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Die Verletzung der Menschenwürde
Die Verletzung der Menschenwürde




Clemens Sedmak

Herder Verlag
EAN: 9783451036743 (ISBN: 3-451-03674-6)
368 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, 2026

EUR 40,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Würde des Menschen zwischen Ideal und Realität

Menschenwürde ist ein hehrer Begriff; aber was bedeutet das ganz praktisch? Wann wird die Würde eines Menschen verletzt? Was bedeutet es, die Würde eines Menschen zu verletzen? Clemens Sedmak sucht Antworten auf diese Fragen mithilfe der Entscheidungen und Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die sich mit Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention befassen. Dieser Artikel (»Würdeparagraph«) lautet: »Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.«

Clemens Sedmak, geb. 1971, ist Professor für Sozialethik an der University of Notre Dame (USA) und Leiter des Zentrums für Ethik und Armutsforschung der Universität Salzburg. Gastprofessuren in Nairobi, Manila, Mexico City, Dublin, Jena, Wien. Forschungsschwerpunkte: Grundlegung der Theologie, Ethik von Institutionen, Armutsforschung.
Rezension
Verletzungen der Menschenwürde wie Folter, Sklaverei, Zwangsarbeit und Erniedrigung sind trotz weitgehend internationaler globaler Ächtung an der Tagesordnung. Gleichwohl hat die Menschenwürde eine erstaunliche Erfolgsgeschichte durchlaufen. »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Dieser Satz ist ein unbedingt bindender Rechtssatz und die Grundnorm für die nachfolgenden Grundrechte, mit denen die Würdegarantie nicht abwägbar ist. Die Würdenorm gilt aufgrund nationaler Verfassungen und transnationaler Rechtsinstitute wie der EU-Grundrechte-Charta und des internationalen Menschenrechte-Rechts absolut und universell. Menschenwürde ist ein hehrer Begriff; aber was bedeutet das ganz praktisch? Wann wird die Würde eines Menschen verletzt? Was bedeutet es, die Würde eines Menschen zu verletzen? Clemens Sedmak sucht Antworten auf diese Fragen mithilfe der Entscheidungen und Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Dass die menschliche Würde täglich verletzt wird, mindert die Geltung der Norm nicht. Das Thema Menschenwürde ist auch im schulischen Philosophie- und Ethik-Untericht ein elementares Thema, das seit Jahrzehnten intensiv debattiert wird; insofern ist dieser Band auch für die Schule von grundsätzlicher Bedeutung.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Clemens Sedmak stellt die Frage der Menschenrechte neu
Eine Erinnerung an Wert und Gewicht der Menschenwürde
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7

Einleitung: Die Verletzung der Menschenwürde „an den Peripherien“ 9

Das Projekt dieses Buches: „Athen lernt von Straßburg“ 17

1 Menschenwürde: Die Schwere und Kraft eines Begriffs 23

1.1 Lernorte von Menschenwürde 24
1.2 Die Arbeit des Begriffs 31
1.3 Menschenwürde „von unten“ 47
1.4 Schlussbemerkung: Menschenwürde als Verpflichtung zur Integritätsmächtigkeit 59


2 Von Straßburg lernen 61

2.1 Der „Würdeartikel“: Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention 63
2.2 Drei Schlüsselkategorien: Folter, Unmenschlichkeit, Erniedrigung 77
2.3 Die philosophische Relevanz richterlicher Aussagen 89
2.4 Schlussbemerkung: Dreidimensionale Ethik und Überlegungsgleichgewicht auf Zeit 107

3 Die Frage nach Beispielen 109

3.1 Die Funktion von Beispielen 113
3.2 Gute und beste Beispiele 123
3.3 Institutionen und der menschliche Körper 140
3.4 Schlussbemerkung: Beispielkompetenz 149

4 Klarheit: Sprache, Kategorien, Begründungen 151

4.1 Benennen und Ordnen 156
4.2 Begründungen und Begründungsstandards 177
4.3 Sprache: Der Wert und Preis von Klarheit 190
4.4 Schlussbemerkung: Würdewortschatz 199

5 Kontext und Schwelle (Schweregrad) 201

5.1 Kontextuelle Ethik 206
5.2 Was sind relevante Umstände? 222
5.3 Schweregrad und Schwelle 235
5.4 Schlussbemerkung: Würdeökologie - die rechte Umgebung für die Würde 255

6 Positionalität: Von wo aus wird geurteilt? 257

6.1 Die Situiertheit des Urteils 259
6.2 Werte, Ideologien, Erfahrungen 269
6.3 Von wo aus wird Recht gesprochen? 288
6.4 Schlussbemerkung: Würdebiographie 297


Ergebnissicherung und Epilog 299

Die Hauptvorschläge 308
Und Fred? 310


Literaturverzeichnis 311
Zitierte Fälle 323
Anmerkungen 329