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Schreiben in finsteren Zeiten
Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945
Helmuth Kiesel
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406716119 (ISBN: 3-406-71611-3)
1392 Seiten, hardcover, 15 x 23cm, November, 2025
EUR 68,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutete für die deutschsprachige Literatur eine beispiellose Herausforderung. Zweieinhalbtausend Autoren, darunter die besten, mussten Deutschland verlassen. Wer blieb und sich nicht auf die Seite des NS-Regimes stellte, war von Verfolgung bedroht. Trotzdem entstanden Werke von großer zeitgeschichtlicher Repräsentanz und hohem literarischen Rang. Helmuth Kiesel hat die erste Gesamtdarstellung der Epoche aus einer Hand geschrieben. Sie erschließt ein riesiges literarisches Feld zwischen Regimetreue und Exil und vermittelt ein bewegendes, oft erschütterndes Bild jener Zeit.
Rezension
Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Erich Fried, Oskar Maria Graf, Irmgard Keun, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Heinrich Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Robert Musil, Theodor Plievier, Joseph Roth, Anna Seghers, Ernst Toller, Carl Zuckmayer, Arnold Zweig, Stefan Zweig und eine Vielzahl weiterer Schriftsteller:innen mussten oftmals nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 oder beim „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland ihre Heimat verlassen. Sie emigrierten und flüchteten u.a. in die Niederlande, nach Belgien, Frankreich, Spanien, Schweden, in die Schweiz, in die Tschechoslowakei, nach Ungarn, in die Sowjetunion, nach Großbritannien, in die USA, nach Mexiko und Brasilien. Im Exil verfassten die Schriftsteller:innen Texte für dort publizierte deutschsprachige Zeitschriften und Zeitungen: „Aufbau“, „Die Sammlung“, „Das Wort“, „Freies Deutschland“, „Internationale Literatur/Deutsche Blätter“, „Neue Deutsche Blätter“, „Die neue Weltbühne“, „Pariser Tageblatt“ und „Pariser Tageszeitung“. In ihren Arbeiten für die Organe reflektierten die Autor:innen über eine Vielzahl von Themen: Exil, Deutschland, zeitgenössische Ereignisse, Geschichte, jüdisches Schicksal. Dazu verfassten sie unterschiedliche Textsorten wie Feuilletons, Glossen, Erzählungen, Krimimalgeschichten, Märchen, Legenden und Reportagen. Aber es gab auch Schriftsteller:innen, sie sich 1933 bis 1945 neutral, systemkonform verhielten oder in die innere Emigration gingen, wie Erich Kästner.
Eine umfassende Literaturgeschichte der deutschen, schweizerischen und österreichischen Literatur während der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft hat Helmuth Kiesel mit seiner monumentalen Studie „Schreiben in finsteren Zeiten. Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945“ vorgelegt. Publiziert wurde die Monographie im Verlag C.H.Beck. Lehrkräfte der Fächer Deutsch und Geschichte werden durch die folgende Werk motiviert, sich in ihrem Fachunterricht oder in einem fächerübergreifenden Projekt intensiv mit der Literatur deutschsprachiger Exiliant:innen auseinanderzusetzen.
Fazit: Helmuth Kiesels Monographie „Schreiben in finsteren Zeiten“ liefert einen hervorragenden Überblick über die Vielfalt deutschsprachiger Literatur im Zeitraum 1933 bis 1945. Das einzigartige Werk leistet einen zentralen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Kiesel, Helmuth
Schreiben in finsteren Zeiten
Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 - 1945.
Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutete für die deutschsprachige Literatur eine beispiellose Herausforderung. Zweieinhalbtausend Autoren, darunter die besten, mussten Deutschland verlassen. Wer blieb und sich nicht auf die Seite des NS-Regimes stellte, war von Verfolgung bedroht. Trotzdem entstanden Werke von großer zeitgeschichtlicher Repräsentanz und hohem literarischen Rang. Helmuth Kiesel hat die erste Gesamtdarstellung der Epoche aus einer Hand geschrieben. Sie erschließt ein riesiges literarisches Feld zwischen Regimetreue und Exil und vermittelt ein bewegendes, oft erschütterndes Bild jener Zeit.
Die schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Gegenwart verlangte von den Autoren in den Jahren 1933–1945 besondere existentielle Kraft, politische Klarheit und literarisches Darstellungsvermögen. Helmuth Kiesel widmet sich in seiner großen Epochendarstellung der Literatur des Exils und der inneren Emigration, aber auch regimenahen Autoren, ebenso der österreichischen und schweizerdeutschen Literatur. Dabei stellt er die berühmten Werke der Epoche vor, von Anna Seghers’ Das siebte Kreuz bis Thomas Manns Doktor Faustus, von Ernst Jüngers Marmorklippen bis Hermann Hesses Glasperlenspiel – und daneben zahlreiche vergessene Bücher, die literarisch bemerkenswert und historisch aufschlußreich sind. Viele Autoren sahen ihre Hauptaufgabe darin, die «finsteren Zeiten» (Bertolt Brecht), die sie erlebten, geschichtlich zu ergründen und ihnen mit den Mitteln der Literatur entgegenzutreten. Helmuth Kiesel bringt ihre Stimmen in großer Breite und mit einer bisher nicht erreichten Intensität zur Geltung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 21
Erster Teil
Die Machtergreifung (1933 /34) im Spiegel der Literatur 47
Zweiter Teil
Neuordnung der Literaturverhältnisse nach 1933 365
Dritter Teil
Von der Machtergreifung zum Krieg: Die politische
Entwicklung bis 1939 im Spiegel der Literatur 487
Vierter Teil
Die binnendeutsche Literatur der mittleren Jahre (1934–39):
Systemkonforme und neutrale Literatur, Werke der inneren
Emigration und jüdische Literatur 621
Fünfter Teil
Erfahrung Emigration und Exil, Spanienkrieg und Moskauer
Säuberungen 927
Sechster Teil
Binnen- und exildeutsche Zeit- und Geschichtsromane und -dramen 1943
Siebter Teil
Die Literatur der Kriegsjahre 1163
Epilog 1307
Anhang 1319
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