu bei, der von heidnischen Prachtbauten geprägten ewigen Stadt sowie dem Römischen Reich ein christliches Antlitz zu geben.
* Schlüssige Deutung eines der bedeutendsten frühchristlichen Kunstwerke Roms
* Summe langjähriger Forschungen zu S. Maria Maggiore
Dr. Gerhard Steigerwald, promovierter Theologe und pensionierter Gymnasiallehrer, beschäftigt sich nach Publikationen zu anderen Themen der Christlichen Archäologie seit 2001 ausschließlich mit den Mosaiken von S. Maria Maggiore und legt hier die Summe seiner Forschungen vor.
Rezension
S. Maria Maggiore in Rom, nahe dem Hsuptbahnhof Roma-Termini gelegen und also sehr gut erreichbar, bildet zusammen mit S. Giovanni in Laterano, St. Pietro in Vaticano und S. Paolo fuori le Mura die großen Lateransbasiliken in Rom, die unter direkter Jurisdiktion des Heiligen Stuhls stehen und dem Papst anvertraut sind. Seit 2006 gibt es 12 Papstbasiliken: alle Basilicae maiores und einige Basilicae minores. Die in diesen großen Kirchen enthaltenenen Apsismosaiken zählen zu den bedeutendsten Werken abendländischer Mosaikkunst und enthalten ein reichhaltiges und programmatisches christliches Bildprogramm, das dieser Band exemplarisch für S. Maria Maggiore beschreibt und theologisch und ikonographisch entschlüsselt. Der Mosaikschmuck ist der einzige, fast vollständig erhaltene einer frühchristlichen Kirche des 4. und 5. Jahrhunderts. Er ist einzigartig, weil er wie bei den anderen frühchristlichen Sakralbauten nicht nur die Apsis und die Apsisstirnwand (Triumphbogen) schmückte, sondern auch die beiden Wände des Kirchenschiffs und die Innenseite der Eingangswand. Die Mosaiken illustrieren biblische Themen: diejenigen des Triumphbogens neutestamentliche, die Schiffsmosaiken alttestamentliche. Der Triumphbogenmosaikzyklus ist in vier übereinanderliegende Streifen gegliedert und widmet sich Jesus Christus. Nach den Forschungen dieses Buches findet sich im Weihegedicht der Basilika der Schlüssel zum Verständnis des Mosaikzyklus.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7
Einleitung 9
I. GRUNDLAGEN
1. Das Epigramm des Papstes Xystus III. (432-440) 15
2. Der Titulus mit dem Eingangsmosaik 21
3. Ein Rekonstruktionsvorschlag für das verlorene Eingangsmosaik 25
4. Der Konflikt mit Nestorius, dem Patriarchen von Konstantinopel (428-431) 27
II. DIE TRIUMPHBOGENMOSAIKEN UND DAS APSISMOSAIK
Übersicht über die Darstellungen 33
1. Die Verkündigung an Maria 33
2. Die Verkündigung an Josef 53
3. Die Darstellung Jesu im Tempel 56
4. Die Aufforderung Josefs zur Flucht nach Ägypten 8o
5. Die Huldigung der Magier 82
6. Die Begegnung von Kaiser Augustus und Vergil mit dem Jesuskind 96
7. Der Befehl zum Kindermord in Bethlehem 112
8. Die Magier und die Hohenpriester bei Herodes 116
9. Die edelsteingeschmückten Städte Jerusalem und Bethlehem 123
10. Die Hetoimasia (Scheitelmosaik) 135
Das vermutete Kompositionsschema des Triumphbogenmosaikzyklus 156
Versuch einer Rekonstruktion des originalen Apsismosaiks 157
III. DIE VIER MOSAIKEN DES LANGHAUSES IM MONUMENTALEN STIL
Übersicht über die Darstellungen 161
1. Die Begegnung Melchisedeks mit Abraham 161
2. Abraham und die drei Männer 171
Oberes Bild: Die Begrüßung der drei Männer 174
Unteres Bild: Die Bewirtung der drei Männer 176
3. Der Abschied Abrahams von Lot 178
4. Die Kindheit des Mose 181
Oberes Bild: Die Rückgabe des Moseknaben an die Tochter des Pharao durch seine Amme 181
Unteres Bild: Der Moseknabe beim Disput mit Philosophen 200
IV. EINE GESAMTSCHAU DER MOSAIKEN
1. Die klassische heidnisch-römische Kultur und die Basilika S. Maria Maggiore mit ihren Mosaiken 205
2. Das Konzept der Mosaiken monumentalen Stils 206
3. Der monumentale Stil und seine Begründung 210
4. Ein zweiter Stil: der erzählende Stil 213
5. Die Mosaiken als Manifest einer neuen christlichen Rom-, Kaiser- und Reichsidee 214
6. Die Basilika S. Maria Maggiore, ihre Mosaiken und die Rolle Mariens 215
7. Ein Vorschlag für die Datierung der Mosaiken 218
RESÜMEE 223
Literaturauswahl 227
Glossar 232
Register 234
Bildnachweis 239
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