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KRAFTWERK Die Mensch-Maschine
KRAFTWERK
Die Mensch-Maschine




Carsten Brocker

Edition Text und Kritik
EAN: 9783967077179 (ISBN: 3-9670771-7-9)
448 Seiten, kartoniert, 15 x 23cm, April, 2023

EUR 59,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
KRAFTWERK Die Mensch-Maschine

Die historischen Leistungen KRAFTWERKs auf dem Feld der populären elektronischen Musik haben mittlerweile zu zahlreichen musikjournalistischen und kulturwissenschaftlichen Publikationen geführt, die die Gruppe vor allem als multimediales Gesamtkunstwerk begreifen und zu analysieren versuchen.

Die bis dato allenfalls am Rande behandelte Frage, was das Besondere der Musik der Gruppe in kompositorischer und/oder klangästhetischer Hinsicht eigentlich ausmacht, ist Thema des Buches – wobei analog zum Mensch-Maschine-Konzept KRAFTWERKs die Wechselwirkung zwischen Komposition und Instrumentarium permanenter Gegenstand der chronologisch angelegten musikalischen Analyse ist.

Die bis heute andauernde Karriere der Gruppe umfasst einen Zeitraum von nunmehr über 50 Jahren. Das Buch ist dadurch nicht nur eine Abhandlung über KRAFTWERK, sondern ebenso ein umfassendes Dokument sowohl der Entwicklung der Studiotechnik als auch der Entwicklung der populären elektronischen Musik überhaupt.
Rezension
„Autobahn“(1974), „Radio-Aktivität“(1975), „Trans Europa Express“(1977), „Die Mensch-Maschine“(1978), „Computerwelt“(1981), „Electric Café“(1986), „The Mix“(1991), „Tour de France. Soundtracks“(2003). Mit diesen acht zeitlosen Alben hat die Düsseldorfer Gruppe „Kraftwerk“ Musikgeschichte geschrieben. 2013 performten sie diese Werke live im Museum of Modern Art in New York, später auch in der Düsseldorfer Kunstsammlung, im Londoner Tate Modern und im Opernhaus in Sydney.
Aber was sind Kraftwerk eigentlich? Vorreiter des Pop, Elektro, House und Techno, Metaband, Medienmusiker, Konzeptkünstler, „Architekten der Musik“(Alexander Kluge), „Musikarbeiter in einem elektronischen Garten“(Ralf Hütter), Vertreter des Retro-Futurismus oder ein „audiovisuelles Gesamtkunstwerk“(Uwe Schütte)? Antworten auf diese Fragen liefert die Dissertation „Kraftwerk. Die Mensch-Maschine“ von Carsten Brocker, erschienen in der Edition Text und Kritik. Der Verfasser, studierter Musiker und Musikpädagoge der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (Dresden), lehrt als Dozent an der privaten Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences. Außerdem ist er seit 2014 der Keyboarder bei der Münsteraner Popgruppe „Alphaville“ und deren Musical Director.
Differenziert werden in Brockers Buch das kompositorische Profil von Kraftwerk beleuchtet, ihre Werke historisch kontextualisiert und deren Rezeption verdeutlicht. Brocker demonstriert präzise den Zusammenhang zwischen der Studiotechnik von Kraftwerk und ihren Alben. Lehrkräfte der Fächer Musik, Philosophie und Ethik werden durch die fundierten Ausführungen angeregt, das Gesamtkunstwerk Kraftwerk in ihrem Fachunterricht oder in einem fächerübergreifenden Projekt zu würdigen. Dabei lässt sich sehr gut aufzeigen, dass „Musik als Träger von Ideen“ zu begreifen ist, so Kraftwerk in ihrem Song „Techno Pop“(1986).
Fazit: Für Kraftwerk-Fans ist das Buch von Carsten Brocker „Kraftwerk. Die Mensch-Maschine“ ein Muss. Die Monographie ist auch von Interesse für alle, welche die Musikgeschichte der letzten 50 Jahre verstehen möchten, wird in dieser doch zu Recht der avantgardistische und singuläre Beitrag von Kraftwerk zur europäischen Kulturgeschichte gewürdigt.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
"Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Kraftwerk gar nicht wussten, wie wichtig sie für die schwarzen Massen '77 waren, als ihr 'Trans Europa Express' rauskam. Ich dachte sofort: Das ist eine der irrsinnigsten und besten Platten, die ich je gehört habe. [...] Was Computer und das Zeugs alles können!"
Diese Worte des US-amerikanischen DJ-Urgesteins Afrika Bambaataa reihen sich beispielhaft ein in den gegenwärtigen musikjournalistischen und -wissenschaftlichen Diskurs, welcher der Düsseldorfer Gruppe KRAFTWERK große historische Leistungen auf dem Feld der populären elektronischen Musik zuschreibt. Unbestritten dienen KRAFTWERK durch ihren musikalisch-technologischen Innovationsgeist bis heute unzähligen Musikschaffenden als Inspirationsquelle. Die bis dato allenfalls am Rande behandelte Frage, was das Besondere der Musik der Gruppe in kompositorischer und/oder klangästhetischer Hinsicht eigentlich ausmacht, ist Thema des Buches – wobei analog zum Mensch-Maschine-Konzept KRAFTWERKs die Wechselwirkung zwischen Komposition und Instrumentarium permanenter Gegenstand der chronologisch angelegten musikalischen Analyse ist.
Die bis heute andauernde Karriere der Gruppe umfasst einen Zeitraum von nunmehr über 50 Jahren. Das Buch ist dadurch nicht nur eine Abhandlung über KRAFTWERK, sondern ebenso ein umfassendes Dokument sowohl der Entwicklung der Studiotechnik als auch der Entwicklung der populären elektronischen Musik überhaupt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 9
1.1 Aufgabenstellung 9
1.2 Quellensituation 12
1.3 Zur Problematik der musikalischen Analyse in der Popularmusik 14
1.4 Terminologische Unschärfe innerhalb der Popularmusik 18

