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Ikonologie der christlichen Kunst
Bd. 1: Alte Kirche
Hans Georg Thümmel
Schöningh Wissenschaft
EAN: 9783506792372 (ISBN: 3-506-79237-7)
347 Seiten, hardcover, 17 x 24cm, Juni, 2019
EUR 128,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert. Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt zunächst die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe und geht dabei besonders auf die vielfältige Gestaltung der Sarkophage und Katakomben ein. Ebenso wird der spätere Übergang in die Kirchdekoration sowie die mediale Vielfalt in Spätantike und beginnendem Mittelalter (u.a. Münzen, Diptychen, Buchmalerei) aufgezeigt. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.
Rezension
Rom: Domitilla-Katakombe, sog. Flavierdescensus (um 230), Praetextat-Katakombe (280-290), Calixt-Katakombe (um 300), Marcillinus-Petrus-Katakombe (um 320) und S. Maria Maggiore (430-440). Ravenna: S. Apollinare nuovo (vor 526) und S. Vitale (547). Was verbindet diese Katakomben und Kirchen miteinander? Sie enthalten bedeutende Werke christlicher Bildkunst der Alten Kirche, also des Frühchristentums bis zum 6. Jahrhundert. Zur christlichen Grabeskunst zählen auch zahlreiche Sarkophage mit Christus-, Petrus- und Paulus-Darstellungen. Besonders verdient gemacht um die Erforschung dieser hat sich Hans Georg Thümmel (*1932), von 1990 bis 1997 Professor für Kirchengeschichte, christliche Archäologie und Geschichte der Kirchlichen Kunst an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.
Der Wissenschaftler schließt mit seinem auf vier Bände angelegten Werk „Ikonologie der christlichen Kunst“ ein Desiderat der Kunstgeschichte. Mit ihm liefert der Kirchenhistoriker erstmals eine umfassende, fachlich fundierte Darstellung der komplexen Geschichte des Bildes in der christlichen Kunst von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Das Opus magnum erscheint im Verlag Ferdinand Schöningh, einem Imprint der Brill-Gruppe. Es liegen bereits vor: Band 1 „Alte Kirche“(2019), Band 2 „Bildkunst des Mittelalters“(2020) sowie Band 3 „Bildkunst der Neuzeit“(2021). Für Februar 2022 ist die Veröffentlichung des vierten Bands zur Ikonologie in der Ostkirche geplant.
Im ersten Band seines Handbuchs zeigt Thümmel - nach einer Einleitung zur Methodik - gekonnt die kunstgeschichtlichen Entwicklungslinien des Bildes in der Alten Kirche anhand souverän ausgewählter Artefakte unter Berücksichtigung des historischen Kontextes auf. Christliche Darstellungen auf unterschiedlichen Bildträgern geben Auskunft über das Gottesbild, die Beziehung zwischen Gott und Mensch, über das Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht, über das heilsgeschichtliche Weltbild und über moralische Normen. Lehrkräfte der Fächer Religion und Bildende Kunst werden durch die sehr gute Darstellung des Kirchenhistorikers, die mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Abbildungen und Lesebändchen versehen ist, eingeladen, der christlichen Ikonologie im Unterricht mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Fazit: Hans Georg Thümmels hervorragender, augenöffnender Band zur Bildkunst der „Alten Kirche“ leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis Europas. Seine Lektüre empfiehlt sich allen an der Kunst- und Ideengeschichte des Christentums Interessierten.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Ikonolologie der christlichen Kunst
Band 1: Alte Kirche
Reihe:
Ikonologie der christlichen Kunst, Band: 1
Autor:in: Hans Georg Thümmel
Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert. Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt zunächst die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe und geht dabei besonders auf die vielfältige Gestaltung der Sarkophage und Katakomben ein. Ebenso wird der spätere Übergang in die Kirchdekoration sowie die mediale Vielfalt in Spätantike und beginnendem Mittelalter (u.a. Münzen, Diptychen, Buchmalerei) aufgezeigt. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort xi
Einleitung xm
Definitionen xm
Geschichte xiv
Bildkunst als Mitteilung xv
Prinzipien xviii
Bilder und Literatur xx
Das Geläufige xxii
Oratio xxii
I Alte Kirche
Allgemeine Literatur und Abkürzungen 3
Vorwort 5
Der zeitgeschichtliche Hintergrund 7
Der Staat 8
Die Umwelt 9
Die Kirche 10
Verfolgung 11
Constantin 11
Constantins Wende 12
Das Christentum als Staatsreligion 14
Die Kirchenpolitik 16
Die nachconstantinische Zeit 18
Die weitere Entwicklung 20
Christliche Theologie 22
