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Menschenwürdiges Sterben - Funktional differenzierte Todesbilder
Vergleichende Diskursanalyse zu den Bedingungen einer neuen Kultur des Sterbens
Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 2007
Andrea Schaeffer
LIT
EAN: 9783825812119 (ISBN: 3-8258-1211-1)
360 Seiten, paperback, 16 x 24cm, 2008
EUR 34,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Politik und Gesellschaft stehen in Deutschland vor der Aufgabe, die verschiedenen Ansätze zur Gestaltung eines humanen Sterbens zu fördern sowie die Probleme der Bestimmbarkeit eines Sterbens in Würde wahrzunehmen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hierbei mit der Frage, ob die Rede von einer neuen Sterbekultur jenen Bemühungen Rechnung trägt und inwiefern moderne Begleitungskonzepte als Formen einer solchen verstanden werden können. Ausgehend von einer "Ethik der Zwischenmenschlichkeit" sieht sie es gegeben, eine humane Sterbebegleitung zu orientieren, die sowohl die individuelle Gestaltung des Sterbens als auch den Ausbau moderner Versorgungsstrukturen berücksichtigt.
Andrea Schaeffer, geboren 1978 in Hilden, Studium der Kath. Theologie in Bonn und München (1997 - 2003); Mitarbeit am alttestamentlichen Seminar (2000 - 2001) und am Franz-Josef-Dölger-Institut an der Universität Bonn (2001 - 2003); seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Moraltheologie an der Universität Bonn.
Rezension
Lebensanfang und Lebensende sind im 21. Jhdt. nicht nur neu zu definieren, weil nicht mehr recht klar ist, wann Leben beginnt und wann es endet ... - , das Lebensende rückt auch immer weiter nach hinten; die durchschnittliche Lebenserwartung steigt in den Wohlstands-Ländern dieser Erde kontinuierlich an, die Anzahl der Hochbetagten in der Gesellschaft steigt und damit stellen sich neue ethische Probleme, Fragen und Bedürfnisse nach einem menschenwürdigen Sterben. Das Problem wird immer virulenter, ist aber zugleich in Deutschland in bestimmter Weise historisch belastet ("Euthanasie"). Zugleich ergeben sich angesichts der demographischen Entwicklung Probleme der Organisierbarkeit und der Finanzierbarkeit insbesondere von Hospizarbeit und Palliativmedizin.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Studien der Moraltheologie
Herausgegeben von Prof. DDr. Antonio Autiero, Prof. Dr. Josef Römelt
Die Reihe "Studien der Moraltheologie" dient der Publikation und Information zu den aktuellen Fragen theologischer Ethik. Die Dringlichkeit der ethischen Diskussion wird angesichts der politischen und ökologischen Probleme technologischer Zivilisation zunehmend bewusst. Die theoretischen Grundlagen des modernen ethischen Diskurses werden heute vielfach reflektiert. Dazu möchten die Herausgeber durch Monographien und Dokumentationen beitragen, die historisch und systematisch die konkreten ethischen Konfliktfelder in der heutigen Kultur und Gesellschaft aus der Perspektive der Theologie beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5
A. Einleitung 11
1. Die Frage nach der Möglichkeit einer modernen „ars moriendi" als Gegenstand ethischer Reflexion 13
2. Zum modernen Umgang mit Tod und Sterben in öffentlichen und fachwissenschaftlichen Diskursen 19
2. 1 Eckpunkte der gesellschaftspolitischen Diskussion in Deutschland: Legalisierung aktiver Sterbehilfe und gesetzliche Regelungen zur Patientenverfügung 20
2. 2 Thanatosoziologie als Reflexion und Hospiz-/Palliative-Care-Forschung als Institutionen verankerte Konzeption des heutigen Umgangs mit Sterben und Tod in Deutschland 25
3. Zur methodischen Vorgehensweise 37
B. Die Möglichkeit einer modernen Kultur des Sterbens aus soziologischer Perspektive 41
1. Der Gesprächspartner 41
2. Funktionale Differenzierung der Gesellschaft — Verlust verbindlicher Todesbilder. 48
3. Verdrängung oder Geschwätzigkeit des Todes? 53
3. 1. Die Verdrängung des Todes 56
3. 1. 1 Die These 56
3. 1. 1. 1 Erkenntnistheoretische und geistesgeschichtliche Vorüberlegungen 58
3. 1. 1. 2 Soziale Verdrängung des Todes als Strukturmerkmal moderner