2 Voraussetzungen 23
2.1 Krautrock – zur Situation der Rockmusik Ende der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland 23
2.2 Exkurs: Der Einfluss der Studiotechnik auf den Wandel des Stellenwerts des Parameters Sound 27
2.2.1 Die Entwicklung der Studiotechnik 28
2.2.2 Der spannungsgesteuerte Synthesizer und Switched-On Bach 31
2.3 Die Pioniere des Krautrocks 35
2.3.1 AMON DÜÜL 36
2.3.2 Die Kosmische Musik und das Ohr-Label von Rolf-Ulrich Kaiser 40
2.3.2.1 POPOL VUH 41
2.3.2.2 TANGERINE DREAM 45
2.4 Die Avantgarde vom Rhein – CAN und ORGANISATION 54
2.4.1 CAN – Krautrock Stockhausen'scher Prägung? 54
2.4.2 ORGANISATION – die musikalische Findungsphase von Ralf Hütter und Florian Schneider 63
2.4.3 Tone Float – Entstehung, Textur und Positionierung innerhalb der Musikgeschichte 70
2.4.4 Tone Float – musikalische Analyse 75

3 Experimentelle Phase – von Kraftwerk bis Ralf und Florian 79
3.1 Vorbemerkung 79
3.2 Voraussetzungen: Studiotechnik – Produzent 80
3.2.1 Studiotechnik als Klangfetisch – die Wertigkeit des Produzenten 80
3.2.2 Phil Spector – Erfinder des Wall of Sound 82
3.2.3 George Martin – Musiker und Produzent 83
3.2.4 Brian Wilson – Prototyp einer neuen Generation von Musikschaffenden 83
3.2.5 Joe Meek – Pionier des Homerecordings 86
3.2.6 Die deutsche Studiolandschaft in den 1960er Jahren – ein Kampf der Kulturen 88
3.2.7 Dieter Dierks – klangliches Aushängeschild deutscher Rockmusik 89
3.2.8 Conny Plank – Produzent und Mentor 90
3.3 Kraftwerk 93
3.3.1 Entstehungsprozess und musikalische Analyse 93
3.3.2 Blaupause des Industrials? – Einordnung im Kontext des Krautrocks und Vergleich mit THROBBING GRISTLE, FAUST und KLUSTER 101
3.4 Personelle Umbesetzung – KRAFTWERK und NEU! 109
3.5 Kraftwerk 2 112
3.5.1 Musikalische Analyse 112
3.5.2 Bedeutung und Wirkung 116
3.6 Exkurs: Stagnation und Bombast – der Beginn der 1970er Jahre in der populären Musik 118
3.6.1 Stilistische Entwicklungen in der Rock- und Popmusik in der ersten Hälfte der 1970er Jahre 118
3.6.2 Der Synthesizer im popmusikalischen Mainstream – Nischendasein als klangliches Additiv 122
3.6.2.1 Paul Beaver und Bernhard Krause – die Studioszene ab Ende der 1960er Jahre an der Westküste der USA 122
3.6.2.2 Keith Emerson – Instrumentalist und Klanggestalter in Personalunion 126
3.6.3 Der Synthesizer in der experimentellen Popularmusik – musikalisches Diktat durch neue Technologien? 128
3.6.3.1 WHITE NOISE – Vorgriff auf Sampling 128
3.6.3.2 TANGERINE DREAM und MOTHER MALLARD – Sequencing als kompositionsstiftendes Element 132
3.6.4 "Popcorn" – der Synthesizer erobert die Charts 139
3.7 Ralf und Florian 141
3.7.1 Übergang zu Synthesizer-Musik und Maschinengesang 141
3.7.2 Musikalische Analyse – neues Instrumentarium, neue Klänge 143

