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Architektur – das Bildwörterbuch
Die wichtigsten Begriffe, Bautypen und Bauelemente
Originaltitel: A Visual Lexicon of Architecture
Originalverlag: Laurence King Ltd., London
Aus dem Englischen von Christiane Court
Owen Hopkins
Random House
, DVA
EAN: 9783421038685 (ISBN: 3-421-03868-6)
176 Seiten, paperback, 21 x 27cm, Februar, 2012, Klappenbroschur, Mit 450 Abbildungen, davon 250 in Farbe
EUR 29,99 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Augen auf
Architektur lesen lernen
Vom staunenden Blick zum verständnisvollen Betrachten der Formen und Materialien, Konstruktionen und Ornamente
Das Verständnis für unsere gebaute Umwelt, für die Bedeutung von Architektur fördert auch das Verständnis für unsere gesellschaftliche Umwelt.
Einen Leitfaden ganz grundlegender Art für dieses Verständnis der Baukunst westlicher Prägung bietet Owen Hopkins' Bildwörterbuch.
Fotos und Zeichnungen von Bautypen und Bauelementen mit kurzen Erläuterungen der zugehörigen Begriffe und ein Glossar erschließen das Thema von verschiedenen Seiten.
Die Bildbeispiele, mit denen die Sprache der Architektur vor Augen geführt wird, schlagen den Bogen von der antik-griechischen Klassik in unsere Gegenwart.
DVA
Rezension
Wie läßt sich Architektur besser erklären als über ein Bildwörterbuch?! Ein soclhes Werk ist überau hilfreich um auch Schülerinnen und Schüler (nicht nur bei Klassenfahrten, Ausflügen und Exkursionen) zu sensibilisieren für eine geschärfte Wahrnehmung der Bauformen, die sie umgibt: vom Antiken Tempel bis hin zu modernen Hochhäusern reicht das beschriebene Spektrum in diesem Band (vgl. Kap. 1). Hinzu kommen in Kap. 2 die wesentlichen Baukonstruktionen (von Säulen über Rundbögen bis hin zum modernen Stahl-Beton) und in Kap. 3 die Architekturelemente (Wände, Fenster, Dächer etc.). Das Verständnis für unsere gebaute Umwelt fördert auch das Verständnis für unsere gesellschaftliche Umwelt. Klar, übersichtlich und gut verständlich bietet das Buch so eine fundierte Einführung in die Architektur und ermöglicht die wesentlichen Schritte vom Sehen zum Benennen, indem Fotos und Zeichnungen als Ausgangspunkte gewählt werden, und vom Benennen zum Deuten, indem Hinweise auf Zusammenhänge gegeben werden und mit Hilfe des Glossars weiterentwickelt werden können.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Was heißt wie in der Architektur?
Einen einzigartigen Leitfaden ganz grundlegender Art für das Verständnis der Baukunst westlicher Prägung bietet Owen Hopkins’ Bildwörterbuch: Es geht vom Aussehen der Gebäude aus. Fotos und Zeichnungen von Bautypen, Baukonstruktionen und Bauelementen mit kurzen Erläuterungen der zugehörigen Begriffe und ein Glossar sind durch einheitliche Benennung und Querverweise eng vernetzt. Die Bildbeispiele schlagen den Bogen von der griechischen Antike bis in unsere Gegenwart. Klar, übersichtlich und gut verständlich bietet das Buch eine fundierte Einführung in die Architektur und dient als praktisches Nachschlagewerk.
• Grundlegende Formen der Architektur – am Bauwerk gezeigt
• Vom Sehen zum Benennen: Fotos und Zeichnungen als Ausgangspunkte
• Vom Benennen zum Deuten: Hinweise auf Zusammenhänge
Owen Hopkins ist Kunst- und Architekturhistoriker; er lebt und arbeitet als Architekturkritiker und Architekturstadtführer in London.
