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Rückkehr des Ressentiments?
Stereotype in Medien, Kulturphilosophie und Literatur
Zeitschrift für Deutsche Philologie, Sonderheft zum Band 144
Tillmann Heise, Claudia Oehlschlaeger (Hrsg.)
Reihe: Zeitschrift für Deutsche Philologie
Erich Schmidt Verlag, Berlin
EAN: 9783503242634 (ISBN: 3-503-24263-5)
162 Seiten, paperback, 16 x 23cm, Dezember, 2025
EUR 59,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Das Ressentiment und das Sprechen über Ressentiments erfahren gegenwärtig in gesellschaftspolitischen Debatten, aber auch in wissenschaftlichen Kontexten eine erstaunliche Konjunktur. Diesen Befund nimmt das Sonderheft zum Anlass, um eine neue Perspektive auf den sozialen Affekt des Ressentiments zu erproben: Anders als jüngere Arbeiten zielt das Heft nicht auf makrohistorische Rundblicke oder weitreichende Gegenwartsdiagnosen, sondern wählt ganz bewusst einen mikroskopischen, gleichsam philologischen Ansatz.
Die Beiträge untersuchen an ausgewählten Fallbeispielen aus Literatur, Medien, Kunst und Kulturphilosophie und in Anlehnung an ältere wie jüngere Ressentiment-Theorien die Erzeugung und Distribution ressentimentaler Sprechweisen in ihren literarischen, medialen und materialen Realisationen und binden sie an die Praktiken ihrer je spezifischen Entstehungs- und Verwendungskontexte zurück. Erstmals werden dabei die Affektdynamiken des Ressentiments und die Praktiken der Stereotypenbildung mit ihren jeweils inhärenten Wiederholungslogiken aufeinander bezogen: Das weitet den Blick neben der ‚Rückkehr‘ und Verfestigung von Ressentiments auch auf Möglicheiten ihrer Variation, Subvertierung und Verflüssigung.
Rezension
Vorurteile und Ressentiments bestimmen alle Aspekte des Zusammenlebens und aktuelle politische Probleme werden maßgeblich durch Vorurteile beeinflusst. Besonders die Vorurteilsforschung hat uns vor Augen geführt, wie unser Denken und Handeln von unbedachten und pauschalen Beurteilungen beeinflusst wird. Das führt nicht selten, wie uns die Geschichte zeigt, zu aggressiven Gefühlen, ablehnenden Einstellungen bis hin zu unmenschlichen und gewalttätigen Übergriffen. Dieses Sonderheft der Zeitschrift für Deutsche Philologie wendet sich der Rückkehr des Ressentiments, der Stereotypen, Vorurteile, Feindbilder und Klischees in Medien, Kulturphilosophie und Literatur zu, die lange Zeit als überwunden schienen. Die Beiträge untersuchen an ausgewählten Fallbeispielen aus Literatur, Medien, Kunst und Kulturphilosophie und in Anlehnung an ältere wie jüngere Ressentiment-Theorien ressentimentale Sprechweisen. Zentrale Gehalte des Ressentiments bilden häufig Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Sexualität und Religion, - grundsätzlich aber Vorurteile gegenüber allen möglichen Fremdgruppen.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Mit Beiträgen von Jürgen Brokoff, Nicolai Busch, Tillmann Heise, Marcel Lepper, Claudia Öhlschläger, Anna Maria Spener, Marcus Twellmann und Robert Walter-Jochum
ZEITSCHRIFT FÜR DEUTSCHE PHILOLOGIE
Herausgegeben von
Norbert Otto Eke, Michael Elmentaler, Udo Friedrich,
Eva Geulen, Lothar van Laak, Monika Schausten und Cornelia Zumbusch
144. Band 2025 · Sonderheft
Inhaltsverzeichnis
Tillmann Heise und Claudia Öhlschläger:
Rückkehr des Ressentiments? Stereotype in Medien, Kulturphilosophie und Literatur 1
Marcus Twellmann: Das Ressentiment der Anderen. Postcolonial Revenge mit Pankaj Mishra 13
Marcel Lepper: Gegen Ressentiment: Imagination? Möglichkeiten und Grenzen eines Konzepts 39
Jürgen Brokoff: Ressentiment und die Figur des Außenseiters. Anmerkungen zu Botho Strauß 59
Nicolai Busch: „Kein abstoßenderes Gefühl“. Ressentiment und Ressentiment-Kritik bei Karl Heinz Bohrer 73
Robert Walter-Jochum: Der alte weis(s)e Mann am großen Berg. Bedrohte Männlichkeit, Ressentiment und Kulturkampf in Kilimandscharo-Texten von Matthias Politycki und Arnold Stadler 87
Anna Maria Spener: „One-sided, prejudiced view of Germans“: Das Ressentiment als literarischer Ausdruck jüdischer Antiversöhnlichkeit bei Olga Grjasnowa und Dana Vowinckel 107
Tillmann Heise: „Thomas liebt an Kulturen gerade das Hybride.“ De/Konstruierte Stereotype in Thomas Meineckes „Lookalikes“ (2011) 125
Claudia Öhlschläger: Kritik – Provokation – „Feindbild“. Neo Rauch, Wolfgang Ullrich und die Dynamisierung des Ressentiments 145
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