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Comics
Konzept und Gestaltung
Hannes Rall
Herbert von Halem Verlag
EAN: 9783869625331 (ISBN: 3-86962-533-3)
728 Seiten, paperback, 17 x 24cm, Juni, 2025
EUR 64,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Unterhaltsam und gleichzeitig wissenschaftlich fundiert führt “Comics: Konzept und Gestaltung” in die kreative Praxis ein. Die verschiedenen Schritte vom Szenario zur fertigen Seite werden im Detail erklärt, dabei steht die Frage immer im Vordergrund, wie das visuelle Erzählen einer Geschichte optimal in der Kombination zwischen Wort und Bild umgesetzt werden kann.
Beginnend mit dem Szenario (dem Drehbuch des Comics) beschreiben folgende Kapitel Panelaufteilung und Seitenlayout, Vorzeichnung (Penciling) und Tuschen (Inking), Farbgebung, Lettering und Titelbildgestaltung. Exklusive Interviews mit deutschen und internationalen Zeichner*innen, runden das Buch ab. Diese Interviews sind so gewählt, dass sie zusätzliche Themenbereiche abdecken, wie die Sichtweise des Comicverlegers, Manga, professionelle Praxis zum Broterwerb und Comics im Internet.
Die australischen Comiczeichner Stuart Medley und Bruce Mutard steuern die internationale Perspektive bei und geben Einblick in die Praxis von Graphic Novel und Werbe-/Erklärcomics. Wie in der erfolgreichen Schwesterpublikation “Animationsfilm: Konzept und Produktion” ergänzen sich Text und Illustrationen des Autors, um die komplexe Materie zu vermitteln. Der Band ist darüber hinaus reich mit zum Großteil unveröffentlichten Comiczeichnungen der deutschen Größen Stefan Dinter, Michael Meier, Christina Plaka und Daniel Lieske illustriert. Visuelle Beispiele der großen Klassiker Hal Foster, Alex Raymond, Milton Caniff und Chester Gould demonstrieren die praktische Umsetzung gestalterischer Prinzipien.
Das Buch ist gleichermaßen für Anfänger und Fortgeschrittene, Profis und Forscher geeignet, die sich kompetent über das Machen von Comics informieren wollen. Für Comic-Einsteiger*innen wird ein systematischer Weg aufgezeigt, sich praktisch zu verbessern – wozu es Aufgaben am Ende jedes Kapitels gibt. Gleichzeitig wird die Materie auf einem Niveau vermittelt, die auch für Fortgeschrittene und Profis zahlreiche Entdeckungen bereithält. Dazu tragen sowohl die Werkstatteinblicke arrivierter Kolleg*innen, als auch die zahlreichen Analysen bekannter Comic Klassiker bei. Comicforscher*innen finden akademisch aufgearbeitete Informationen zur kreativen Praxis, die es Ihnen ermöglichen, sich wissenschaftlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Hannes Rall, geboren 1965, Diplom-Designer Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (1991), ist Professor für Animation Studies und Chair der School of Art, Design and Media an der Nanyang Technological University Singapore. Er ist auch ein erfolgreicher Regisseur von Animationskurzfilmen. Sie waren auf über 900 Filmfestivals weltweit zu sehen und erhielten 95 internationale Preise, darunter sieben Auszeichnungen mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. Das Filmmuseum Düsseldorf hat mehr als 16.000 seiner Filmzeichnungen und Illustrationen in seine Sammlung aufgenommen. Seine erfolgreichen Bücher sind in über 160 wichtigen Universitätsbibliotheken präsent, darunter Stanford, Yale, Cornell, UCLA und Columbia.
