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Die Buchhandlung der Exilanten
Paris 1940 - Zuflucht und Widerstand
Uwe Neumahr
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406844942 (ISBN: 3-406-84494-4)
320 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, Dezember, 2025, Mit 25 Abbildungen
EUR 26,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Eine Geschichte von Liebe und Literatur
Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris. Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.
Uwe Neumahr ist promovierter Romanist und Germanist. Er arbeitet als Literaturagent und freier Autor. 2023 erschien bei C.H.Beck sein Bestseller "Das Schloss der Schriftsteller. Nürnberg '46: Treffen am Abgrund", der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Rezension
Der Autor schildert erstmals die Geschichte der französischen und amerikanischen Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach, deren Buchhandlungen "Shakespeare and Company" (Rue de l’ Odéon 12) und (gegenüber) "Das Haus der Bücherfreunde", ab 1940 im von den Nationalsozialisten besetzten Paris zu einem Drehkreuz für Exilanten und den Widerstand wird. In den wilden Zwanzigerjahren noch sind die Buchhandlungen Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler; die Rue de l’ Odéon Treffpunkt für (queere) Kulturschaffende diesseits und jenseits des Atlantiks. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Buchhandlung, Erinnerung, Exil, Exilliteratur, Frauen, Freundschaft, Geschichte, Intellektuelle, Kulturgeschichte, Künstler, Liebe, Literatur, Menschlichkeit, Nationalsozialismus, Paris, Schriftsteller, Solidarität, Verfolgung, Widerstand, Zweiter Weltkrieg
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
– 9 –
PROLOG :
PARIS, SEPTEMBER 1942
– 13 –
TEIL 1
FRATERNITÉ, KRIEG UND BESATZUNG
– 17 –
Eine schicksalhafte Begegnung (1917) 17 – Innovatorin des Buchhandels 20 –
Paris vor dem Einmarsch der Deutschen (1939) 23 – Années folles: Die
Jahre nach dem Ersten Weltkrieg 27 – Menschenfreundliche Kunst 30 –
Allein unter Männern 32 – Androgynie 35 – Jean-Paul Sartre gegen André
Gide: Ein enttäuschendes Titanentreffen (Mai 1939) 38 – Shakespeare
and Company (1919) 42 – Ausbruch des Kriegs (September 1939 – Mai
1940) 44 – Gertrude Stein ante portas (1920) 46 – Invasion und Besatzung
(Frühjahr / Sommer 1940) 49 – Ernest Hemingway und die «verlorene Gene-
ration» (1921 /22) 53 – Der schöne Schein der freundlichen Besatzungs-
macht (1940) 58 – James Joyce: Geburt eines Jahrhundertromans (1922) 63 –
Die Schönheit der Präraffaeliten 68 – Hungerwinter 1940 /41 71 – Vom
Boxen, Fliegen und einer Zeitschrift (1925) 73 – Säuberung des Buchhan-
dels (1940 /41) 78 – Die Nationalsozialistin im Haus der Bücher-
freunde 81 – Ein Schicksalsschlag für Sylvia Beach (1927) 83 – Ein subver-
siver Faust (März 1941) 86 – Entfremdung von Joyce (1930) 89 – Ein grau-
samer Nachmittag: Ernst Jünger in Paris (Mai 1941) 93 – Verrückte Jung-
frauen (1930): Adrienne Monnier als Schriftstellerin 98
TEIL 2
DEUTSCH-JÜDISCHE EXILANTEN, VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
– 103 –
Ein fast normaler Sommerurlaub nach zwei Todesfällen (1941) 103 –
Eine Freundschaft im deutschen Sinne: Walter Benjamin (1930) 107 – Re-
pressionen, Widerstand, Vergeltungsmaßnahmen (Sommer 1941 –
Frühjahr 1942) 111 – Weltwirtschaftskrise 1931 114 – Die letzten Tage
von Shakespeare and Company (Dezember 1941) 116 – «Haben Sie
schon einmal eine Jüdin namens Gisela gesehen?» (1933) 119 – Gescheiterter
Widerstand: Sartre im Frühjahr 1942 123 – Realismus-Fotografie
(1934 /35) 126 – Gesichter der Sprache 129 – Eine öffentliche Intervention
für Jean-Paul Sartre (Frühjahr 1942) 131 – Notverkäufe (1935) 136 – Die
Freunde von Shakespeare and Company 137 – Wehmut und potassoneske
Résistance ( Juli 1942) 139 – Sylvia Beach wird ersetzt (1936) 142 – Unter
Spionageverdacht 143 – Von literarischer Gegenkultur und wüstem Anti-
semitismus (Sommer / Herbst 1942) 148 – Fotojournalismus (1936 /37) 151 –
Die Hölle des Winter-Velodroms ( Juli 1942) 153 – Arbeit gegen den Kum-
mer 1936 /37 155 – Eine Gestapo-Falle (August / September 1942) 158 –
Siegfried Kracauer in Paris (1936 /37) 161 – Die totalitäre Propaganda 166 –
Im Affenkäfig (Herbst 1942) 170 – Adrienne Monniers Essay über den An-
tisemitismus (1938) 173 – Reaktionen 176 – Propaganda für Vichy: Ger-
trude Stein (1942) 179 – Der Freimaurer-Hasser 182 – Verliebte Zwei-
samkeit (1938 /39) 185 – In privilegierter Gefangenschaft (Herbst
1942) 188
TEIL 3
RETTUNGSMISSIONEN, FLUCHT UND BEFREIUNG
– 193 –
Französische Bedrohung für deutsche Exilanten (September 1939) 193 – Walter
Benjamins Internierung 195 – Freiheitsentzug für Siegfried Kracauer 199 –
Krank in Frontstalag 194 (Herbst / Weihnachten 1942) 202 – Der Be-
schützer in der Not (Herbst 1939) 206 – Codierte Nachrichten ( Januar
1943) 209 – Gefangen in der Freiheit: Walter Benjamin (November 1939) 211 –
Siegfried Kracauer kommt frei 214 – Gertrude Steins Rückzieher ( Januar
1943) 215 – Erneute Hilfe für Walter Benjamin und Siegfried Kracauer (Mai
1940) 218 – Ein Versteck für Arthur Koestler 219 – Gisèle Freunds Flucht (Juni
1940) 225 – Eine letzte Nachricht von Walter Benjamin 226 – Ein Retter, des-
sen Namen man besser verschweigt (März 1943) 230 – Hilfe aus Argen-
tinien (Juni 1940 – Juli 1941) 234 – Kummer im goldenen Käfig 237 – Unter-
grundpublikationen (1942 ff.) 239 – Der Zeigefinger aus dem Jenseits
( Juni 1943) 241 – Fast wie in alten Zeiten (August 1943) 244 – Der
Kampf um Françoise Bernheim geht verloren (September 1943) 247 –
Terror und Depression (Frühjahr 1944) 250 – Résistance-Kapitän Go-
derville alias Jean Prévost (Sommer 1944) 254 – Hemingway befreit
die Rue de l’Odéon (August 1944) 258
WIE ES WEITERGING
– 273 –
ANHANG
Dank 291 – Anmerkungen 293 – Literatur 307 – Bildnachweis 313 –
Personenregister 314
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