|
|
|
|
Kafkas Kochbuch
Franz Kafkas vegetarische Verwandlung in 544 Rezepten
Eva Gritzmann, Dennis Scheck (Hrsg.)
Klett-Cotta
EAN: 9783608966657 (ISBN: 3-608-96665-X)
448 Seiten, hardcover, 18 x 25cm, August, 2025
EUR 35,00 alle Angaben ohne Gewähr
|
|
Umschlagtext
»Kafka war seiner Zeit in dem, was er über Menschen schrieb, weit voraus. Wie sich herausstellt, hatte er auch ein prophetisches Verständnis von Risi-Pisi, Spargel-Pudding, Gebackener Pastinak und unzähligen anderen vegetarischen Gerichten.« Donna Leon
Franz Kafka trieb mit seinen Ernährungsgewohnheiten alle in den Wahnsinn. Das lag an seinem legendären Kochbuch. Der Literatur- und Gastrokritiker Denis Scheck und die Ärztin Eva Gritzmann geben dieses außergewöhnliche und heute völlig vergessene, vegetarische Kochbuch neu heraus. In einer bibliophilen Ausstattung mit zahlreichen Abbildungen ist »Kafkas Kochbuch« ein ideales Geschenkbuch für jeden, der Kafka kennt oder einfach gern gut isst.
Rezension
Franz Kafka (1883-1924) zählt zu den weltweit bekanntesten Autoren, die im schulischen Deutschunterricht zu Recht intensiv behandelt werden und Gegenstand der Abiturprüfung sind. Im Fach Deutsch werden vielfach seine Erzählungen „Das Urteil“, „Die Verwandlung“, „In der Strafkolonie“, „Ein Landarzt“, „Ein Hungerkünstler“, der Roman „Der Prozess“ oder der berühmte „Brief an den Vater“ gelesen und interpretiert. Kafka selbst deckt in seinem Œuvre analytisch scharf die Isolation des modernen Menschen auf, seine Entfremdung von sich, seinen Mitmenschen und der Welt. In glasklarer Sprache beschreibt er dessen Versuche der Existenzbewältigung. Auf Seiten der Schüler:innen erfreuen sich Kafkas Werke einer großen Beliebtheit, weil sie sich von seinen Arbeiten angesprochen fühlen.
Wenig bekannt dagegen ist, welche Rolle die vegetarische Ernährung in seinem Leben spielte und in wie fern diese Eingang in seine Literatur fand. Die Erzählung „Ein Hungerkünstler“ verweist schon explizit im Titel darauf hin; auch in anderen literarischen Arbeiten, in seinen Briefen und Aufzeichnungen finden sich von Kafka Reflexionen über die richtige Ernährung. In Kafkas berühmten „Brief an den Vater“ heißt es beispielsweise: „Was auf den Tisch kam, mußte gegessen werden, über die Güte des Essens durfte nicht gesprochen werden“. Zum Abschluss seines zweiwöchigen Urlaubs im Dresdener Sanatorium 1903 erhielt Kafka ein Kochbuch geschenkt, nämlich das „Hygienische Kochbuch zum Gebrauch für ehemalige Kurgäste von Dr. Lahmanns Sanatorium auf weißer Hirsch bei Dresden“. Daran musste sich Kafkas Köchin orientieren.
