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Zwei Menschen sind in mir - Ingeborg Bachmann
Die Biografie
Andrea Stoll
Piper Verlag GmbH
EAN: 9783492072755 (ISBN: 3-492-07275-5)
480 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, April, 2026
EUR 26,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Fünfzig Jahre nach ihrem Tod fordern Ingeborg Bachmanns Briefe eine neue Perspektive auf Leben und Werk dieser Autorin, die uns heute aktueller denn je erscheint. Andrea Stolls Biografie beleuchtet das unübersehbare Spektrum Bachmann’scher Ambivalenzen von seinen Ursprüngen her und führt uns vor Augen, wie diese ikonische Dichterin in eine Spirale von Selbstinszenierung und Selbstzerstörung geraten konnte. Dabei stützt Stoll sich neben wissenschaftlichen Recherchen auf Gespräche mit Zeitzeugen und die Auswertung jüngst veröffentlichter Briefe und Tagebucheinträge. Der erfahrenen Bachmann-Forscherin gelingt so eine erste umfassende Biografie, die viele Rätsel dieses Lebens von den Anfängen bis zu ihrem Ende offenlegen kann.
„Einfühlsam, klug und sprachlich funkelnd lässt Andreas Stoll uns Leben und Denken Ingeborg Bachmanns aus nächster Nähe erleben – und fördert dabei überraschend Neues zutage.“Sandra Kegel,FAZ
Dr. phil. Andrea Stoll wurde 1960 bei Frankfurt am Main geboren und hat in Wien und Mainz Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert. 1991 wurde sie mit der Studie zu „Die Erinnerung als ästhetische Kategorie des Widerstandes im Werk Ingeborg Bachmanns“ promoviert und hat im Laufe der Jahre weitere Bücher und Essays über die österreichische Schriftstellerin publiziert. Der von ihr initiierte und 2009 mitherausgegebene Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Paul Celan Herzzeit ist ein internationaler Bestseller und liegt in über zehn Sprachen vor. Von 1992 bis 2007 war sie als Dozentin für deutschsprachige Literatur und Drehbuchentwicklung an der Universität Salzburg tätig. Darüber hinaus hat sie als Autorin und Herausgeberin verschiedenste Bücher, Essays und Drehbücher für Film und Fernsehen verfasst. In ihren Drehbüchern wendet sie sich vorwiegend gesellschaftspolitisch relevanten, biografischen oder gesellschaftlich tabuisierten Themen zu. Ihre Fernseh - und Kinofilme wurden vielfach nominiert und ausgezeichnet. Für die Drehbücher der Filme Familienfest und Aufbruch in die Freiheit wurde ihr 2017 und 2019 der Deutsche Fernsehpreis verliehen.
Rezension
Dieser Tage im Juni 2026 wäre die Lyrikerin Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden; entsprechend erscheinen neue Biographien und Filmporträts (z.B. Ingeborg Bachmann - Jemand, der ich einmal war, mit Sandra Hüller, Regie: Regina Schilling). Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*1926 in Klagenfurt; †1973 in Rom) ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Das Bild Ingeborg Bachmanns in der literarischen Öffentlichkeit erscheint dabei zwiespältig: man zählt sie zu den Klassikern der deutschsprachigen Literatur, interessiert sich aber oft mehr für die Legenden, die sich um ihr Leben und ihre persönliche Erscheinung ranken, als für ihr Werk. Ende der vierziger Jahre war Ingeborg Bachmann Geliebte des wesentlich älteren Wiener Essayisten und Literaturkritikers Hans Weigel. Mit Paul Celan verband sie Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis. Ingeborg Bachmann erhielt 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband "Die gestundete Zeit", 1956 veröffentlichte sie ihren zweiten Gedichtband "Anrufung des Großen Bären", ein Jahr später erhielt sie den Bremer Literaturpreis und wurde Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen. 1958 begegnete sie Max Frisch, für den sie nach Zürich umzog. Die Beziehung hielt bis 1962. Ende 1962 endete die Beziehung mit Frisch; Ingeborg Bachmann verkraftete die Trennung nur schwer und musste sich mehrmals ins Krankenhaus einweisen lassen. 