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Ich wollte nur frei sein
Ich wollte nur frei sein




Hülya Kalkan

Ullstein
EAN: 9783550078583 (ISBN: 3-550-07858-7)
220 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, 2005

EUR 18,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Hülya ist 17, als sie in der Türkei zwangsweise verheiratet werden soll. Mit einem Trick entkommt sie nach Deutschland, wo sie geboren wurde. Als ihrer Schwester das gleiche Schicksal droht, beschließt sie, Esme zu entführen. Aber von keiner Seite kann sie mit Hilfe rechnen. Ihr bleibt nur ein Ausweg und der kann sie direkt ins Gefängnis führen...



Als Hülya in die leere Wohnung in Ludwigsburg kommt, ist ihre schlimmste Befürchtung wahr geworden: Sowohl ihre 13-jährige Schwester Esme als auch ihr neun Jahre alter Bruder Serkan wurden von der Mutter in die Türkei verschleppt. Sie selbst hat es erst wenige Monate zuvor geschafft, vor der Zwangsehe aus der Heimat der Eltern zu fliehen. Nun setzt sie alles daran, ihre Geschwister zurück nach Deutschland zu holen. In jenes Land, in dem sie alle geboren sind. Dies gelingt ihr zwar Jahre später mit ihrem Bruder. Aber Esme, ein frecher, lebensfroher Teenager, ist in einer Koranschule eingesperrt. Während Hülya alle legalen Mittel auszuschöpfen versucht, erhält sie die Nachricht, dass Esme gegen ihren Willen verlobt worden ist. Für Hülya steht fest, dass es nur eine Lösung gibt: Sie muss Esme aus der Türkei befreien. Ein abenteuerliches, nie dagewesenes Vorhaben. Im Wettlauf mit der Zeit ist Hülya ganz auf sich selbst gestellt.

Hülya Kalkan wurde 1979 als älteste Tochter türkischer Eltern in Marbach am Neckar geboren. Als Teenager musste sie gegen ihren Willen zwei Jahre lang eine Koranschule in der Türkei besuchen. 17-jährig sollte sie zwangsweise verheiratet werden und floh bald danach vor ihrer Familie in ein Stuttgarter Frauenhaus. 1999 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. 2000 machte sie ihren Abschluss als Bürokauffrau. Gegenwärtig holt sie ihr Abitur nach und möchte Sozialpädagogik studieren, um jungen Frauen zu helfen, die sich in der gleichen Zwangslage befinden, der sie selbst mit knapper Not entkam.
Rezension
Hülya Kalkan erzählt in "Ich wollte nur frei sein" sehr ergreifend aus ihrem bisherigen Leben.
Nachdem ihre Mutter sie, die in Deutschland geboren und aufgewachsen war, gegen ihren Willen in eine Koranschule in die Türkei geschickt hatte, sollte Hülya nun auch noch zwangsweise verheiratet werden. Sie entkommt nach Deutschland. Die nahezu lebenslange Auseinandersetzung mit ihrer Mutter erreicht ihren Höhepunkt mit der Entführung ihrer Schwester Esme. Sie steht völlig alleine da, als sie ihre Schwester befreien will, nimmt vielfältige Gefahren auf sich.
Das Buch verdeutlicht die Stellung der Frau, sowohl als junge Frau als auch als Mutter, in der (ländlichen) türkischen Gesellschaft. Es zeigt auf, wie junge Menschen mit der Situation umgehen, wenn sie in einer anderen Umgebung aufwuchsen.
Das Buch ist so spannend und dadurch sehr kurzweilig, sodass man es vor Beendigung nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Carmen Kellmann für lbib.de
Verlagsinfo
Seitdem allein in Berlin innerhalb weniger Monate fünf Frauen von Verwandten getötet wurden, um angeblich die Ehre zu bewahren, rückt das Schicksal junger Deutsch-Türkinnen in den Blickpunkt. Hülya Kalkan wollte sich nicht mit der arrangierten Ehe in der Türkei abfinden. Sie wollte dort, wo sie aufgewachsen ist, mitten in Deutschland, ihr eigenes Leben leben. Mit Mut und Phantasie entkommt sie dem Gefängnis der Zwangsheirat. Doch die schwerste Prüfung steht ihr noch bevor: Kann sie ihre geliebte kleine Schwester Esme finden, die hinter den Mauern einer strengen Koranschule festgehalten wird? Im Frühjahr 2002 erfährt Hülya, daß jetzt auch ihre Schwester heiraten soll. Da nimmt sie allen Mut zusammen und fährt in die Türkei, um sie zu befreien. So wie Hülya und Esme Kalkan ergeht es jedes Jahr Hunderten, wenn nicht Tausenden junger Frauen in Deutschland, viele von ihnen noch keine 18 Jahre alt. In Deutschland aufgewachsen, werden sie gegen ihren Willen in die Heimat ihrer Eltern ausgeflogen und mit Männern verheiratet, die sie noch nie gesehen haben. Hülya wollte das nicht hinnehmen. Ihr Kampf ist ein Vorbild für viele. »Kalkan heißt aufstehen «, sagt sie. Und nimmt das wörtlich.
Pressestimmen:

»Mutiges Bekenntnis für Freiheit und Demokratie.« IN, das Star-Magazin

»Ein aufrüttelndes Buch!« Funk Uhr

»Sie erzählt ihre Geschichte mit Humor und Klugheit. Und gibt dabei viele informative Einblicke in die muslimische Welt und auch in die Denkweise muslimischer Eltern.«
Inhaltsverzeichnis
Das Gesetz einer Abla
Die grünen Hügel von Rielingshausen
Wann man ein guter Mensch ist
Das Fleisch ist dein, der Knochen mein
Alles Unglück der Welt
Um Gottes Gnade kämpfen
War es ein Dschinn?
Ein befreiendes Verbot
Kein weißes Pferd
Der Auszug
Türkische Nacht
Ein schlechtes Mädchen
Sprich nicht von ihnen
Endlich frei
Das Bayram-Geschenk
Serkan weint nie mehr
72 Stunden Ausgang
Auf eigenen Beinen
Eine Familiensache
Der Heimkehrer
Brautgold
Ein abenteuerlicher Plan
Reise in die Vergangenheit
Ein Mann zweiter Wahl
Versteckspiele
Wohin wollt ihr?
Der Unfall
Verreckt doch!
Leben im Schatten
Flamenco und Moschee
Dank
Anhang
Karte