Dinglich gebundene Heiligkeit 23
Bedingungen und Möglichkeiten der Entstehung einer christlichen
Bildkunst 25
Die Spätantike 25
Die Kirche 28
Möglichkeiten derEntstehung einer christlichen Bildkunst 28
Die Theologen und die Bildkunst 29
Christliche, heidnische, häretische Denkmäler 31
Die Theologen des 4.Jahrhunderts 32
Euseb 33
Eplphanios 34
Weiteres 35
Heidnisches und Christliches in der Spätantike 36
Jüdische Bildkunst? 38
Symbolische Darstellungsweise und anderes 40
Symbolische Darstellungsweise 40
Spolien 43
Die frühchristliche Grabeskunst 47
Voraussetzungen und Probleme 47
Grabanlagen 47
Sarkophagplastik und coemeteriale Malerei 51
Datierung 52
Exkurs: Die Datierung derKatakombenmalerei 55
Wandmalerei bis zur Mitte des 3.Jahrhunderts 55
Die 2. Periode des Soldatenkaisertums und die tetrarchische
Zeit 57
Die constantinische Zeit 59
Die spätconstantinische Zeit (ca. 330-360) 61
Die valentinianische Zeit (Der Prunkstil) 61
Die theodosianische Zeit 62
Weitere Probleme 75
Hermeneutische Prinzipien zur Auslegung der frühchristlichen
Bildkunst 77
Unterschiede zwischen den Darstellungen auf Sarkophagen
und in der Malerei 83
Formal begründete Unterschiede 84
Sachlich begründete Unterschiede 85
Die Denkmäler und ihre Darstellungen 87
Heidnische und neutrale Darstellungen auf Sarkophagen 87
Die Personen und das Leben 88
Der Mythos 90
Philosophie und Frömmigkeit 91
Bukolik 92
„Apotheose“ 94
Übernahme des Vorgegebenen durch Christen 94
Beispiele 96
DerNotgebetskreis undweitere Themen 98
Die Texte 98
Die alttestamentlichen Szenen des Notgebets 101
Jonas 102
Weitere Szenen 105
Die Taufe 107
Deutung 108
Das Notgebet: neutestamentliche Paradigmen 108
Die Szenen 110
AllgemeineszurDarstellung. Christustypen und anderes 126
Verfolgung undHerrschaft 128
Bekenntnisszenen und Rehabilitierungsparadigmen 129
Christus als wahrer Gott undKaiser 129
Petrusszenen 132
Die Ureltem 135
Deutung 137
Gesetz und Herrschaft 137
Die Entwicklung des Szenenschatzes nach dem Zeitalter
Constantins 139
Tradition und Neuerung 139
Sarkophage mit Christus, Petrus und Paulus 143
Sarkophage der theodosianischen und nachtheodosianischen Zeit 148
Die Katakombenmalerei in der nachconstantinischen Zeit 153
Die Szenenentwicklung in der Katakombenmalerei nach 330 153
Die Malereien in der Katakombe an derVia Latina und
anderes 156
Östliche und andere späte Grabeskunst 157
Östliche Grabeskunst 158
Die ravennatischen Sarkophage 160
Weitere Denkmäler der Grabeskunst 161
Goldgläser 163
Der Gegenstand 164
Die Ikonographie der Goldgläser und anderer Gegenstände
der Grabeskunst 167
Scrinia 169
Die Entstehung des christlichen Symbols 193
Das Symbol 193
Vorchristliche Symbole 194
Christliche Symbole 194
Constantin undLactantius 194
EusebiosvonKaisareia. Das Labarum 196
Das heilige Zeichen 198
Exkurs: Heiliges Grab und heiliges Kreuz 199
Heidnisches und Christliches in der Staatssymbolik 203
Der Constantinsbogen 204
Die Statue der Constantinsbasilika 205
Das Silbermedaillon von Ticinum 208
Konstantinopler Denkmäler 209
Das Kaiserbild und die Demonstration kaiserlicher Macht 211
Die Münzen 213
Frühchristliche Kirchdekoration 217
Die Kirchen und der Gottesdienst 217
Bedingungen und Vorstufen einer Dekoration 220
Die Kirchdekoration seit ca. 400 222
Die Altarregion 225
Die Motive 225
Die Prinzipien 229
Das Langhaus 230
Die Eingangsregion 230
Die Denkmäler mit Christus oder Kreuz in der Apsis 230
Neilos von Ankyra undPaulinus von Nota 230
Neilos von Ankyra 230
Nola 231
Fundi (Fondi) 233
Mailand, S. Aquilino, Rom, S. Pudenziana, und anderes 234
Mailand, S. Aquilino an S. Lorenzo 234
Rom, S. Pudenziana 234
Weiteres 235
Rom, S. Maria Maggiore 236
Die Probleme 236
Die Apsis und die Mitte der Schildwand 238
Das Langhaus 240
Die Schildwand der Apsis 241
Weiteres 247
Weitere Dekorationen aus dem 5.Jahrhundert 248
Ravenna, S. Apollinare nuovo 250
Rom, SS. Cosma e Damiano 250
Ravenna, S. Vitale 251
Ravenna, S. Apollinare in Classe, und weiteres 252
Ost und West 254
Die Denkmäler mit Maria oder Heiligen in der Apsis 256
Zentralbauten 259
Fußböden 262
Kirchliches und liturgisches Inventar 285
Kirchentüren 285
Weiteres 286
Diptychen 287
Reliquiare 288
Christliche Kunst in der privaten Sphäre und im Alltag 293
Buchmalerei 293
Alltäglicher Gebrauch 296
Allgemeines 296
Tischplatten 299
Afrikanische Schalen 300
Schmuck 302
Schatzkunst 302
Letzte Größe und Zerfall (6./7.Jh.) 305
Pilgerkunst 305
Die Germanen 306
Marienbilder in Rom 307
Abbildungsnachweis 317
Register 319
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