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Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2011 Transparenz schaffen - Governance stärken
Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2011
Transparenz schaffen - Governance stärken




Kathrin Bock-Famulla, Jens Lange

Verlag Bertelsmann Stiftung
EAN: 9783867933308 (ISBN: 3-86793-330-8)
336 Seiten, paperback, 21 x 27cm, Dezember, 2011

EUR 25,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Frühe Bildung nutzt dem einzelnen Kind und unserer Gesellschaft nur, wenn die Qualität der Bildungspraxis stimmt. Deshalb brauchen wir genügend und hoch qualifiziertes pädagogisches Personal in den Kitas«, so Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Der »Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2011« hat deshalb das Schwerpunktthema »pädagogisches Personal«. Er gibt Auskunft darüber, wie viele Kinder von einer Erzieherin betreut werden, wie das pädagogische Personal qualifiziert ist und was die Bundesländer gegen den drohenden Fachkräftemangel unternehmen. Die aktuellen Daten der dritten Ausgabe stammen aus der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik und einer Befragung aller Länderministerien. 16 Länderprofile mit übersichtlichen Grafiken und Tabellen informieren über Angebote, Rahmenbedingungen und Entwicklungstrends.
Rezension
Der Fachkräftemangel bedroht auch Kindergärten, Kindertagesstätten und sonstige vorschulische Einrichtungen. Deshalb liegt auf diesem Problemfeld der Fokus des diesjährigen Länderreports Frühkindliche Bildungssysteme 2011. Der Report ist wieder um besondere Transparenz über öffentliche Angebote der frühkindlichen Bildung und Betreuung und ihre Wirkungen bemüht. Investitionen in den Bildungsjahren vor der Schule sind die wichtigsten und die effizientesten. Durch das Ländermonitoring wird für die frühkindlichen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote in Deutschland eine Transparenz hergestellt, die es bislang nicht gab, indem ein Überblick über alle sechzehn frühkindlichen Bildungssysteme in den deutschen Bundesländern gegeben wird. Für jedes einzelne Bundesland liegen die wesentlichen Daten und Fakten in einem übersichtlichen Länderprofil vor. Die grafische Aufbereitung der zentralen Informationen erleichtert Politik und (Fach-)Öffentlichkeit eine faktenbasierte Diskussion und kann für politische Entscheidungsprozesse genutzt werden.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Der »Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2011« hat das Schwerpunktthema »pädagogisches Personal«. Er gibt Auskunft darüber, wie viele Kinder von einer Erzieherin betreut werden, wie das pädagogische Personal qualifiziert ist und was die Bundesländer gegen den drohenden Fachkräftemangel unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5

Einführung

Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland 6

Trends der FBBE in Deutschland – zentrale Ergebnisse des Länderreports 2011 8

Teilhabe sichern 8
Investitionen wirkungsvoll einsetzen 20
Bildung fördern – Qualität sichern 21
Literatur und Anmerkungen 31

Der Länderreport im Überblick 32

Ziele und Vorgehen des Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme 32
Die Indikatoren der Länderprofile: methodische und inhaltliche Erläuterungen 33
Literatur und Anmerkungen 42

Länderprofile 45

Baden-Württemberg 46
Bayern 60
Berlin 74
Brandenburg 88
Bremen 102
Hamburg 114
Hessen 128
Mecklenburg-Vorpommern 142
Niedersachsen 156
Nordrhein-Westfalen 170
Rheinland-Pfalz 184
Saarland 200
Sachsen 214
Sachsen-Anhalt 228
Schleswig-Holstein 242
Thüringen 256

Quellenangaben und allgemeine Anmerkungen 270
Tabellen 274


Leseprobe:

