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Die Fabrik Roman
Die Fabrik
Roman




Hiroko Oyamada

Rowohlt
EAN: 9783498007942 (ISBN: 3-498-00794-7)
160 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2026

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Fabrik ist ein schier unüberschaubar großes Gelände in der Nähe einer namenlosen japanischen Stadt. Drei junge Menschen wurden vor Kurzem eingestellt: eine Frau, die einen Papierschredder bedient, ein Mann, der nicht näher spezifizierte Dokumente Korrektur liest, und ein Wissenschaftler, der sich einem rätselhaften Begrünungsprojekt widmen soll.

Während die drei gewissenhaft ihrer Arbeit nach-gehen, nehmen die Tage allmählich eine seltsame Logik und Dynamik an, scheinen sich die Ränder der Realität aufzulösen. Wo endet die Fabrik, wo beginnt der Rest der Welt? Was hat es mit den merkwürdigen Tieren auf sich? Nach Wochen (oder sind es Jahre?) stellen die drei sich schließlich die existenzielle Frage: Warum bin ich hier?

Mit Anklängen an Franz Kafka und Han Kang erzählt Hiroko Oyamada von einem Lebensgefühl der Entfremdung - am modernen Arbeitsplatz und in einer Welt, in der alles ins Wanken gerät, bis hin zur eigenen Wahrnehmung.



«Ein beklemmend-faszinierendes Porträt der modernen Arbeitskultur.» Time Magazine
Rezension
Hiroko Oyamadas „Die Fabrik“ liest sich wie ein freundliches Bürohandbuch, das langsam in einen Fiebertraum kippt. Kafka lässt grüßen, aber ohne Staub und mit sehr japanischer Nüchternheit. Auf einem riesigen, unüberschaubaren Werksgelände erledigen drei Neue brav ihre Aufgaben: eine Frau schreddert Papier, ein Mann korrigiert undefinierte Dokumente, ein Dritter soll ein Begrünungsprojekt voranbringen und landet erst mal bei Moosarten (als wäre „Moos lesen“ ein offizieller Karrierepfad). Je gewissenhafter sie arbeiten, desto seltsamer wird die Logik der Tage: Die Fabrik scheint zu wachsen, die Welt außenrum zu verschwimmen, Tiere tauchen auf, Zeit wird dehnbar. Das ist stark, weil Oyamada das Unbehagen hinter der Arbeitsroutine so leise setzt, dass es erst spät richtig zupackt. Wer jedoch klare Antworten, Plot-Spannung oder eine Auflösung erwartet, wird die vielen Leerstellen als zäh oder kalt empfinden. Gerade diese Unschärfe ist aber der Mehrwert: Das Buch trifft das Gefühl, in Systemen zu funktionieren, deren Sinn sich entzieht und stellt am Ende die einfache, brutale Frage: Warum bin ich hier?

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Mit Anklängen an Franz Kafka und Han Kang destilliert Hiroko Oyamada das tiefe Unbehagen einer Welt, in der sich die Beziehung des Menschen zur Arbeit grundlegend verändert.
Die Fabrik ist ein schier unüberschaubar großes Gelände in einer namenlosen japanischen Stadt. Die Angestellten widmen sich den ihnen zugewiesenen Aufgaben, den höheren Zweck kennen sie nicht. Drei junge Menschen wurden vor Kurzem eingestellt: eine Frau, die einen Papierschredder bedient, ein Mann, der nicht näher spezifizierte Dokumente Korrektur liest, ein dritter, der sich einem rätselhaften Begrünungsprojekt widmen soll und zunächst die Moosarten studiert, die auf dem weitläufigen Gelände wachsen.
Während sie gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen, nehmen die Tage eine seltsame Logik und Dynamik an. Die Fabrik scheint sich immer mehr auszudehnen, die Ränder der Realität nach und nach aufzulösen. Wo endet die Fabrik, wo beginnt der Rest der Welt? Was hat es mit den seltsamen Tieren auf sich? Nach Wochen (oder sind es Jahre?) stellen alle drei sich schließlich die grundlegendste aller Fragen: Warum bin ich hier?

Hiroko Oyamada wurde 1983 in Hiroshima geboren, wo sie heute noch mit ihrer Familie lebt. Nach ihrem Studium der Japanischen Literatur arbeitete sie in wechselnden Jobs, unter anderem bei einem Autohersteller. Diese Erfahrung diente ihr als Inspiration für ihren Debütroman Kōjō (2013; deutsch: Die Fabrik), für den sie zahlreiche Preise erhielt und der nun erstmals auf Deutsch vorliegt. Für ihren zweiten Roman Ana (2014; 2024 auf deutsch: Das Loch) erhielt sie den Akutagawa-Preis, die wichtigste literarische Auszeichnung in Japan. Ihre Werke wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 erschienen in Japan zwei neue Bücher von ihr, darunter ein Familienroman über die Erinnerungen an die Zeit der Atombombenabwürfe und des Pazifischen Kriegs.
Mit feinem Gespür für das Beunruhigende hinter der Oberfläche erzählt Hiroko Oyamada von einer Welt, die wir nicht mehr verstehen.
Die Übersetzung aus dem Japanischen wurde gefördert von Litprom e.V. in Kooperation mit dem Goethe-Institut.