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Zur Pluralisierung der Aufklärung
Zur Pluralisierung der Aufklärung


Reihe: Mittelweg 36


Hamburger Edition
EAN: 9783868547832 (ISBN: 3-86854-783-5)
176 Seiten, kartoniert, 16 x 24cm, Oktober, 2025

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Wie soll man sich also eine plurale Aufklärung vorstellen? Die kurze und deshalb abstrakte Antwort: als eine eng verwobene Praxis, die gleichermaßen irritiert wie erhellt, affiziert wie analysiert – und die sich ihrer eigenen Situiertheit ebenso bewusst ist wie sie der Versuchung widersteht, Aufklärungen fundamental zu bestimmen oder relativistisch preiszugeben. Christoph Haker / Leon Wolff

Hamburger Institut für Sozialforschung

www.mittelweg36.de
Rezension
Was verbindet man gemeinhin mit der Epoche und dem Projekt der Aufklärung? Den Richterstuhl der Vernunft, Immanuel Kants berühmte Definition vom Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, den Kampf gegen Vorurteile, den Universalismus, das Fortschrittsdenken, die Wissenschaftsorientierung und die Religionskritik. Dabei kommt allerdings die „Dialektik der Aufklärung“, auf die schon Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in ihrem gleichnamigen philosophischen Klassiker aus dem Jahre 1944 hinwiesen, zu kurz. Ebenfalls zu wenig wird in der Öffentlichkeit die Vielfalt sowie die Instrumentalisierung der Aufklärung, zum Beispiel durch neoreaktionäre Bewegungen wie „Dark Enlightenment“, thematisiert.
Diesen Aspekten widmet sich der Band „Zur Pluralisierung der Aufklärung“. Dabei handelt es sich um das Doppelheft 5-6 des 34. Jahrgangs des zweitmonatlich erscheinenden Organs „Mittelweg 36“. Dieses Heft der „Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung“ enthält zehn aufschlussreiche Beiträge von Fachwissenschaftler:innen, insbesondere aus der Soziologie und Philosophie. Acht Aufsätze sind dem Projekt „Aufklärung“ gewidmet. In diesen werden u.a. Kontinuitäten des Antifeminismus seit der Aufklärungsepoche, die instrumentelle Vernunft und die politische Praktiken der dunklen Aufklärung beleuchtet sowie Zusammenhänge zwischen Aufklärung und autoritären Entwicklungen aufgezeigt. Lehrkräfte der Fächer Philosophie und Politik werden durch den vorliegenden Zeitschriftenband motiviert, sich in ihrem Fachunterricht problemorientiert mit dem Projekt „Aufklärung“ auseinanderzusetzen. Lehrer:innen erhalten zudem durch die Beiträge produktive Ideen für Themen und Entwicklungen, über welche die Schüler:innen intensiv diskutieren können.
Fazit: Das „Mittelweg 36“-Doppelheft „Zur Pluralisierung der Aufklärung“ kann allen, die sich für die Vielfalt, Rezeption und Dialektik der Aufklärung in aktuellen politischen Kontexten interessieren, nur zur Lektüre empfohlen werden.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Heft 5-6 Oktober 2025
Zur Pluralisierung der Aufklärung
Zum Heft
»Wie soll man sich also eine plurale Aufklärung vorstellen? Die kurze und deshalb abstrakte Antwort: als eine eng verwobene Praxis, die gleichermaßen irritiert wie erhellt, affiziert wie analysiert – und die sich ihrer eigenen Situiertheit ebenso bewusst ist wie sie der Versuchung widersteht, Aufklärungen fundamental zu bestimmen oder relativistisch preiszugeben. Christoph Haker / Leon Wolff
Inhaltsverzeichnis
Haker, Wolff
Aufklärung, vielfach 3
Doris Schweitzer
Aufklärung vor Gericht. Überlegungen in Anschluss an Ulrich Bröcklings Verdreifachung der Aufklärung 25
Christian Dries
Friedrich Engels und das Gespenst der Masse. Ein Kapitel aus der Hauntologie der Urteilskraft 34
Rebekka Blum
Im Namen der Vernunft? Antifeministische Kontinuitäten seit der Aufklärung 55
Nosthoff, Maschewski
Politik der dunklen Aufklärung. Dark MAGA und die rechtsautoritäre Wende im Silicon Valley 70
Tilman Reitz
Apparate der Aufklärung und das postfaktische Begehren 91
Heller, Hoppe
Aufklärung der Instrumentalität. Zur Kritik und Affirmation instrumenteller Vernunft 112
Stephan Lessenich
Autoritäre Entwirklichung. Vom Ende und Anfang der Aufklärung 132
Manuela Boatcă
Counter-Mapping als Methode. Theoriebildung durch reflexive Praktiken in und zwischen Disziplinen 145
Alexander Hobe
Ortstermin: In der Boulderhalle 164