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Byzanz Weltreich der Kunst
Byzanz
Weltreich der Kunst




Neslihan Asutay-Effenberger, Arne Effenberger

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406587023 (ISBN: 3-406-58702-X)
427 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 17 x 25cm, September, 2017, mit 128 Abbildungen, davon 101 in Farbe, 13 Plänen und 2 Karten

EUR 49,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Byzantinische Reich umfasste zeitweise fast den gesamten Mittelmeerraum, und seine Kultur strahlte in ganz Europa. Nirgendwo aber entfaltete Byzanz größeren Glanz als in der Kunst. Dieser großzügig illustrierte Band bietet die erste deutschsprachige Gesamtdarstellung der byzantinischen Kunst seit Jahrzehnten. Eindrucksvoll erzählt er die Geschichte eines Weltreichs, das ohne Kunst nicht denkbar war. Anders als wir heute sahen die Byzantiner ihre Bilder und Bauten nicht nur als schönen Schein. Die Kunst war Teil des politischen Lebens, und man sah sie mit den Augen des Glaubens: die himmlisch entrückten Mosaiken, die Ikonen, welche persönliche Nähe stifteten, und die Kirchenräume, die ein sinnlich-mystisches Erlebnis bereiteten. Arne Effenberger und Neslihan Asutay-Effenberger erschließen die Bildsprache von Byzanz, die wie die „westliche“ Kunst ihre Wurzeln in der römischen Antike hatte. Sie führen vor Augen, wie sehr die byzantinische Kunst Europa geprägt hat, wie sie auf politische Ereignisse, religiöse und kulturelle Umbrüche reagierte und wie sie in ihrer über 1000-jährigen Geschichte eine Vielfalt entwickelte, die staunen macht. So entfaltet der Band ein großartiges Panorama der lange Zeit wichtigsten Kultur des Mittelalters.

Neslihan Asutay-Effenberger ist Professorin für Byzantinische Kunst und Archäologie sowie Türkisch-Islamische Kunst an der Universität Bochum und lehrt derzeit außerdem an der Universität Mainz.

Arne Effenberger war von 1973 bis 1992 Direktor der Frühchristlichbyzantinischen Sammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Ost) und von 1992 bis 2007 Direktor der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst (Bode-Museum) der wiedervereinigten Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 1996 lehrt er als Honorarprofessor Byzantinische Kunstgeschichte an der FU Berlin.
Rezension
Als sich die Macht Roms neigt, sich die Herrschaft nach Osten verlagert und Konstantinopel zur Hauptstadt wird, beginnt eine 1000-jährige Glanzzeit des byzantinischen Reiches, das erst mit der Eroberung durch die Osmanen 1453 n.Chr. ein Ende findet. Während seiner größten Ausdehnung reicht das Byzantinische Reich von Gibraltar am westlichen Ausgang des Mittelmeeres bis an den Kaukasus am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres. Konstantinopel alias Byzanz alias Istanbul steht dabei im Mittelpunkt. Nirgendwo entfaltete Byzanz größeren Glanz als in der Kunst. Die byzantinische Kunst entfaltete sich in einem Zeitraum von über 1000 Jahren in ganz Osteuropa, in großen Teilen Italiens und im südlichen Russland. Die außergewöhnliche Stärke der byzantinischen Tradition sicherte auch nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches Mitte des 15. Jahrhunderts das lange Fortleben dieser Kunst, deren überwältigende Schönheit noch heute bewundert wird. Dieser Band erschließt die Bildsprache von Byzanz, die wie die „westliche“ Kunst ihre Wurzeln in der römischen Antike hatte. Die byzantinische Kunst hat Europa geprägt. Das Buch entfaltet ein großes Panorama der lange Zeit wichtigsten Kultur des Mittelalters: eine Überblicksdarstellung, die alle Epochen der byzantinischen Kunst berücksichtigt.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort

Einleitung

Byzanz – Kunst und Kultur 11
Gesellschaftsstruktur 12
Christentum und Kirche 13
Auftraggeber der Kunst 14
Lebensraum und Außenbeziehungen 15
Endzeiterwartungen und Lebenswirklichkeit 16
Literatur und Sprache 17
Bildung 18
Quellenwert der Kunst 19
Schwerpunkte der Forschung 20
Zeitliche Gliederung 21

KAPITEL 1
Die spätantiken Grundlagen der byzantinischen Kunst
(ca. 200–324)