Vorwort
Mehr Kinder unter drei Jahren, Erweiterung der Ganztagsangebote,
Weiterentwicklung der Bildungsqualität, intensivere Kooperation
mit Grundschulen, Inklusion von Kindern mit Behinderung
und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Eltern: Dies
sind nur einige der Anforderungen an die Bildungs- und Betreuungspraxis
von KiTas, die allen Kindern gute und chancengerechte
Entwicklungsperspektiven eröffnen soll. In den 16 Bundesländern
sind in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen
unternommen worden, die Rahmenbedingungen von KiTas so
zu verbessern, dass das pädagogische Personal für jedes Kind
förderliche Bildungsangebote schaffen kann. Der Länderreport
2011 zeigt, dass die Personalressourcen in den KiTas kontinuierlich
erweitert worden sind, und zwar mit erheblichem finanziellen
Aufwand. Allerdings besteht, auch in den östlichen Bundesländern,
weiterhin Investitionsbedarf – die Personalschlüssel
für Krippengruppen etwa bewegen sich immer noch in einer
Spannbreite von 1:3 bis 1:7, sodass Kinder je nach Bundesland
sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für ihre Bildungsund
Entwicklungsprozesse erfahren.
Doch nicht nur diese Investitionen sind eine große Herausforderung.
Zunehmend wird allen beteiligten Akteuren bewusst, dass
ausreichende Finanzmittel eine zwar notwendige, aber nicht
hinreichende Bedingung für die Bewältigung der anstehenden
Aufgaben sind. Denn der Erhalt und die Weiterentwicklung der
frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung wird insbesondere
in den nächsten Jahren davon abhängig sein, ob genügend
Fachkräfte für das Berufsfeld KiTa vorhanden sind und ob
sie über die Qualifikationen verfügen, die für eine erfolgreiche
Bildungsarbeit notwendig sind. Chancengerechtigkeit braucht
genügend und qualifizierte Fachkräfte in den KiTas.
Das Fachkräfteangebot wird von einer Vielzahl von Faktoren
beeinflusst: Ist das Berufsfeld für Berufs- oder auch Quereinsteiger
attraktiv? Bestehen ausreichende Ausbildungskapazitäten?
Neben Maßnahmen, die auf die Gewinnung neuen Personals
abzielen, ist es jedoch ebenso notwendig, attraktive Vertragsund
Arbeitsbedingungen für die derzeit Beschäftigten zu schaffen,
damit die Bindung an den Arbeitsplatz gestärkt wird. Für
den Länderreport 2011 sind deswegen alle zuständigen Länderministerien
dazu befragt worden, mit welchen Strategien sie
einem drohenden Fachkräftemangel in KiTas begegnen (wollen).
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Akteure von Land,
Kommunen und Trägern stärker als bislang an einem Strang ziehen
müssen. Dabei sind nicht nur abgestimmte Strategien für
eine verbesserte Personal-Gewinnung zu entwickeln, vielmehr
ist auch insbesondere die Bindung der bereits im Berufsfeld
aktiven Personen stärker in den Blick zu nehmen. Denn befristete
oder auch Teilzeit-Beschäftigungsverhältnisse sind häufig
ebenso wenig attraktiv wie niedrige Vergütungen und erhöhen
das Risiko, dass qualifizierte Fachkräfte in andere Berufsfelder
abwandern. Da KiTas einen gesellschaftlichen Bildungs- und
Betreuungsauftrag erfüllen sollen, sind besonders auch die Länder
und Kommunen angesprochen – sie müssen sich die Frage
stellen, durch welche Rahmenbedingungen sie die Träger
als Arbeitgeber darin unterstützen können, angemessene Vertrags-
und Beschäftigungsbedingungen für das KiTa-Personal zu
gewährleisten.
Bildungssysteme befinden sich in einem permanenten Wandel.
Im Länderreport 2011 sind deshalb weitere aktuelle Themen
in die Länderprofile aufgenommen worden, um den Status
quo und die Entwicklungstrends in den Bundesländern für Politik
und Öffentlichkeit noch transparenter abzubilden. Ganztagsbetreuung
für Primarschulkinder in Hort und Schule, Finanzierungsregelungen
für bedarfsgerechte Ressourcenausstattungen
von KiTas sowie die Form der Elternbeteiligung in KiTas sind
nur einige Beispiele für die Erweiterung des Themenspektrums.
Insbesondere die Situation der pädagogischen Fachkräfte in
KiTas wird differenzierter in den Blick genommen: Die Berufsausbildungsabschlüsse
des pädagogischen Personals, die Aufgabenbereiche
von Hochschulabsolventen, der Beschäftigungsumfang
sowie die Altersstruktur des pädagogischen Personals
und schließlich auch die Qualifikationsprofile der KiTa-Leitungen
werden für jedes einzelne Bundesland mit Daten aus der amtlichen
Kinder- und Jugendhilfestatistik abgebildet. Politik, Verwaltung
und Öffentlichkeit erhalten so mit dem Länderreport
2011 noch differenziertere Daten und Fakten, um Handlungsbedarfe
in den einzelnen Bundesländern zu identifizieren sowie
wirksame Handlungsstrategien zu entwickeln.
Vorwort
Dr. Jörg Dräger
Mitglied im Vorstand
der Bertelsmann Stiftung
Anette Stein
Director
Wirksame Bildungsinvestitionen