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Pelze, Gold und Weihwasser.  Handel und Mission in Afrika und Amerika.
Pelze, Gold und Weihwasser.
Handel und Mission in Afrika und Amerika.




Christoph Marx

Reihe: Geschichte erzählt


Primus Verlag
EAN: 9783896783349 (ISBN: 3-89678-334-3)
144 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, September, 2008

EUR 16,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Kannibalen oder »Wilde«? Diese Frage stellten sich nicht nur die Europäer, als sie in Afrika und Nordamerika zum ersten Mal mit den Einheimischen in Kontakt ka­men. Christoph Marx erzählt von dieser Begegnung einander fremder Welten. Dabei bietet er spannende Einblicke in die Lebenswelt von Afrikanern wie Indianern und deren Wahrnehmung der Europäer.
Rezension
"Als die Europäer nach Afrika / Amerika kamen, begegneten sie lauter armen Wilden, denen sie die Segnungen der Zivilisation brachten." So hieß es früher voller Arroganz und Selbstgerechtigkeit. "Als die Europäer nach Afrika / Amerika kamen, begegneten sie lauter glücklichen Menschen, die sie erbarmungslos unterdrückten und denen sie erbarmungslos ihre Zivisation überstülpten." So sagt heute mancher schuldbewusst. Gemeinsam ist beiden Vorstellungen, dass sie davon ausgehen, dass von Anfang an die Europäer "oben" und die ursprünglichen Bewohner der Länder "unten" waren. Christoph Marx zeigt dagegen, dass am Anfang der Begegnung die Beziehung von einem - natürlich nicht spannungsfreien - Geben und Nehmen bestimmt waren. Beide Seiten nahmen eigenständig ihre Interessen wahr und versuchten den Anderen für ihre Interessen auszunutzen. Erst in einer zweiten Phase, wurden dann die Afrikaner/Amerikaner durch Siedler und Kolonialisten marginalisiert. Marx erliegt dabei auch nicht der Versuchung die Zustände vor dem Kommen der Europäer zu idealisieren, behauptet aber auch auf, dass die christliche Mission unter den ursprünglichen Bewohnern des Landes erst dann größeren Erfolg hatte, als sie durch Siedler und Kolonialbeamte unterstützt wurde.
Das Ganze ist lebendig geschildert, so dass man das Buch gerne liest, auch Schülern der Mittelstufe kann man es, z.B. für Referate, schon in die Hand geben.
Verlagsinfo
Kannibalen oder doch nur „Wilde"? Nicht nur die Europäer stellten sich diese Frage, als sie auf den fernen Kontinenten Afrika und Nordamerika ihren Schiffen entstiegen und zum ersten Mal mit den dort lebenden Menschen in Kontakt traten. Auch die Bewohner der fremden Länder befürchteten beim Anblick der europäischen Eindringlinge das Schlimmste, fanden deren Nahrungsgewohnheiten abstoßend, die Kleidung sonderbar.
Am Beispiel von Indianervölkern in Nordamerika und Königreichen im südlichen Afrika erzählt Christoph Marx sehr eindrucksvoll die Geschichte der Begegnungen mit anderen Kulturen, die bestimmt war von Eroberung, Handel und Mission. Die rein europäische Perspektive lässt er hinter sich, und geht dabei in allen Facetten auf die wechselseitige Wahrnehmung der unterschiedlichen Kulturen ein.

Zum Autor:
Christoph Marx, geb. 1957, lehrt als Professor Außereuropäische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Er ist Spezialist für vergleichende Kolonialgeschichte Afrikas und Nordamerikas.
Inhaltsverzeichnis
7 Begegnung mit fremden Welten: Einleitung
12 Glücklose Konquistadoren: Die Portugiesen in Südostafrika
43 Die Katastrophe der Huronen: Pelzhandel und Missionare
75 Der König und der Missionar: Die neue Welt der Ndebele
l05 Vom Handel zur Besiedlung: Aus Indianerland wird British Columbia
136 Opfer der europäischen Expansion?
138 Anmerkungen
142 Literatur
144 Bildnachweis