1964 erhielt Ingeborg Bachmann den Büchner-Preis, sie zog 1965 zurück nach Rom (Via Guilia 66), veröffentlichte nur noch selten Gedichte und litt unter Tabletten- und Alkoholabhängigkeit. 1973 verstarb sie 47-jährig an den Folgen eines Wohnungsbrands und ihrer Entzugserscheinungen. Dieses bewegte Leben ist der Gegenstand dieser Biographie; die Autorin zeigt, wie Ingeborg Bachmann in eine Spirale von Selbstinszenierung und Selbstzerstörung geraten konnte: Leben und Werk sind bei Bachmann viel enger verflochten, als es lange den Anschein hatte, so die Überzeugung der Biographin.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Zum 100. Geburtstag der Dichterin
Pressestimmen:
„Andrea Stoll gibt in ihrer Biographie tiefe Einblicke in Bachmanns Autorinnen- Werkstatt (…). Nicht nur für Bachmann-Fans ist dieses Buch unbedingt empfehlenswert.“
Oberhessische Presse
„Grandios erzählt. Was für ein Wurf!“
ORF
„Was für ein Wurf an Biografie, die sich nicht nur richtig gut liest, sondern auch mit Wucht den biografischen Spuren folgt.“
Deutschlandfunk
„man erfreut sich beim Lesen an der feministischen Perspektive der Autorin, die den Machtmissbrauch im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit klar benennt und Bachmanns Frauenfreundschaften und die Solidarität unter den schreibenden Frauen hervorhebt.“
(A) Buchkultur - Das internationale Buchmagazin
„Die besondere Stärke des Buchs liegt darin, das Andrea Stoll das literarische Werk und das gelebte Leben nicht gegeneinander ausspielt, sondern als zwei aufeinander angewiesene Aspekte von Ingeborg Bachmann zeigt und das Urteil den Lesern überlässt. Ganz nebenbei ist das Buch sprachlich so gut geschrieben, dass es selbst ein Stück Literatur geworden ist.“
Schlagworte:
Bachmann, Dichterin, Familie, Gruppe 47, Heinz Bachmann, Klagenfurt, Lebensgeschichte, Lyrikerin, Max Frisch, München, Nachkriegszeit, Paul Celan, Rom, Vater, Weigl, Wien, Zürich
Inhaltsverzeichnis
Grenzgänge zwischen Literatur und Leben.
Ein Vorwort 7
1 Kindheit im Zwischenreich 11
2 Schreiben als Zuflucht 23
3 Schweigen und Verschweigen 37
4 Das Gesetz des Vaters 53
5 Fräulein Niemand 63
6 Schwarzmarkt der Emotionen 85
7 Bachmann und Celan 101
8 Dichterin und Working Girl 125
9 Zwei Königskinder 149
10 Literatur als Beruf 167
11 Der Preis der Freiheit 189
12 Ecco un’artista 203
13 Auf Liebe und Tod 227
14 Mein Vorhaben: Ankommen 247
15 Wir wären ein Unheil füreinander 265
16 Fluchten und Ausweichmanöver 289
17 Ein Drama mit Ankündigung 307
18 Gespensterbriefe und Auslöschung 325
19 Weltbürgerin und Verlorene 341
20 Das Schizoid der Welt 365
21 Todesarten und Doppelexistenz 383
22 Das Ende aller Fluchten 419
Dank 434
Anmerkungen 435
Literatur und Siglen 466
Briefe und Primärliteratur 468
Erinnerungen 472
Weiterführende Literatur 473
Filme (Auswahl) 478
QR-Code zum Personenverzeichnis 479
Bildnachweise 480
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