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Jesus war kein Vegetarier
2. Aufl.
Sebastian Moll
Berlin University Press
EAN: 9783862800193 (ISBN: 3-86280-019-9)
110 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, 2012
EUR 19,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Vegetarier, Feminist, Antidiskriminierungsbeauftragter?
Selbst der Sohn Gottes konnte nicht immer alle Erwartungen erfüllen
Kein Buch hat im Laufe der Weltgeschichte über größere Autorität verfügt als die Bibel. Dieser Umstand hat in der Vergangenheit immer wieder Menschen dazu verleitet, ihre eigene Ideologie auf die Heilige Schrift zu projizieren und somit zu legitimieren – nicht selten mit überaus gewagten Interpretationen. Heutzutage neigen wir dazu, diese Versuche zu belächeln und uns zu fragen, wie überhaupt jemals jemand auf so etwas kommen konnte. Betrachten wir jedoch einige der aktuell gültigen Bibelinterpretationen, so drängt sich der Verdacht auf, dass auch künftige Generationen noch einiges zu lachen haben werden.
Der vorliegende Band geht kritisch mit denjenigen ins Gericht, die uns weismachen wollen, Jesus habe auf das Essen des Passahlamms verzichtet oder sei für eine Frauenquote unter seinen Aposteln eingetreten. Es handelt sich weniger um ein Plädoyer für mehr kirchliche Bibeltreue, als vielmehr um einen sachlichen Aufklärungsversuch.
Rezension
Jesus ist im Laufe der Jahrhunderte, aber wohl schon auch gleich zu Beginn seiner Verehrung als "Sohn Gottes", zur unendlichen Projektionsfläche der Wünsche und Bedürfnisse der an ihn Glaubenden geworden, - vielleicht wird eine ähnliche Breite der Projektionsfläche nur noch von der katholischen Marienverehrung erreicht ... Der ironische Titel dieses Buches macht das deutlich; denn selbst als Vegetarier muss Jesus heute herhalten ... Jesus (und die Bibel insgesamt) ist in langer Geschichte von vielen Ideologien konfisziert und zu Propagandazwecken mißbraucht worden, - bis hin zum "arischen" Jesus, der mit dem Judentum nichts mehr gemein hat ... Diese Darstellung zeigt auf, dass derlei gewagte Interpretationen der Person Jesu bis heute nicht aufgehört haben, sondern im Gegenteil immer wieder in immer neuen Variationen fröhliche Urständ feiern: Jesus als Vegetarier oder als Beürworter der Frauenquote in der Jüngerschaft, - nicht das, was Jesus gesagt und getan hat, ist wichtig, sondern das, was seine Intertreten ihn sagen lassen wollen! Es wäre wichtig, dass der Religionsunterricht das verdeutlicht!
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Sebastian Moll
geboren 1980 in Köln, promovierte an der University of Edinburgh über »The Arch-Heretic Marcion«. Seit 2008 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. |
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