Rezension
Im schulischen Kontext werden Comics mittlerweile in fast allen Fachdidaktiken eingesetzt. Dabei stehen freilich die Analyse und die Inhalte der Comics im Vordergrund. Das hier anzuzeigende voluminöse Werk über Comics hat einen synthetischen, pratischen Ansatz: Es vermittelt umfassend das Verfassen und die Technik von Comics incl. Interviews mit namhaften Comic-Verfassern; das Buch erklärt die Herstellung eines Comics in den aufeinanderfolgenden Produktionsschritten Um das Genre Comic tiefgrründig zu verstehen, ist das übeeraus hilfreich aucch für die Lehrerhand, die Comics im Unterricht verwendet. In Schülerkreisen erfreuen sich Comics von jeher großer Beliebtheit. Und die Comic-Forschung scheint sich - nach Zeiten eher eklektischer Rezeption - z.Zt. systematisch zu etablieren. Zwar wird Comics noch immer kein gleichberechtigter Platz neben Literatur, bildender Kunst und Film eingeräumt, aber insbesondere im angelsächsischen Raum wächst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Medium Comic stetig. Anfangs belächelt oder gar verteufelt, hat sich der Comic im 20. Jahrhundert als eigene Kunstform etabliert. Mit der für ihn charakteristischen Einheit von Text und Bild setzte er neue ästhetische Maßstäbe, die unsere Sehgewohnheiten verändert haben. In Bildern und Geschichten bieten Comics nicht nur spannende oder vergnügliche Unterhaltung, sie spiegeln auch, mal realitätsnah, mal ironisch verfremdet, unsere Wirklichkeit. Längst werden in den verschiedenen Fachdidaktiken Comics im Unterricht eingesetzt. Zum Comiclesen müssen Jugendliche nicht überredet werden – das Medium fasziniert nach wie vor. Die in den letzten zehn Jahren erschienene Fachliteratur liefert theoretische und methodische Grundlagen, die es braucht, um Comics in Bildungskontexten effektiv einzusetzen. Von der Nutzung verspricht man sich verschiedenste Vorzüge, von der Förderung visueller Kompetenz über die Ausbildung fachrelevanter Kompetenzen und die Unterstützung beim Fremdsprachenerwerb bis hin zur Verwendung als Hilfe zum Verständnis gesellschaftlicher Diskurse.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Lettering, Zeichenstil, couleure directe, Screentone, Line of action, computerlettering, artbooks, Erzählfluss, Panellayout, Comicscipt, Charakterdesign, Visual Development, Cartoons, Zeichnen, Inking, Gestaltung, Konzepte, Comics, Praxis, Figuren, Storytelling
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 11
1. Story-Entwicklung oder: Schreiben für Comics 15
1.1 Einführung 15
1.2 Wo erzähle ich? Erzählformate und Seitenzahlen 17
1.3 Der 1-Panel-Gag 19
1.4 Der 1-zeilige Comicstrip 21
1.5 Der Gag-Onepager 23
1.6 Einseiter als serielle Fortsetzungsstruktur 24
1.7 Kurzgeschichte 26
1.8 Das Comicheft 28
1.9 Album 31
1.10 Graphic Novel 32
1.11 Die unendliche Geschichte 34
1.12 Zusammenfassung 36
1.13 Was erzähle ich, oder: Wo kommen gute Geschichten her? 38
1.14 Universelle Themen 40
1.15 3-Akt-Struktur: Brot und Butter im erzählerischen Mainstream 51
1.16 Fünf Elemente eines guten Comicskripts 65
1.17 Formate zur Stoffentwicklung 67
2. »Das war für mich keine Arbeit, sondern Lebenserfüllung.« Gespräch mit Christina Plaka 85
3. Panel- und Seitenlayout 136
3.1 Einführung 136
3.2 Comic und Film im Vergleich 141
3.3 Das Einzelpanel und seine Komposition 143
3.4 Lines of Action der Figuren 146
3.5 Lines of Action und tonaler Kontrast 147
3.6 Diagonal- und Größenkontrast, Symmetrie und Bild im Bild 147
3.7 Weitere Grundregeln der Panelgestaltung 151
3.8 Panels im ›Orchester‹: Das Seitenlayout 155
3.9 Das starre oder ›klassische‹ Panellayout 157
3.10 Variation von Panelgröße und Proportionen im Seitenlayout 160
3.11 Spiel mit der Form: Experimentelle und innovative Seitenlayouts 171
3.12 Comicspezifische narrative Techniken des Panel- und Seitenlayouts 174
4. Visual Development 191
4.1 Visual Development für Comics: Eine Einführung 191
4.2 Exkurs: Warum über Stil im Comic reden? 197
4.3 Vorbilder kopieren und sich davon abheben 198
4.4 Künstlerische Traditionen verstehen: Stilschulen 199
4.5 Geschichte und Zeichenstil 201
4.6 Auftragsarbeiten: Stilistische Vielseitigkeit anbieten können 201
4.7 Die wichtigsten Stilrichtungen im Comic 202
4.8 Beispiele verschiedener Stilrichtungen in der Anwendung 205
