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Von Jesus zur Christusikone
Helmut Fischer
Michael Imhof Verlag GmbH & Co. KG
EAN: 9783865680259 (ISBN: 3-86568-025-9)
192 Seiten, hardcover, 17 x 25cm, 2005, 35 Farbabbildungen und 8 S/W
EUR 19,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Der Verfasser beginnt seine Führung zur Christusikone bei den Ur-Kunden des christlichen Glaubens. Er nimmt den Leser auf jenen Weg mit, den die junge Christenheit von ihren vielgestaltigen neutestamentlichen Jesuszeugnissen bis zu den Christusdogmen der Kirche gegangen ist. Schließlich zeigt er, wie es vom bildlosen Glauben der ersten Generationen zu christlichen Kultbildern gekommen ist und wie die Christusdogmen in der Christusikone ihre bleibende Bildsprache gefunden haben. Dieser entwicklungsgeschichtliche Hintergrund eröffnet dem westlichen Leser den Blick für die theologischen Tiefen, aber auch für die Grenzen der ostkirchlichen Christusikone.
Rezension
Dieses Buch verfolgt eine interessante Problematik: Wie konnten aus der monotheistisch-bilderfeindlichen Religion des Christentums, die aus dem Judentum erwächst und das alttestamentliche Bilderverbot übernimmt, christliche Kultbilder entstehen, die in der (orthodoxen) Christusikone ihre bleibende Bildsprache gefunden haben? Der Verfasser geht der Fragestellung in zwei umfangreichen Kapiteln nach: In der theologischen Grundlegung wird die Entwicklung bis zum Bilderstreit des 7./8. Jahrhunderts skizziert, wobei immer die Frage im Mittelpunkt steht, wie aus den theologischen Voraussetzungen das Kultbild erwachsen konnte. Im zweiten Teil werden die verschiedenen Christusbildtypen bis zum sich dann verabsolutierenden Christus Pantokrator (Der Allherrscher) in ihrer Entstehungsgeschichte aufgezeigt.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
I THEOLOGISCHE GRUNDLEGUNG 13
Woher haben wir unser Wissen über Jesus? 15
Römische Quellen 15
Jüdische Quellen 16
Christliche Quellen 18
Von welcher Art sind die christlichen Quellen? 19
Wann und wie sind die neutestamentlichen Schriften entstanden? 22
Die Bibel 22
Lebensdaten Jesu 22
Paulus und seine Briefe 23
Die ersten drei Evangelien 24
Die vorauslaufende mündliche Überlieferung 24
Das Markusevangelium 26
Die Evangelien des Matthäus und Lukas 26
Apostelbriefe der zweiten und dritten Generation 29
Der Brief an die Hebräer 30
Die johanneischen Schriften 30
Das Evangelium des Johannes 30
Die drei Briefe des Johannes 32
Die Offenbarung des Johannes 32
Die Einheit in der Vielfalt 33
Welche Wirklichkeit artikulieren die biblischen Sprachformen? 34
Welche Wirklichkeit artikuliert die symbolische Sprache? 38
Die Liebespoesie 39
Metapher und Bildrede 40
Das Gleichnis 42
Die Parabel 43
Wunder und Zeichen 45
Die Legende 48
Der Mythos 49
Zusammenfassendes zur symbolischen Sprache 51
Was sagen die vielen Namen Jesu? 60
Der Messias 61
Der König 62
Der Davidssohn 63
Der Hohepriester 65
Das Opferlamm 66
Der Prophet 67
Der Knecht Gottes 67
Der Hirte 67
Der Menschensohn 68
Der Sohn Gottes 68
Der Herr 73
Der Logos 73
Der Soter/Heiland 75
Weitere Würdenamen 76
Welches Jesusverständnis hat sich durchgesetzt? 77
Jesus in den neutestamentlichen Schriften 77
Das Jesusverständnis der Apologeten des 2. und 3. Jahrhunderts 84
Das Jesusverständnis im 4. Jahrhundert 85
Die Entscheidungen im 4. Jahrhundert 86
Die Entscheidungen des Konzils von Chalcedon 451 88
Wie ist es zu einem Christusbild gekommen? 90
Das Verhältnis Israels und des Judentums zum Bild 90
Das Porträtbild im Toten- und Märtyrerkult der ersten Jahrhunderte 91
Erste Gegenstandssymbole für den Glauben an Christus 96
Antike Personensymbole als Christusbekenntnisse 98
Das öffentlich verborgene Christuszeugnis der Personensymbole 101
Szenische Jesusdarstellungen 102
Gab es Anhaltspunkte für das leibliche Aussehen Jesu? 103
Abgar-Legende 104
Keramidion 105
Kamulianum 105
Diipetes 105
Veronika-Legende 106
In welchem kulturellen Umfeld ist das Christusbild entstanden? 106
Bildverständnis und Kultbild im Hellenismus 106
Das Kaiserbild 107
Das Bildverständnis des Neuplatonismus 108
Welche Probleme werden durch das Christusbild aufgeworfen? 110
Das Christusbild spaltet die christliche Kirche 110
Christusbilder und Bilderkult setzen sich in der Volksfrömmigkeit durch 111
Der Bilderstreit (726-843) 112
Der Ausgang des Bilderstreits 114
Die theologische Begründung der Bilder und der Bilderverehrung 115
Wodurch wird ein Bild zur Ikone? 117
„Ikone" im heutigen Sprachgebrauch des Westens 117
Ein Wort der Umgangssprache wird zum religiösen Fachbegriff 118
Die Bildidee in der orthodoxen Theologie 118
Die Ikone als religiöses Phänomen der Ostkirche 119
Charakteristische Merkmale der Ikonen 121
II. DIE AUTONOMEN CHRISTUSBILDER 123
Das Konzept des Bildteils 125
Christusdarstellungen ohne Porträtabsicht 125
Keine Bilder in den ersten Jahrzehnten 125
Erste Gegenstandssymbole 126
Personensymbole 128
Szenische Darstellungen 130
Anfänge einer Porträtpraxis 131
Porträtbilder im Totenkult 131
Porträtbilder im Märtyrerkult 132
Der Wunsch nach porträtähnlichen Christusbildern 133
Auf der Suche nach einem authentischen Christusbild 133
Die Acheiropoietoi 133
Typologische Vorbilder 134
Bis ins 6. Jahrhundert keine typologische Festlegung 135
Kaiserbild und Christusbild 137
Der Typus des jugendlichen Christus in der theodosianischen Ära 139
Rückgriff auf den Typus des Philosophen 141
Ein Bildtypus setzt sich durch 143
Das Christusbild vom Sinai 143
Kennzeichnende Merkmale des Christusbildes vom Sinai 144
Hilfsvorstellungen zum Bildverständnis der Ikone 148
Der Typus der Pantokratorikone 150
Der thronende Christus 160
Die Symbolik des Thrones 160
Der Thronende als Zentralbild der Deesis 162
Christus inmitten der himmlischen Mächte 164
König der Könige und Hoherpriester 168
Der Alte der Tage 171
Das Mandylion 173
Christus Immanuel 180
Christus das gütige Schweigen 184
Literatur 188
Bildnachweis 190
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