4 Elektronische Popmusik – von Autobahn bis Techno Pop/Electric Café 153
4.1 Autobahn 153
4.1.1 Einleitung 153
4.1.2 Text und Gesang 154
4.1.3 Musikalische Analyse – Produktion und Sound 158
4.1.4 Exkurs: Isao Tomita – Überfigur der subtraktiven Synthese 166
4.2 Radio-Aktivität 169
4.2.1 Einleitung und konzeptioneller Überbau 169
4.2.2 Musikalische Analyse – Komposition, Sound und synthetische Sprache 173
4.3 Trans Europa Express 185
4.3.1 Einleitung und konzeptioneller Überbau 185
4.3.2 Musikalische Analyse – der Sequenzer als Steuerungs- und Kompositionswerkzeug 191
4.4 Exkurs: Der Sequenzer erobert die Tanzfläche – Giorgio Moroder und der Disco-Sound 200
4.5 Die Mensch-Maschine 211
4.5.1 Konzept, produktionstechnische Voraussetzungen und neue Klänge 211
4.5.2 Musikalische Analyse im Vergleich: Moroder und KRAFTWERK – Technik als kompositorischer Nukleus? 215
4.6 Exkurs: Punk, New Wave und Synth-Pop – die Metamorphose des Sounds in der Popularmusik gegen Ende der 1970er Jahre 229
4.7 Computerwelt 241
4.7.1 Umbau des Kling Klang Studios – klangliche Evolution 241
4.7.2 Musikalische Analyse 247
4.7.3 Computerwelt-Tour 257
4.7.4 Computerwelt als Blaupause des Electros 262
4.7.5 KRAFTWERK – Urväter des Technos? 271
4.8 "Tour de France" und Techno Pop/Electric Café – der Übergang zur Digitalisierung der Studiotechnik 282
4.8.1 Exkurs: Sampling und FM-Synthese – die digitale Revolution der 1980er Jahre 283
4.8.2 Erste Demo-Versionen und die Single "Tour de France" 290
4.8.3 Exkurs: Der Popsound in der ersten Hälfte der 1980er Jahre 303
4.8.4 Techno Pop/Electric Café – weiterer Produktionsprozess und musikalische Analyse 312

5 Die 1990er Jahre – Stagnation und Rückzug 327
5.1 Exkurs: House und Techno – elektronischer Underground wird zum Massenphänomen 327
5.2 The Mix 340
5.2.1 Einleitung und konzeptioneller Überbau 340
5.2.2 Musikalische Analyse 347
5.3 Die Zeit nach The Mix – Rückzug aus der Öffentlichkeit 351
5.4 Die Computerisierung der Studiotechnik in den 1990er Jahren 354
5.5 "Expo 2000" 370

6 Vom Jahr 2000 bis zur Gegenwart – Mythos KRAFTWERK 377
6.1 Tour de France Soundtracks 379
6.1.1 Konzept 379
6.1.2 Musikalische Analyse 381
6.2 Minimum Maximum und Florian Schneiders Ausstieg 390
6.3 Die Kanonisierung des Oeuvres: Der Katalog 394
6.4 3-D Der Katalog und Remixes 398

7 Ausblick 405

Anhang 407
1 Bibliografie 407
2 Internetquellen 416
3 Diskografie 432

Danksagung 448