Inhaltsverzeichnis
KAPITEL 1
BAUTYPEN 6
Der antike Tempel 8
Tempelfront 8
Breite der Tempelfront 10
Interkolumnium 11
Typen 12
Innenräume 13
Die mittelalterliche Kirche 14
Westfassade 14
Südliche Querhausfassade 15
Grundriss 16
Schnitt 18
Ausstattung 20
Die Renaissancekirche 22
Baukörper 22
Grundriss 24
Innenraum 25
Die Barockkirche 26
Baukörper 26
Grundriss 28
Innenraum 29
Wehrbauten 30
Burg mit Bergfried 30
Ringburg 31
Baukörper 32
Herrenhäuser und Villen 34
Straßenbegleitende Bauten 38
Öffentliche Bauten 46
Moderne Bauten 52
Hochhäuser 56
KAPITEL 2
BAUKONSTRUKTIONEN 60
Säulen und Pfeiler 62
Formen 62
Die klassischen Säulenordnungen 64
Sonderformen von Kapitellen 70
Bögen 72
Elemente 72
Rundbögen 73
Spitzbögen 74
Andere Bogenformen 75
Bogenstellungen 76
Moderne Konstruktionen 78
Beton 78
Stahl 79
Formen 80
KAPITEL 3
ARCHITEKTURELEMENTE 82
Wände und Oberflächen 84
Mauerwerk 84
– Gebräuchliche Steinarten 84
– Oberflächen 86
– Rustika (Bossenwerk) 87
Mauerziegel 88
– Lagen 88
– Verbände 89
– Mörtelfugen 90
– Arten 91
Holz 92
Keramik- und Schieferplatten 94
Beton und Putze 96
Glas 98
Metall und Kunststoff 100
Wandgliederung 102
Oberfl ächengestaltung 104
Einfache Gesimsformen 106
Verzierte Gesimse und Dekorelemente 108
Fenster und Türen 116
Formen 116
Einfassung von Öffnungen 120
– Klassische Öffnungen 120
– Giebelformen 121
– Gotische Öffnungen 122
Maßwerk 122
Maßwerkformen 123
Gebräuchliche Fensterformen 124
Erker und Balkone 127
Dachfenster 129
Gebräuchliche Türformen 130
Dächer 132
Formen 132
Dachplatten und Dachverkleidungen 124
Satteldach und Giebel 136
– Giebelformen 137
Turmabschlüsse 138
– Formen 139
Kuppeln 141
– Äußeres 141
– Inneres 142
– Formen 143
Konstruktionen 144
– Dachstühle 144
– Gewölbe 148
Rippengewölbe 149
Treppen und Aufzüge 150
Treppenbestandteile 150
Treppenformen 151
Aufzüge und Rolltreppen 152
Glossar 154
Register 170
Bildnachweis und Dank 174
Einführung
Was macht Architektur aus? In seinem 1943 erschienen,
wegweisenden Werk »An Outline of European Architecture«
(dt.: Europäische Architektur von den Anfängen bis zur
Gegenwart, München 1957) stellt Nikolaus Pevsner einen
berühmt gewordenen Vergleich an: »Ein Fahrradschuppen
ist ein Gebäude; Lincoln Cathedral ist Architektur.« Nahezu
alles, fuhr er fort, »was einen Raum umschließt, der so
groß ist, daß ein Mensch sich darin bewegen kann, ist ein
Gebäude, der Begriff ›Architektur‹ kann nur auf Gebäude
angewandt werden, die mit einem ästhetischen Anspruch
entworfen sind.«
Kaum jemand wird bestreiten, dass das Erscheinungsbild
eines Bauwerks zu den Hauptanliegen eines Architekten
gehört. Doch darauf zu beharren, etwas so subjektiv Wahrgenommenes
wie die ästhetische Wirkung sei das entscheidende
Charakteristikum eines Bauwerks, ist problematisch,
denn diese Vorstellung geht von einem sich nicht verändernden
Publikum aus, dessen Reaktion auf ein Bauwerk stets
gleich ist. In Wirklichkeit allerdings reagieren die Menschen
auf Architektur keineswegs gleich. Ein typisches Beispiel ist
die in den fünfziger und sechziger Jahren des zwanzigsten
Jahrhunderts in Großbritannien entstandene Architektur
des Brutalismus, die damals ebenso polarisierte wie heute.
Ungeachtet der gegensätzlichen Beurteilung würde ihr
gleichwohl kaum jemand absprechen, Architektur zu sein.
Überdies ist die Unterscheidung Pevsners zwischen einem
Gebäude, das er implizit als rein funktional defi niert und
dessen Form und Material er einzig von der vorgesehenen
Funktion bestimmt sieht, und einem Baukunstwerk zu
streng im Hinblick auf realisierte Bauten. Selbst Gebäude,
deren Architekten sich explizit in einer rein funktionalistischen
Gedankenwelt bewegen, wurden in der Absicht entworfen,
an ihrem Erscheinungsbild die ihnen zugedachte
Funktion erkennen zu lassen.