Kaisertum und römische Gesellschaft 25
Die Religionen im Römischen Reich und das frühe Christentum 27
Frühe christliche Kunstwerke 28
Reichskrise und Tetrarchie 34
Folgen für die Kunst 36
Konstantin I. und das Ende der Christenverfolgungen 39
Konstantinsbogen und Konstantinsporträt 40
Die christliche Basilika 44

KAPITEL 2
Die christliche Spätantike
(324–518)

Konstantin Alleinherrscher 49
Die Gründung von Konstantinopel 54
Ostrom unter der theodosianischen Dynastie (379–457) 62
Kaiserliche Baupolitik 64
Eine Stadtbeschreibung von Konstantinopel 71
Die Konzilien von Ephesos und Chalkedon 73
Kirchliche und profane Bautätigkeit 74
Heiligen- und Reliquienkult 77
Die oströmische Skulptur 78
Pilgerheiligtümer 83
Ende des weströmischen Kaisertums 86

KAPITEL 3
Die Zeit Justinians I.
(518–565)

Der «nie schlafende Kaiser» 89
Der Bauherr 92
Die neue Kirchenarchitektur 93
Die Hagia Sophia 99
Kirchenraum und Liturgie 106
Das Bild im Kirchenraum – Sinai und Ravenna 111
Bild und Bilderkult – die Ikone 118
Christus, Maria, Engel und Heilige 123
Buchmalerei 128

KAPITEL 4
Der Überlebenskampf des Reichs und der Bilderstreit
(565–867)

Verlust des Balkans 131
Herakleios – der neue David? 133
Abwehr der arabischen Invasionen 137
Neue Bildthemen 138
Der erste Diener Gottes 142
Das Trullanum und seine Auswirkungen auf die Kunst 144
Byzanz im Bilderstreit 148
Intellektueller und künstlerischer Aufbruch 151
Die Anastasis 157
Ein Zeugnis der Slawenmission? 159
Die Kreuzkuppelkirche und ihr Dekorationssystem 163
Die Hagia Sophia als neuer Bildort 167

KAPITEL 5
Byzanz unter der makedonischen Dynastie
(867–1056)

Beginn einer neuen Epoche 169
Kaiserliche Bautätigkeit 174
Private Patronage 178
Hauptstadt und Provinz 184
Die Buchkultur 190
Eine kaiserliche Luxushandschrift 195
Ein Buch für das Seelenheil 195
Geschichte in Wort und Bild 198
Reliquienkult im «Neuen Jerusalem» 200
Ikonen aus Elfenbein 206
Auf dem Höhepunkt der Macht 212
Der Azymenstreit 218
Olgas Besuch in Konstantinopel 222
Klosterkirchen und ihre Bildprogramme 222

KAPITEL 6
Die Zeit der Dukai, Komnenen und Angeloi
(1056–1204)

Das bedrohte Reich 231
Alexios I. Komnenos und der erste Kreuzzug 239
Die «Krone» der Komnenen 241
Komnenische Klosterstiftungen 244
Ikonen in der Liturgie und im öffentlichen Kult 251
«Lebende» und «beseelte» Bilder 257
Die Heilsgeschichte als Drama 259
Text und Bild 264
Kirchliche Wandmalerei 267
In die Katastrophe 274

KAPITEL 7
Das Zeitalter der Palaiologen
(1261–1453)

Das lateinische Interregnum (1204–1261) 277
Byzanz im Exil 279
Die Wiedererstellung des byzantinischen Staats 280
Die Erneuerung von Konstantinopel 283
Die Restaurierung der Kirchen und Klöster 286
Das Chora-Kloster 294
Katastrophen und Bürgerkriege 301
Der Hesychiasmusstreit 304
Das Ringen um die Orthodoxie 308
Vielfalt der Ikonenmalerei 310
Ost und West 316
Erkundung von Konstantinopel 320
Ende und Neubeginn 322

KAPITEL 8
Die Wiederentdeckung von Byzanz

Zwischen Ablehnung und Aneignung 325
Reisende und Entdecker 327
Anfänge byzantinischer Kunstbetrachtung in Deutschland 328
Die Überwindung des negativen Byzanzbilds 332
Byzantinische Kunstgeschichte als Universitätsfach 333

Anhang

Glossar 337
Anmerkungen 343
Literaturverzeichnis 372
Bildnachweis 414
Namenregister 416
Register der Länder, Orte und Monumente 424