4.9 Gestaltung mit System: Entwicklungsschritte im Visual Development 208
4.10 Mood Boards 208
4.11 Das übergreifende Designkonzept oder: Durch stilistische Geschlossenheit ein grafisches Universum definieren 210
4.12 Charakterdesign 214
4.13 Mit vielen Skizzen beginnen! 216
4.14 Design der Umgebung (Environment Design) und der Requisiten 223
4.15 Farbdesign 224
5. »Talent, Fleiß gepaart mit handwerklichem Können, Freude an dem, was man tut, und das Quäntchen Glück werden immer die Ingredienzien des Erfolgs bleiben.« Gespräch mit Michael Meier 230
6. Bleistiftvorzeichnung oder Penciling 280
6.1 Einleitung 280
6.2 Zeichnerische Grundlagen lernen und verbessern 284
6.3 Dynamische Zeichnungen statt steifer Posen 290
6.4 Line of Action 290
6.5 Das Konzept perspektivischer Verkürzung 292
6.6 Arbeitsschritte beim Penciling: Vom Layout über Breakdowns zur detaillierten Vorzeichnung 293
6.7 Das richtige Arbeiten mit Referenzmaterial 299
6.8 Perspektive 305
6.9 Perspektivische Darstellungsformen anderer Kulturkreise 315
7. Inking 327
7.1 Einführung und künstlerischer Kontext 327
7.2 Grundregeln 336
7.3 Entspricht Inking dem Abpausen der Vorzeichnung? 339
7.4 Variation der Linienstärke 342
7.5 Die Gretchenfrage: Kontrastreiche Beleuchtung oder graue Suppe? 346
7.6 Tricks und Tipps 346
7.7 Lichtsetzung durch Inking: Der Tuscher als Kameramann 348
7.8 Screentone 351
7.9 Grundregeln der Beleuchtung 356
7.10 Spotting Blacks 356
7.11 Grafische Kontrolle des Erzählflusses durch strategisch platzierte Schwarz- und Weißflächen 360
7.12 Narrative Fokussierung durch Positiv gegen Negativ 361
7.13 Schwarz vor Schwarz: ›Aura‹ 362
7.14 Darstellung von Materialität und Volumen beim Inking 363
7.15 Spezialtechniken 365
7.16 Inking-Tools: Traditionell und digital 367
7.17 Eine (Vor-)Zeichnung – viele Stile 373
8. Farbe und Kolorierung im Comic 381
8.1 Einführung: Warum und wozu Farbe? 381
8.2 Kolorierung im Produktionsprozess 381
8.3 Flatting 389
8.4 Grundprinzipien und Farbtheorie 392
8.5 Farbkreise und Farbkontraste 392
8.6 Die Gestaltungsparameter der Farbe 393
8.7 Lokal-, Erscheinungs- und Ausdrucksfarbe 397
8.8 Übergeordnetes Prinzip: Verwenden Sie nicht jede Farbe, die es gibt! 403
8.9 Die dramaturgische Wirkung von Farbe 406
8.10 Trennung von Figuren und Hintergründen 411
8.11 Farbliche Unterstützung perspektivischer Wahrnehmung 414
8.12 Spotlight on: Fokus durch Kolorierung 416
8.13 Farbe und erzählerische Kontinuität 420
8.14 Reinzeichnung und Farbgebung: Eine delikate Balance 422
8.15 Couleur directe 428
8.16 Gemalte Comics 430
9. Lettering 439
9.1 Geschichte und herausragende Beispiele 441
9.2 Ein Blick nach Deutschland 444
9.3 Die Gretchenfrage: Hand- oder Computerlettering? 445
9.4 Der Feinschliff: Spationierung und Zeilenabstände 447
9.5 Groß- oder Kleinschreibung? 448
9.6 Grundregeln für gelungenes Lettering 451
9.7 Illustrative Möglichkeiten: Korrespondenz zwischen Sprechblaseninhalt und -form 453
9.8 Batsch, Bumm, Bang: Onomatopöien 454
9.9 Zeig mir dein Gesicht: Überschriften, Headlines und Titellogos 455
10. Never Judge a Book by its Cover? Titelgestaltung für Comics 462
10.1 Einführung 462
10.2 Thematische Konzepte für Titelbilder 464
10.3 32 Titelbild-Ideen, die immer funktionieren 473
10.4 Platzierung der Charaktere und Etablierung einer Bedeutungshierarchie 474
10.5 Form und Farbe 477
10.6 Stilisierung und Abstraktion 480
11. »Comics als Einstieg in die Literarizität.« Gespräch mit Stefan Dinter 485
12. »Es ist der Ansatz von Miles Davis, Trompete zu spielen, richtig? Man spielt nicht alle Noten, sondern wählt die wirklich guten aus, die, die etwas aussagen.« Gespräch mit Stuart Medley und Bruce Mutard 548
13. »Das ist im Moment in seiner Tragweite überhaupt noch nicht einschätzbar, was da alles passiert.« Gespräch mit Daniel Lieske 614
14. Glossar der wichtigsten Comicfachbegriffe 666
15. Empfehlungen zum Weiterlesen 679
15.1 Einleitung 679
15.2 Comicgestaltung und Comictheorie generell (vergleichbar dem vorliegenden Buch) 681
15.3 Kapitelbezogene Empfehlungen 698
15.4 Generelle Empfehlungen für weitere Verlage mit herausragenden Publikationen und Artbooks 717
15.5 Websites und Social Media 719
15.6 Berufsorganisationen 724
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