Alle Formen von Architektur vermögen Vorstellungen
und Emotionen zu vermitteln, unabhängig davon, ob ein Bauwerk
mit der Absicht entworfen wurde, ästhetische Wirkung
hervorzurufen. Deshalb schlage ich vor, Kommunikation
oder die Vermittlung von Sinn als das entscheidende
Charakteristikum von Architektur anzusehen; man könnte
sagen, Architektur sei »Bauen mit Bedeutung«. Architektur
drückt Bedeutung nicht unmittelbar aus, sie hat spezielle
Vorgehensweisen, mit denen Bedeutung verschlüsselt und
übermittelt wird; auch wird man Bauwerke ganz anders
›lesen‹ als zum Beispiel Gemälde. Architektonische Bedeutung
entsteht auf vielen verschiedenen Wegen: durch Form,
Materialien, Größe oder, am deutlichsten, durch zeichenhafte
Hinweise. So neigen die Bedeutungen eines Bauwerks
denn auch zur Abstraktion: Beispiele sind die Demonstration
des gesellschaftlichen und kulturellen Status eines Bauherren
durch ein Gebäude im extravaganten neuesten Stil;
die von einem wieder aufgegriffenen Architekturstil der
Vergangenheit geweckten Assoziationen; die Bekundung
von Reichtum und Macht durch die Größe eines Baus oder
durch die Verwendung teuren Materials und üppigen Dekors.
In vielerlei Hinsicht repräsentiert ein architektonisches
Werk im Kern zudem seinen Besitzer, in unterschiedlichem
Ausmaß auch seinen Architekten. Die Bedeutungen, die es
umfasst, sind untrennbar mit den persönlichen, familiären,
religiösen oder gesellschaftlichen Interessen seiner Erbauer
verbunden. Das Folgende handelt deshalb weitgehend von
den Mitteln, mit denen Bedeutung in Architektur entsteht.
Die Ursprünge von Wörterbüchern oder Glossaren zur
Architektur – dieses Buch ist nicht von dieser Art, fußt aber
auf den Vorläufern – liegen im siebzehnten und achtzehnten
Jahrhundert, als das bei Fachleuten und Liebhabern gleichermaßen
vorhandene Interesse an Architektur zahlreiche Publikationen
nach sich zog. Häufi g, und das ist noch heute der
Fall, gehörte ein solches Wörterbuch oder Glossar als Anhang
zu einem umfangreicheren Werk. Selbst wenn sie als
eigenständige Veröffentlichungen vorlagen, sind die meisten
dieser Wörterbücher oder Glossare schon in ihrer allerfrühesten
Form alphabetisch geordnet, etwa vorhandene Abbildungen
sind zweitrangig.
In einigen Büchern versuchte man, dem Visuellen mehr
Bedeutung einzuräumen, vor allem in Jill Levers und John
Harris‘ »Illustrated Dictionary of Architecture 800–1914«
(1991, Erstaufl age 1969 als »Illustrated Glossary of Architecture
850–1830«). Für jemanden, der an einem Bauwerk
oder in einer Zeichnung auf ein unbekanntes Architekturelement
stößt, gestaltet es sich aber selbst in einem Werk
wie diesem doch sehr schwierig, die Benennung oder Beschreibung
ausfi ndig zu machen. Darüber hinaus behandeln
nur wenige dieser Bücher die Architektur des zwanzigsten
und einundzwanzigsten Jahrhunderts und wenn doch, dann
eher nebenbei. Die Gründe für diesen Mangel liegen auf der
Hand. Während sich etwa die antike und gotische Architektur
mit ihrem relativ übersichtlichen Repertoire an baulichen
Detailformen für eine klassifi zierende Erläuterung eignen,
gibt es für einen Großteil der modernen Architektur keine
Schmuckformen, die zu beschreiben und klassifi zieren wären.
Das vorliegende Buch ist seinen Vorgängern naturgemäß
verpfl ichtet. Es behandelt die Architektur der westlichen
Hemisphäre aus der Zeit von der griechischen Antike bis
heute, und es ist gedacht als visueller Führer zu den unterschiedlichen
Ausprägungen der Gestaltung von Bauwerken:
von Wandputzen und Dachkonstruktionen bis zu Säulenformen
und Ziergesimsen. Die zahlreichen Abbildungen sorgen
5
dafür, dass nahezu jedes Element in kommentierten Fotografi
en oder Zeichnungen dargestellt ist. Von Anfang an war
es Absicht, die Schwierigkeiten zu überwinden, die herkömmlich
alphabetisch geordnete Architekturwörterbücher
und Glossaren eigen sind. Infolgedessen haben die Bauwerke
selbst in Fotografi en und Anmerkungen den Vorrang,
der Buchaufbau führt Architektur auf ihre grundlegenden
Anliegen und Elemente zurück.