Ein Reprint von „Kafkas Kochbuch“, der 12. Auflage aus dem Jahre 1907, haben Eva Gritzmann, Ärztin in Stuttgart, und Dennis Scheck, bekannter Literaturkritiker und Moderator der Buch-Fernsehsendung „Druckfrisch“, bei Klett-Cotta herausgegeben. Die bibliophile Ausgabe trägt den Untertitel „Franz Kafkas vegetarische Verwandlung in 544 Rezepten“. Neben dem Nachdruck des Kochbuchs enthält der Band eine Einleitung zur Thematik sowie Kafkas Erzählung „Ein Hungerkünstler“. Gritzmann und Scheck setzen die einzelnen Kategorien von Gerichten mit ausgewählten Stellen aus dem Œuvre Kafkas in einen fruchtbaren Dialog. Zudem haben die Herausgeber einen anderen Aufbau des Kochbuchs gewählt und den um die Jahrhundertwende verbreiteten Ausdruck „Beiguss“ durch das heute geläufige „Sauce“ ersetzt. Man findet in dem vegetarischen Kochbuch u.a. 31 Suppen, 15 Kaltschalen, 58 Gemüsegerichte, 29 Salate, 24 Gerichte mit Klößen, 19 Vorschläge für Schnitten, 27 Pudding-Arten, 21 Eierkuchen, 22 Kartoffelspeisen, 43 Kompotts sowie 108 Mehlspeisen, darunter viele Kuchenvariationen. Außerdem enthält das Kochbuch einen Speisezettel mit jahreszeitenspezifischen Gerichten. Schon beim Blättern durch das Buch kann einer und einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Neben klassischen, bekannten vegetarischen Gerichten wie zum Beispiel die Spargelsuppe, panierter Blumenkohl, Stachelbeerkuchen oder Windbeutel sind in dem Kochbuch auch heutzutage weniger bekannte zu entdecken wie Ägyptischer Kloß, Meraner Pudding, Laubfrösche oder Reineclauden-Kompott.
Fazit: „Kafkas Kochbuch“ kann allen Freund:innen des Weltliteraten und der vegetarischen Ernährung nur zur Anschaffung empfohlen werden. Es demonstriert die Vielfalt der vegetarischen Küche und macht Lust, das eine oder andere Gericht auszuprobieren.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
»Kafka war seiner Zeit in dem, was er über Menschen schrieb, weit voraus. Wie sich herausstellt, hatte er auch ein prophetisches Verständnis von Risi-Pisi, Spargel-Pudding, Gebackener Pastinak und unzähligen anderen vegetarischen Gerichten.« Donna Leon
Franz Kafka trieb mit seinen Ernährungsgewohnheiten alle in den Wahnsinn. Das lag an seinem legendären Kochbuch. Der Literatur- und Gastrokritiker Denis Scheck und die Ärztin Eva Gritzmann geben dieses außergewöhnliche und heute völlig vergessene, vegetarische Kochbuch neu heraus. In einer bibliophilen Ausstattung mit zahlreichen Abbildungen ist »Kafkas Kochbuch« ein ideales Geschenkbuch für jeden, der Kafka kennt oder einfach gern gut isst.
Neben Thomas Mann und Rainer Maria Rilke war auch Franz Kafka Gast in Dr. Lahmans Sanatorium bei Dresden. Er lernte dort das »Hygienische Kochbuch zum Gebrauch für ehemalige Kurgäste« kennen und damit eine Küche, die ins Herz unserer modernen Ernährungsmedizin zielt. Es macht Lust auf Kochen und Genießen und ein detaillierter Jahresplan vereinfacht die abwechslungsreiche und saisonale Ernährung. In der von Eva Gritzmann und Denis Scheck herausgegebenen und mit einem Vorwort versehenen Ausgabe, stellen die beiden auch die Beziehungen zum Werk Kafkas her. Ganz nebenbei liefern sie so auch einen Schlüssel zu Kafkas Leben und seinen literarischen Texten vom »Hungerkünstler« bis zum »Brief an den Vater« mit.
Inhaltsverzeichnis
Einer kämpft eben bei Marathon,
der andere im Speisezimmer 7
HYGIENISCHES KOCHBUCH
Zum Gebrauch für ehemalige Kurgäste
von Dr. Lahmanns Sanatorium
aufWeißer Hirsch bei Dresden 53
Speisezettel für das ganze Jahr 389
Alphabetische Reihenfolge der Rezepte 405
Verzeichnis der Vorspeisen, Gemüse, Salate,
Kompotts, Saucen und Nachspeisen 419
Franz Kafka, Ein Hungerkünstler 429
Über die Herausgeber 439
Editorische Notiz 441
Bibliographie 443
|
|
|