3. 1. 2 Gesellschaftskritische Intention 75
3. 1. 2. 1 Kriterium der Kritik: Das existentielle Bedürfnis nach Sinndeutung des Todes 77
3. 1. 2. 2 Modernes „memento mori" durch interpersonale Kommunikation 80
3. 2 Die Geschwätzigkeit des Todes 86
3. 2. 1 Die These 86
3. 2. 1. 1 Systemtheoretisches Programm: Offenheit durch Geschlossenheit 88
3. 2. 1. 2 Der Tod als Parabel auf Geschlossenheit und Offenheit 100
3. 2. 2 Gesellschaftskritische Intention 111
3. 2. 2. 1 Im Abstand zur klassischen Diskussion um das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft 114
3. 2. 2. 2 Kommunikationsanalyse als Kritik moralischer Integrationsbestrebungen 120
C. Palliativmedizin als moderne Form der Institutionalisierung des Sterbens 127
1. Der Gesprächspartner 127
1. 1 Palliativmedizin und Hospizarbeit in Deutschland — Anmerkungen zu Gemeinsamkeiten und Differenzen 130
1. 2 Die Repräsentanten des palliativmedizinischen Diskurses in Deutschland 134
1. 2.1 Palliativmedizin als Konzept im Blick 135
1. 2. 1. 1 Der palliativmedizinische Ansatz Klaschiks u.a 135
1. 2. 1. 2 Das Zentrum für Palliativmedizin am Bonner Malteser-Krankenhaus 137
1. 2. 1. 3 Weitere Bezugspunkte 139
1. 2. 2 Palliativmedizin auf der Ebene umfassenderer institutioneller Strukturen 140
1. 2. 2.1 Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) 140
1. 2. 2. 2 Weitere Wirkungsbereiche 143
2. Palliativmedizin als Konzeption einer modernen Praxis im Umgang mit Sterben und Tod 146
2. 1. Definitionen und zentrale Inhalte des palliativmedizinischen Behandlungskonzeptes 146
2. 2 Detaillierte Analyse 150
2. 2. 1 Das ganzheitliche Behandlungskonzept 151
2. 2. 1. 1 Inhaltlicher Ausgangspunkt: Ganzheitliche Sicht des Behandlungsbedarfs als Ausdruck der ganzheitlichen Sicht des Menschen 153
2. 2. 1. 2 Organisatorische Entsprechung: Interdisziplinäre /multiprofessionelle Teamarbeit in verschiedenen Organisationsformen 171
2. 2. 1. 3 Lebensqualität als Leitziel und Qualitätssicherung als Basis der inhaltlichen Gestaltung und organisatorischen Umsetzung des ganzheitlichen Behandlungskonzeptes 183
2. 2.1.4 Zwischenfazit 190
2. 2. 2 Kommunikation 192
2. 2. 2. 1 Zur Bedeutung des Themas Kommunikation für die palliativmedizinische Behandlung 192
2. 2. 2. 2 „Kommunikative Kompetenz" als Basis der Behandlung 195
2. 2. 3 Ethik 202
2. 2. 3. 1 Zur Bedeutung der Ethik für die Palliativmedizin 203
2. 2. 3. 2 Inhaltliche Merkmale der „palliativmedizinischen Ethik" 208
2. 2. 3. 3 Ethische Probleme und Konflikte in der Palliativmedizin 217
3. Palliativmedizin als gesellschaftliche Aufgabe 226
3. 1 Palliativmedizin als Kritik des modernen gesellschaftlichen Umgangs mit Tod und Sterben 226
3. 2 Die Etablierung der Palliativmedizin in Gesundheitswesen und Gesellschaft 233
D. „Ethik der Zwischenmenschlichkeit" als Ausgangspunkt einer modernen Sterbekultur 245
1. Metareflexion der Analyse der ausgewählten Diskurse 248
1. 1 Die Perspektive der Differenz: der Beitrag Nassehis u.a./Zweiter Gang 248
1.1.1 Gesellschaftlich bedeutsame und existentiell relevante Deutung des Todes in der Moderne 249
1.1.2 Preisgabe der Option auf moderne Gestaltung eines humanen Sterbens, Organisation des Unorganisierbaren? 257
1. 2 Die Perspektive der Integration: der Ansatz der Palliativmedizin/Zweiter Gang263
1. 2. 1 Individuell angemessene Sterbebegleitung in multiprofessionellen Organisationsstrukturen 264
1. 2. 2 Palliativmedizin als moderne Sterbekultur? 269
2. Zur Bedeutung des Phänomens ethischer Intersubjektivität im Rahmen der
Bestimmung von Möglichkeiten und Grenzen einer modernen „ars moriendi" 275
2. 1 Der Beitrag Martin Bubers: Intersubjektivität als dialogisches Verhältnis 211
2. 1. 1 „Ich und Du" als Grundlegung der buberschen Dialogik 288
2. 1. 2 Momente der dialogischen Ethik im Anschluss an Buber 293
2. 2 Dialogische Strukturen im Kontext der Sterbebegleitung 303
3. Selbstverständnis, Auftrag und strukturelle Valenz des christlichen Glaubens in Bezug auf eine humane Gestaltung des Lebensendes 316
E. Fazit 323
Literaturverzeichnis 328
Abkürzungen 353
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