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Sinn- und Werteorientierung
Alexander Noyon, Thomas Heidenreich
Reihe: Standards der Psychotherapie
Hogrefe-Verlag
EAN: 9783801732042 (ISBN: 3-8017-3204-5)
129 Seiten, paperback, 16 x 24cm, Januar, 2026
EUR 24,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Menschen, die ihr Leben nicht an den eigenen Werten orientieren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen und erleben häufig Gefühle der Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Auf die Bedeutung einer werteorientierten Lebensführung für die psychische Gesundheit verweisen zahlreiche psychotherapeutische Ansätze, so z.B. die Logotherapie von Viktor Frankl oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Dieser Band liefert einen Überblick über wissenschaftlich fundierte Konzepte, die sich auf die Themen Werte, (Lebens-)Ziele und Sinn beziehen, und über bewährte Methoden für die Arbeit an der Ziel- und Werteklärung sowie Sinnorientierung.
Zunächst werden verschiedene Modelle und Erklärungsansätze zu den Themen Werte und Sinn vorgestellt und diagnostische Methoden zur Erfassung von Zielen und Werten beschrieben. Anschließend wird auf die Grundprinzipien einer wertezentrierten Gesprächsführung eingegangen und es werden verschiedene prospektive und retrospektive Interventionen erläutert, die die Arbeit mit Werten, Sinn und Lebenszielen unterstützen können. Hierzu werden u.a. die Exploration wichtiger Wertebereiche, imaginatives Arbeiten, der Umgang mit Ziel- und Wertekonflikten sowie der Einsatz von Metaphern und einer Lebenslinie in der therapeutischen Arbeit dargestellt. Zudem wird Bezug auf Ansätze zur Bilanzierung genommen, z.B. im Rahmen eines Lebensrückblicks, sowie auf den Umgang mit Reue über verpasste Lebenschancen eingegangen.
Prof. Dr. Alexander Noyon, geb. 1968. Ausbildungen in Verhaltenstherapie und Logotherapie/Existenzanalyse, als Dozent und Supervisor tätig, seit 2000 begleitend eigene psychotherapeutische Praxis. Seit 2007 Professur für Psychologie in der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Mannheim.
Prof. Dr. Thomas Heidenreich, geb. 1966. Ausbildung in Verhaltenstherapie, als Dozent und Supervisor tätig. Seit 2006 Inhaber der Professur „Psychologie für Soziale Arbeit und Pflege“ an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an der Hochschule Esslingen.
Rezension
Dieser Band aus der Grundlagenreihe "Standards der Psychotherapie" des Göttinger Psychologie-Fachverlags Hogrefe thematisiert Konzepte zu Werten, Zielen und Sinn in der Psychotherapie. Persönliche Werte spielen für die Lebensführung eine bedeutsame Rolle: Wenn diese gelebt werden (können), erhöhen sie die Stabilität und Resilienz, führen zu Sinnerleben und Glück. Wenn Werte im Leben nicht realisiert werden, erhöht sich das Risiko für psychische Störungen, aber auch für Sinnlosigkeitsgefühle und für Einsamkeit. Deshalb brauchen Psychotherapeut/inn/en Kompetenzen, um mit den Themen Werte und Sinn kompetent umzugehen. Dieses Buch gibt einen Überblick über die theoretischen Modelle und Erklärungsansätze, die sich auf die Themen Werte, (Lebens-)Ziele und Sinn beziehen incl. Ansätze zur Diagnostik und Indikationsstellung. Auch Grundprinzipien der Gesprächsführung (Ehrlichkeit, freundliche Zuwendung, Selbstöffnung, Realitätsorientierung, Geduld und Bescheiden-eit) und konkrete Interventionsideen werden vorgesteltn, die bei der Arbeit mit Werten, Sinn und Lebenszielen helfen können.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Dieser Band bietet eine umfassende Darstellung wissenschaftlicher Konzepte zu Werten, Zielen und Sinn in der Psychotherapie. Neben theoretischen Modellen und Diagnostik werden konkrete Methoden zur werteorientierten Gesprächsführung und Intervention beschrieben – von der Exploration zentraler Lebensbereiche über Metaphernarbeit bis hin zu Lebensrückblicken und dem Umgang mit Reue. Zahlreiche Übungen, Anregungen und Werkzeuge ermöglichen eine vielseitige Anwendung.
Dieses Buch richtet sich an:
Ärztliche und Psychologische Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Berater*innen, Klinische Psycholog*innen, Studierende und Lehrende in der psychotherapeutischen Aus-, Fort- und Weiterbildung.