Das Buch hat vier durch zahlreiche Querverweise verknüpfte
Teile. Das erste Kapitel behandelt zehn Bautypen,
die, wie die Einführung dazu vermerkt, im Verlauf der Architekturgeschichte
in verschiedenen Formen immer wiederkehren.
Zwar unterscheiden sich die Beispiele für jeden
Bautyp hinsichtlich Entstehungszeit und Standort, doch sie
haben bestimmte Merkmale gemeinsam, die jeweils integrale
Bestandteile eines Typus sind. Andere Gebäudegruppen
in diesem Kapitel wurden zusammengestellt gemäß
den Formen, die sich im Laufe der Zeit als beständig erwiesen
haben und Auswirkungen auf viele verschiedene Bautypen
hatten. Auf diese Weise soll das Kapitel eine erste
›Anlaufstelle‹ für den Leser sein, so dass er, wenn er sich
beispielsweise einem öffentlichen Gebäude gegenübersieht,
dort das Beispiel mit den passenden architektonischen
Merkmalen fi nden kann. Von hier aus kann er dann
den verschiedenen ›Wegweisern‹ zu den Kapiteln 2 und 3
folgen, die sich mit bestimmten Elementen eingehender
beschäftigen.
Das zweite Kapitel Baukonstruktion geht davon aus,
dass nahezu sämtliche Architektursprachen in irgendeiner
Weise von der Grundkonstruktion eines Bauwerks abgeleitet
sind. Daher konzentriert sich dieses Kapitel auf grundlegende
konstruktive Elemente, auf Säulen und Pfeiler, Bögen
und moderne Baukörper aus Beton und Stahl – sie kommen
in verschiedenen Formen an einer Vielzahl von Gebäudetypen
als Schlüsselphänomene unterschiedlicher Architektursprachen
vor. Das Kapitel funktioniert ähnlich wie das erste
und weist gleichfalls den Weg zu den anderen Kapiteln, aufgrund
seines größeren Detailreichtums ist es aber auch eigenständig.
Kapital 3 konzentriert sich auf Architekturelemente, auf
die unabhängig von Stil, Maßstab oder Form an allen Bauwerken
anzutreffenden Schlüsselbestandteile: Wände und
Oberfl ächen, Fenster und Türen, Dächer sowie Treppen und
Aufzüge. Neben Gesamtform und Größe eines Bauwerks
ist die Art, in der bestimmte Elemente verwendet werden,
eines der wichtigsten Mittel, durch die ein Gebäude Ausdruck
gewinnen kann.
Das vierte und letzte Kapitel enthält ein gängiges Glossar
mit Querverweisen auf die Stellen, an denen jeder einzelne
Begriff im übrigen Buch bildlich repräsentiert ist. Das
Glossar umfasst nur Stichwörter, die in den ersten drei
Kapiteln erscheinen. Es ist zwar umfangreich, wie das ganze
Buch aber nicht enzyklopädisch. Angesichts der Tatsache,
dass der Schwerpunkt auf dem Sichtbaren liegt, sind viele
Elemente, die zu gewöhnlich verdeckten baulichen Strukturen
gehören, nicht vertreten. Auch ist es wichtig, noch
einmal festzuhalten, dass sich das Buch auf die west liche
Bautradition konzentriert; da in der zweiten Hälfte des zwanzigsten
Jahrhunderts auch die Architektur »global« wurde,
sind gleichwohl einige neuere Beispiele auf genommen, die
außerhalb Europas und dessen Einfl ussbereichs entstanden.
Leser, die sich mit nicht-westlichen Bauwerken beschäftigen
möchten, seien auf die einschlägige Literatur verwiesen.
»Architektur zielt auf Ewigkeit«, bemerkte Christopher
Wren, der große Baumeister im London des siebzehnten
und achtzehnten Jahrhunderts. Es erscheint stimmig, dass
seine St. Paul’s Cathedral, über die Zeiten hinweg Symbol
von Stadt und Nation, diese Beobachtung anschaulich
macht. Zwar werden nur wenige Bauwerke mit dem gleichen
Anspruch an repräsentative Prachtentfaltung errichtet
wie St. Paul‘s, aber die Bauten eines Ortes oder Staats, von
einfachsten ortstypischen bis zu den herausgehobensten,
künden stets vom Selbstverständnis ihrer Erbauer.
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