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Konrad Adenauer
Kanzler nach der Katastrophe
Norbert Frei
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406837234 (ISBN: 3-406-83723-9)
317 Seiten, hardcover, 15 x 22cm, Oktober, 2025
EUR 29,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
„Ich habe mich nicht beirren lassen.“
Konrad Adenauer, 1965
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst.
Rezension
Zu Recht wurde Konrad Adenauer (1876-1967) zu seinem 150. Geburtstag in der Öffentlichkeit in Publikationen gewürdigt. Welches sind die historischen Verdienste und Leistungen des ersten Kanzlers der Bundesrepublik? Lässt sich seine Regierung als Kanzlerdemokratie adäquat beschreiben? Wie agierte er als Oberbürgermeister von Köln? Welche Erfahrungen musste der von den Nazis abgesetzte Politiker im Dritten Reich machen? Spielte der Katholizismus für den konservativen Politiker eine Rolle? Ist die deutsch-französische Verständigung ein bleibender Verdienst Adenauers? Wie gelang dem Gründungskanzler die Westintegration Deutschlands? Vernachlässigte er in seiner 14jährigen Kanzlerschaft die Förderung einer demokratischen Kultur und einer progressiven Sozialpolitik? War Adenauer ein autokratischer Parteiführer? Besitzt Adenauers politisches Denken und Handeln heutzutage noch Aktualität?
Historisch fundierte Antworten auf diese Fragen liefert Norbert Frei (*1955) in seinem neuen Buch „Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe“, erschienen 2025 bei C. H. Beck. Mittlerweile liegt das gut lesbare Werk in der dritten Auflage vor. Bekanntheit erlangte der emeritierte Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena durch seine Beiträge in der Süddeutschen Zeitung und insbesondere durch seine Bücher „Der Führerstaat“(1987), „Vergangenheitspolitik“(1996), „Karrieren im Zwielicht“(2001), „1945 und wir“(2005), „1968“(2008) und „Im Namen der Deutschen“(2023). Schwerpunkt von Freis Forschungen bildet der Umgang der Deutschen mit der NS-Vergangenheit. Dieses beleuchtet der Wissenschaftler auch differenziert in seinem Adenauer-Porträt. Der Historiker zeigt die Handlungsspielräume Adenauers auf und wie er diese - oftmals gegen Widerstände - genutzt hat. Frei charakterisiert Adenauer als großen Staatsmann des 20. Jahrhunderts, der sich durch seine Führungsstärke und seinen Einsatz für Europa auszeichnete. Geschichtslehrkräfte werden durch das vorliegende Buch motiviert, sich mit dem Gründungskanzler und dessen Politik problemorientiert auseinandersetzen.
Fazit: Mit seinem neuen Bestseller „Konrad Adenauer“ leistet Norbert Frei einen wichtigen Beitrag zur historischen Aufklärung in der Öffentlichkeit über den ersten Bundeskanzler. Zugleich erinnert er an die Bedeutung seines Engagements für Europa in einer durch Krisen geprägten Zeit.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Frei, Norbert
Konrad Adenauer
Kanzler nach der Katastrophe. Biographie.
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst.
In seiner schlanken, elegant geschriebenen Biographie schildert Norbert Frei Leben und Leistung des ersten Bundeskanzlers aus der Perspektive der Gegenwart. Er beschreibt Konrad Adenauers politische Stationen vom Kölner Oberbürgermeister der Weimarer Republik über die Zeit des Dritten Reiches bis zum zupackenden Gründungskanzler. Vor allem aber analysiert er Adenauers Politik nach der deutschen Katastrophe: die unbedingte Westbindung, die der Kanzler gegen zahlreiche Widerstände und Hindernisse durchsetzte, aber auch seine gravierenden Versäumnisse bei der Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur. Frei stellt uns einen konservativen Katholiken, einen autokratischen Parteiführer, einen skrupellosen Taktiker, einen weitblickenden Europäer und einen seinem eigenen Volk mit viel Skepsis, ja Misstrauen begegnenden Deutschen vor – einen der großen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts.
Inhaltsverzeichnis
Warum Adenauer?
– 7 –
I. Bürger in Köln
– 13 –
Jahre des Aufstiegs 15 – Oberbürgermeister der «Metropole
der Rheinlande» 20 – Adenauer, die Nazis und das Ende der
Weimarer Republik 25
II. Im «Dritten Reich»
– 33 –
«Rausch gegen Adenauer» 36 – Leben im Abseits 45 –
Adenauer, der Widerstand und die Erfahrungen im Krieg 52
III. Neuanfang 1945
– 59 –
Komplikationen in Köln 62 – Wieder Partei, aber anders 70 –
Im Parlamentarischen Rat 83
IV. «Provisorium» Bonn
– 95 –
Koalitionsbildung und Kanzlerwahl 98 – Der Kanzler, das
Kabinett und die Hohen Kommissare 105 – Die Zukunft der
Vergangenheit 112 – Um Sicherheit und Souveränität 122 –
Kanzler vor Flusslandschaft mit Globke 138
V. Kanzlerdemokratie
– 153 –
Wahlkampf auf amerikanisch 155 – Verankerung im Westen
167 – Expedition nach Osten 177 – Autoritäre Machenschaften und ein totaler Sieg 185 – Die deutsche Frage und der Preis
der Freiheit 197
VI. Abschiedskämpfe
– 209 –
Kanzlerdämmerung 212 – Der «Alte», die Mauer und die
letzte Wahl 226 – Finale mit Frankreich 237 – Unruhe und
spätes Leid 245
Der Patriarch
– 265 –
Anhang
Nachwort und Dank 279 – Anmerkungen 281 – Quellen und
Literatur 299 – Abbildungsnachweis 311 – Namenverzeichnis 31
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