Standards der Psychotherapie
Band 17
Sinn- und Werteorientierung
Prof. Dr. Alexander Noyon, Prof. Dr. Thomas Heidenreich
Die Reihe wird herausgegeben von:
Prof. Dr. Martin Hautzinger, Prof. Dr. Tim Klucken, Prof. Dr. Tania Lincoln,
Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief, Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier
Die Reihe wurde begründet von:
Martin Hautzinger, Kurt Hahlweg, Jürgen Margraf, Winfried Rief
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 1
2 Theoretische Modelle und Erklärungsansätze 5
2.1 Was sind Werte? 6
2.1.1 Das Wertemodell von Shalom H. Schwartz 6
2.1.2 Das Wertemodell von Viktor Frankl 10
2.1.3 Werte im Verständnis der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und der Behavioral Activation 15
2.2 Ziele 18
2.3 Werte und Ziele unter zeitlicher Perspektive 20
2.3.1 Werte und Ziele im Lebensverlauf 20
2.3.2 Perspektiven des Wertebezugs 21
2.4 Werte und ihr Bezug zum Sinn 22
2.4.1 Sinnobjektivismus in der Logotherapie 23
2.4.2 Sinnkonstruktivismus in der Existenzphilosophie 25
2.4.3 Sinnobjektivismus und Sinnkonstruktivismus im Vergleich 25
2.4.4 Sinnobjektivismus und Sinnkonstruktivismus im therapeutischen Kontext 26
3 Diagnostik und Indikation 29
3.1 Überlegungen für die Eingangsphase 29
3.2 Mess- und Erfassungsinstrumente 31
3.2.1 Der „Portrait Values Questionnaire“ von Schwartz (2003) 31
3.2.2 Die Werteliste von Harris (2019) 32
3.2.3 Klärung persönlicher Werte 32
3.2.4 Die Lebenslinie 34
3.2.5 Protokoll täglich gelebter Werte 35
3.2.6 Die Zielerreichungsskala 36
3.3 Indikationsstellung 37
3.3.1 Indikation für wertebezogene Interventionen 37
3.3.2 Störungsbilder 38
3.4 Fortlaufende Evaluation der Ziel- und Werteperspektive 39
4 Grundprinzipien der Gesprächsführung und konkrete Interventionsansätze 42
4.1 Zur therapeutischen Haltung 42
4.2 Interventionen zur prospektiven Arbeit mit Werten 46
4.2.1 Imaginatives Arbeiten 46
4.2.2 Vier-Felder-Schema 50
4.2.3 Exploration wichtiger Wertebereiche 53
4.2.4 Um die Ecke fragen 55
4.2.5 Verhaltensaktivierung: Werte ins Leben holen 56
4.2.6 Metaphern in der Arbeit mit Werten 57
4.2.7 Medien zur Anregung der Auseinandersetzung mit Werten 60
4.2.8 Einsatz der Lebenslinie 61
4.2.9 Erstellen einer „Löffelliste“ 62
4.2.10 Ziel- und Wertekonflikte 64
4.3 Retrospektive Arbeit mit Werten 66
4.3.1 Lebensrückblick nach Butler (Bilanzierung) 67
4.3.2 Dignity Therapy nach Chochinov 69
4.3.3 Reue (Regret) über nicht gelebte Werte 70
4.4 Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen und Einbettung in die Gesamtbehandlung 71
4.4.1 Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen 72
4.4.2 Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen 73
4.4.3 Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell 73
4.4.4 Vereinbaren therapeutischer Ziele 74
4.4.5 Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden 74
4.4.6 Evaluation therapeutischer Fortschritte 75
4.4.7 Endphase: Erfolgsoptimierung und Abschluss 76
4.5 Probleme bei der Durchführung 76
4.5.1 Sozial (un-)erwünschte Werte 76
4.5.2 Verantwortungsverlagerung auf Therapierende 79
4.5.3 Therapieaufgaben werden nicht gemacht 82
4.5.4 Werte- und Zielkonflikte in der therapeutischen Beziehung 85
4.5.5 Mangelnde Ressourcen zur Verwirklichung von Werten und Zielen 89
4.5.6 Einschränkungen, Krankheit und Behinderung erschweren Leben von Werten 92
5 Empirische Evidenzen, Effektivität und Prognose 95
5.1 Ergebnisse zu existenziellen Ansätzen mit Sinn- und Wertebezug 95
5.2 Ergebnisse zu ACT und Behavioral Activation 97
5.2.1 Ergebnisse zur Akzeptanz- und Commitment-Therapie 97
5.2.2 Effektivität von Behavioral Activation 98
5.3 Effektivität werteorientierter Komponenten: Dismantling 98
5.4 Werte- und Sinnbezug als Mediatoren der Symptomreduktion 99
5.5 Langzeiteffekte und Rückfallquoten 100
5.6 Prognose und Misserfolgsraten 100
6 Fallbeispiele 102
7 Weiterführende Literatur 109
8 Literatur 110
9 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen 116
10 Anhang 119
Arbeitsblatt: Klärung persönlicher Werte 119
Werteliste 120
Protokoll täglich gelebter Werte 122
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