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Die Tragweite der Wissenschaft
Die Tragweite der Wissenschaft




Carl Fr. von Weizsäcker (Hrsg.)

S. Hirzel Verlag Stuttgart
EAN: 9783777614014 (ISBN: 3-7776-1401-7)
553 Seiten, hardcover, 14 x 21cm, September, 2006

EUR 38,00
alle Angaben ohne Gewähr

Rezension
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007) zählt zu international anerkanntesten deutschen Wissenschaftlern und Denkern. Der promovierte Physiker lehrte nicht nur theoretische Physik, sondern von 1957 bis 1969 auch Philosophie an der Universität Hamburg („Zeit und Wissen“). Danach wirkte er bis 1980 als Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg („Wege in die Gefahr“). Daneben waren ihm der Weltfriede und der interreligiöse Dialog ein besonderes Anliegen („Der bedrohte Friede“). Weizsäcker strebte in seinem umfangreichen Gesamtwerk eine Philosophie an, die antikem Platonismus („Ein Blick auf Platon“) und moderne Quantenphysik („Aufbau der Physik“) miteinander verbindet („Die Einheit der Natur“).
Bereits in seinen an der Universität Glasgow 1959-1961 gehaCarl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007) zählt zu international anerkanntesten deutschen Wissenschaftlern und Denkern. Der promovierte Physiker lehrte nicht nur theoretische Physik, sondern von 1957 bis 1969 auch Philosophie an der Universität Hamburg („Zeit und Wissen“). Danach wirkte er bis 1980 als Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg („Wege in die Gefahr“). Daneben waren ihm der Weltfriede und der interreligiöse Dialog ein besonderes Anliegen („Der bedrohte Friede“). Weizsäcker strebte in seinem umfangreichen Gesamtwerk eine Philosophie an, die antikem Platonismus („Ein Blick auf Platon“) und moderne Quantenphysik („Aufbau der Physik“) miteinander verbindet („Die Einheit der Natur“).
Bereits in seinen an der Universität Glasgow 1959-1961 gehaltenen „Gifford Lectures“, beschäftigte sich Weizsäcker mit dem Verhältnis von Theologie, Philosophie und moderner Physik. Diese Vorlesungen des Denkers erschienen im Jahre 2006 im „S. Hirzel Verlag“ in siebter Auflage unter dem Titel „Die Tragweite der Wissenschaft“. Mit seinen Ausführungen verfolgte der Philosoph die Intention, „in einen Dialog einzutreten, nicht in erster Linie mit den Spezialisten der berichteten Einzelfächer, sondern mit denjenigen Gebildeten, welche die Ambivalenz unserer heutigen wissenschaftlichen Zivilisation spüren.“(S. XIIIf.) In der ersten Vorlesungsreihe widmet er sich dem Verhältnis von Wissenschaft und Religion, wobei er den Szientismus aufdeckt: „Der Glaube an die Wissenschaft spielt die Rolle der herrschenden Religion unserer Zeit.“(S. 5) Demgegenüber zeigt der Denker die Grenzen der modernen Naturwissenschaft auf.
Weizsäckers 20 Vorlesungen sich auch für den fachwissenschaftlichen Nichtspezialisten verständlich. Sie geben einen guten Überblick die Geschichte der Natur, Grundlagen christlicher Religion, der (natur)wissenschaftliche Revolution in der Frühen Neuzeit, den Hauptvertretern moderner Erkenntnistheorie und über die Wissenschaftstheorie der modernen Physik. Sehr gut gelingt es dem Philosophen auch den für das Verständnis der Quantenphysik zentralen Unterschied zwischen der klassischer Axiomatik von Euklid und der modernen Axiomatik von David Hilbert herauszuarbeiten (S. 269-278). In seinem Buch vermittelt Weizsäcker dem Leser philosophisches Grundwissen, insbesondere aber nimmt er ihn mit auf seinem philosophischen Rundgang.
„Die Tragweite der Wissenschaft“ ist aufgrund ihrer transdisziplinären, gut verständlichen Reflexionen – trotz neuerer wissenschaftlicher Entwicklungen innerhalb der Physik – auch heute noch für den philosophischen Interessierten ein empfehlenswertes Buch.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
In 20 Vorlesungen, gehalten 1959-1961, und zwei Aufsätzen nähert sich Carl Friedrich von Weizsäcker dem Grenzbereich zwischen Naturwissenschaft und Philosophie. Der erste Teil der Vorlesungen behandelt die Schöpfung und Entstehung der Welt, der zweite Teil die Philosophie der modernen Physik. Sein erklärtes Ziel war es, durch diese Vorlesungen in einen Dialog mit all denen zu einzutreten, die die gefährliche Ambivalenz der modernen wissenschaftlichen Zivilisation spürten.

“Es gibt wohl kein zweites Buch, das so kompetent, konzentriert und einfach die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Denkens beim gegenwärtigen Stand der Entwicklung zeigt."
(Stuttgarter Zeitung)

"Der Vorzug des Buches besteht nicht zuletzt in der einfachen Sprache. Weizsäcker baut seine Gedanken ohne Sprünge sorgsam auf; es ist eine Lust, ihm zu folgen."
(Westdeutsche Allgemeine)

7. Auflage 2006. XVIII, 553 S.
Gebunden.

Klassiker
S. Hirzel Verlag
lieferbar
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
zum Abdruck der beiden Vorlesungsreihen VII
Vorrede
Zur ersten Auflage der ersten Vorlesungsreihe XIII
Erster Teil
Schöpfung und Weltentstehung. Die Geschichte zweier Begriffe 1
Erste Vorlesung
Die Wissenschaft und die moderne Welt 3
Zweite Vorlesung
Kosmogonische Mythen 25
Dritte Vorlesung
Schöpfung im Alten Testament 47
Vierte Vorlesung
Griechische Philosophie und Kosmogonie 61
Fünfte Vorlesung
Christentum und Geschichte 89
Sechste Vorlesung
Kopernikus, Kepler, Galilei 115
Siebte Vorlesung
Descartes, Newton, Leibniz, Kant 141
Achte Vorlesung
Die Entwicklung des Lebens 161
Neunte Vorlesung
Astronomie unseres Jahrhunderts 183
Zehnte Vorlesung
Was ist Säkularisierung? 205
Zweiter Teil
Philosophie der modernen Physik 237
Erste Vorlesung
Klassische Mechanik 239
Zweite Vorlesung
Geometrie 263
Dritte Vorlesung
Erfahrung 289
Vierte Vorlesung
Kants Theorie der Erfahrung 319
Fünfte Vorlesung
Logik 345
Sechste Vorlesung
Zeit 367
Siebte Vorlesung
Quantentheorie 393
Achte Vorlesung
Die Logik der Quantentheorie 417
Neunte Vorlesung
Subjekt und Objekt in der Quantenmechanik 443
Zehnte Vorlesung
Die Tragweite der Wissenschaft 471

Descartes und die neuzeitliche Naturwissenschaft 505
Über einige Begriffe aus der Naturwissenschaft Goethes 529