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Der erfundene Jesus Unechte Jesusworte im Neuen Testament - Ein lesebuch
Der erfundene Jesus
Unechte Jesusworte im Neuen Testament - Ein lesebuch




Gerd Lüdemann

zu Klampen! Verlag
EAN: 9783987370373 (ISBN: 3-9873703-7-8)
96 Seiten, hardcover, 13 x 19cm, Januar, 2025

EUR 14,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Im Neuen Testament finden sich zahlreiche Worte Jesu, die ihm erst später in den Mund gelegt wurden und die dennoch in den christlichen Kirchen bis heute als Gottes Wort gelten. Von der Jesusforschung wurden diese erfundenen Worte schnell ad acta gelegt, die Konzentration sollte auf vermeintlich echte Sprüche gelenkt werden. Mit seiner Sammlung erfundener Jesusworte thematisiert Gerd Lüdemann 'unechte' Jesus-Sprüche und vermittelt zugleich einen Eindruck von der Mentalität früher Christen, die diese Worte ersonnen haben. Die Vielfalt der unechten Jesusworte zeigt deutlich, daß Jesus nach dem Kreuzestod schnell zum Mittelpunkt eines neuen Glaubens wurde. Christen haben von Beginn an von Jesus Antwort auf ihre Fragen erwartet und, wo kein geeignetes Jesus-Wort vorhanden war oder ein Ausspruch nicht mehr paßte, Worte verändert oder gar erfunden.

Gerd Lüdemann (*1946 in Visselhövede; †2021) – Professor für Geschichte und Literatur des frühen Christentums an der Univ. Göttingen

Gerd Lüdemann, Jahrgang 1946, war Professor emeritus für Geschichte und Literatur des frühen Christentums an der Georg August Universität in Göttingen und Visiting Scholar an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, USA. Er ist der Gründer des Archivs »Religionsgeschichtliche Schule« an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. 1998 wurde ihm als ausgewiesenem Neutestamentler die Bezeichnung seines Lehrstuhls als Lehrstuhl für Neues Testament vom Präsidenten der Universität Göttingen als Folge der Beanstandung seiner Lehre durch die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verboten, weil er sich in seinen Veröffentlichungen und in seiner wissenschaftlichen Arbeit zu kritisch mit Fragen des evangelischen Bekenntnisses auseinandergesetzt hatte. Bei zu Klampen veröffentlichte er »Im Würgegriff der Kirche« (1998), »Jesus nach 2000 Jahren« (1999, 2004, 2012, 2014), »Das Unheilige in der Heiligen Schrift« (2001), »Paulus, der Gründer des Christentums« (2001, 2014), »Die Auferweckung Jesu von den Toten« (2002), »Die Intoleranz des Evangeliums« (2004), »Altes Testament und christliche Kirche« (2006, 2014), »Das Jesusbild des Papstes« (2007), »Der erfundene Jesus« (2008), »Jungfrauengeburt?« (2008), »Die ersten drei Jahre Christentum« (2009), »Die gröbste Fälschung des Neuen Testaments« (2010), »Wer war Jesus?« (2011), «Der große Betrug« (2011), »Der älteste christliche Text« (2011), »Der echte Jesus« (2013) und »Ketzer« (2016).
Rezension
Der im Jahr 2021 verstorbene Göttinger Theologe Gerd Lüdemann hat in seinen Schriften immer wieder den Umgang der Kirche mit der Bibel kritisiert, fragwürdige Interpretationen aufgedeckt und engstirniges Denken hinterfragt, so auch in diesem Werk. - Die biblische Wissenschaft legt seit langem dar: Im Neuen Testament finden sich zahlreiche Worte Jesu, die ihm Christen später in den Mund gelegt haben. Dennoch gelten sie in den christlichen Kirchen bis heute als Gottes Wort, obwohl sie durch den Erweis Ihrer Unechtheit seit langem diskreditiert sind. Welche Bedeutung haben sie für die christliche Kirche und den christlichen Glauben? Die Forschung legte die erfundenen Worte schnell ad acta und konzentrierte sich auf die vermutlich echten Sprüche. Gerd Lüdemann macht nun in seinem Buch gerade die unechten Worte zum Thema. Die unechten Sprüche gehen auf verschiedene Urheber zurück: persönliche Jünger Jesu, Propheten, Evangelisten. Der Glaube an den auferstandenen Jesus ließ sie zu seinem Sprachrohr werden. Sie hörten - davon waren sie überzeugt - seine Stimme und gaben das Gehörte mündlich und schriftlich weiter, nachdem sie es oftmals ausgestaltet hatten. Sie handelten nicht in betrügerischer Absicht, sondern meinten, einer höheren Wahrheit zu dienen. Doch dies ändert nichts daran, dass sie objektiv die Unwahrheit verbreitet haben, und da ihre Jesusworte als Teil der heiligen Schrift bis heute wirken, auch in der Gegenwart weiter „lügen" dürfen. Lüdemann vermittelt einen Eindruck von der Mentalität früher Christen, die diese Worte produziert haben, und lässt so die Entstehung der ältesten Kirche besser begreifen.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
1. Erfundene Jesusworte im Neuen Testament 7

2. Unechte Jesusworte in den Evangelien 10

2.1. Stationen des Weges Jesu 10
2.1.1. Im Tempel von Jerusalem. Das erste Jesuswort 10
2.1.2. Am Jordan. Wort zu Johannes dem Täufer 12
2.1.5. In der Wüste. Worte an den Teufel 13
2.1.4. In der Synagoge von Nazareth. Antrittspredigt 15
2.1.5. In Galiläa. Sendung der Jünger in Israel 17
2.1.6. Auf dem Weg nach Jerusalem. Voraussagen von Tod und Auferstehung 19
2.1.7. In Jerusalem. Voraussage der Tempelzerstörung 21
2.1.8. In Jerusalem. Voraussage der Auslieferung durch Judas 21
2.1.9. In Jerusalem. Voraussagen über das Verhalten der Jünger 22
2.1.10. In Jerusalem. Antwort an den Hohenpriester 23
2.1.11. In Jerusalem. Gespräch mit Pilatus 23
2.1.12. In Jerusalem. Worte am Kreuz 25
2.1.13. In Jerusalem. Worte am leeren Grab 29
2.1.14. In Galiläa. Beauftragung des Petrus 30

2.2. Themen der Verkündigung Jesu 31
2.2.1. Äußere Gegner - Israel und seine Führer 31
2.2.2. Innere Gegner - liberale und gnostische Christen 39
2.2.3. Gerichtsprophezeiungen 43
2.2.4. Weltende und Weltgericht 45
2.2.5. Frömmigkeitsregeln 50
2.2.6. Lasterkatalog 52
2.2.7. Trost für die Christen in der Verfolgung 53
2.2.8. Gemeindedisziplin und die Autorität der Gemeindeleiter 58
2.2.9. Sendung der Jünger unter alle Völker 60
2.2.10. Gleichnisse zu verschiedenen Themen 61
2.2.11. Umbiegung echter Jesusworte 68
2.2.12. Eigene göttliche Würde 74
2.2.13. Ich-bin-Reden 78
2.2.14. Gebete 85

3. Erfundene Jesusworte und die Suche nach Wahrheit 89

Beigabe: Jesusworte in den Briefen an die sieben Gemeinden in der Offenbarung des Johannes 90

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