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Heterogenität als Chance nutzen lernen  unter Mitarbeit von Holger Hammerich, Karl Ernst Nipkow und Wendelgard Saßnick-Lotsch
Heterogenität als Chance nutzen lernen


unter Mitarbeit von Holger Hammerich, Karl Ernst Nipkow und Wendelgard SaĂźnick-Lotsch

Karlheinz Rebel

Verlag Julius Klinkhardt
EAN: 9783781517226 (ISBN: 3-7815-1722-5)
280 Seiten, paperback, 15 x 21cm, 2010

EUR 18,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Was dieses Buch erreichen will, ist statt eines Schattenboxens gegen Heterogenität mit ihren vielfach gefährlichen Folgen für die pädagogische Arbeit bei seinen Leserinnen und Lesern Lernprozesse anzuregen, die es ermöglichen, die Vielfalt hinter heterogenen Erscheinungsweisen zu sehen und in produktiver Weise für die eigene Arbeit und die eigene Entwicklung zu nutzen. Allerdings ist diese Wende nicht mit einem Knopfdruck: sprich „ein Buch oder mehrere lesen“ zu erreichen.

Die veränderte persönliche Einstellung zu Verschiedenheit muss vertieft gelernt werden. Das heißt: Gelernt durch die Aktivierung eigenen Vorwissens und seine Interaktion mit neuem Wissen. Vorrang dabei hat die Selbststeuerung dieses Lernens durch den Lernenden selbst, durch sein freies Manövrieren im Buch, einem eigenen selbst erstellten Lernpfad folgend. Das Material, mit dessen Hilfe gelernt wird, sind Exzerpte aus Originalarbeiten. Mit Letzteren soll der Lernende angeregt und ermutigt werden, sich intensiv zu befassen.

Angesichts der Breite des Problemfelds kommt es darauf an, in knappster Form die Begegnung von eigenem und neuem Wissen zu erleichtern und durch entsprechende Anregungen fĂĽr eine Selbst-Evaluation Hilfestellung zu leisten. Will man diese Zielsetzungen mit zwei das Besondere dieses Buchs charakterisierenden Begriffen nennen, sind Selbststeuerung und eine modulare Strukturierung seine besonderen Charakteristika.

Eine Besonderheit dieses Buches ist, dass es durch die Beiträge der Koautoren eine Brücke zu den Didaktik-Bereichen bzw. Fachdidaktiken Englisch, Relígionspädagogik und Erwachsenenbildung schlägt.



Dr. rer. soc. Karlheinz Rebel, geb. 1923, ist Honorarprofessor der Universität Tübingen, 1971-1989 Stellvertretender Direktor, die letzten 10 Jahre Direktor des Dt. Instituts für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen; 1979-2003 Lehrtätigkeit im Institut für Erziehungswissenschaft der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenchaften der Universität Tübingen.

unter Mitarbeit von

Holger Hammerich, Karl Ernst Nipkow und Wendelgard SaĂźnick-Lotsch
Rezension
Heterogenität bezeichnet die Uneinheitlichkeit der Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. Das deutsche Schulsystem zielt traditionell eher auf eine Vermeidung von heterogenen Lerngruppen. Dazu dient u.a. das dreigliederige Schulsystem, das der Herstellung homogener Lerngruppen dienen soll. Das aber darf mit folgenden Argumenten bezweifelt werden: 1) Tatsächliche Homogenität wird kaum erreicht. 2) Die Zweckmäßigkeit von homogenen Lerngruppen kann bezweifelt werden. 3) Die Nebeneffekte der Homogenisierung werden kritisiert (ungleiche Bildungschancen). Heterogenität ist aber nicht Mode, sondern Wirklichkeit. Das Lernziel heißt: Identität schöpfen aus der Vielfalt. Vielfalt ist eine Chance für die Lernenden.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Teil A
Einfuhrung:
Problemstellung und Umgang mit dem Modul


1 Zum Einstieg aus akutem Anlass: „alle anders - alle gleich" 14
2 Ein Definitionsversuch von Heterogenität 15
3 Vertierte Beschäftigung mit dem Heterogenitätsproblem 17
a) Erster Vertiefungs-Aspekt: Heterogenität - Modebegriff oder Kernaufgabe? 17
b) Zweiter Vertiefungs-Aspekt: Einführung in das Heterogenitätsproblem aus deutscher Sicht 20
c) Schulpraktische Folgerungen aus den einführenden und vertiefenden Schritten in das Heterogenitätsproblem 22
4 Konsequenzen aus der besonderen Problematik von Heterogenität für die Struktur des Moduls 22
5 Was bedeutet fĂĽr Ihr Lernen die Nutzung eines Moduls als Lernmedium? 23
6 Bearbeitungshinweise und Hilfen für den Umgang mit dem „Modul Heterogenität" 25
7 Zu den Zielgruppen des „Moduls Heterogenität" 28
8 Was hat es mit den Reflexionspunkten nach Teil A und nach den Kapiteln von Teil B auf sich? 29
9 Reflexionspunkt l zu Teil A 30
10 In Teil A genannte Fachliteratur 32

Teil B
„Lesebuchteil" mit Exzerpten


Wichtige Hinweise für die Nutzung des „Lesebuchteils" zur Förderung
eines selbstgesteuerten Lernens 34

Kapitel I
„Umgang mit Heterogenität lernen":
Exzerpte aus dem „Journal für lehrerinnen- und lehrerbildung" 35

1 EinfĂĽhrung 35
2 Editorial Herbert Altrichter/Bernhard Hauser: Umgang mit
Heterogenität lernen - eine Orientierungshilfe zur Lernarbeit mit den Exzerpten 35
3 Exzerpte der ausgewählten Beiträge Nr. 1-7 in Kapitel I 42
Exzerpt 1 - Franz Hofmann: Umgang mit Heterogenität in der
Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen 42
Exzerpt 2 - Christoph Schmid: Adaptivität komplexer Lernumgebungen 46
Exzerpt 3 — Bernhard Sieland: Kooperative Entwicklungssteuerung und Selbstmanagement (=KESS): Lehramtsstudierende trainieren Entwicklungssteuerung und -beratung 49
Exzerpt 4 - Hannelore Muster-Wäbs und Rainer Pillmann-Wesche: Selbstorganisiertes Lernen im Unterstützungsnetzwerk (=SUN). Ein Ausbildungselement für heterogene Ausbildungsbedingungen in der Lehrerbildung 53
Exzerpt 5 - JĂĽrgen Abel/Martin Lunkenbein und Sibylle Rahm:
Beobachtungen der Beobachter. Wahrnehmung von Verschiedenheit im Klassenzimmer 58
Exzerpt 6 - Sebastian Boiler, Marlene MĂĽller, Elke Rosowski und Agnes Schneider: Bildungsprozessbegleitung bei heterogenen Lernausgangslagen.Eine Herausforderung an das Lehrerinnenhandeln 63
Exzerpt 7 - Charlotte Müller: Heterogenität als Chance, Stichwort 67
4 In den Exzerpten 1-7 der Beiträge von Kapitel I genannte Fachliteratur 71
5 Reflexionspunkt 2 zu Kapitel I von Teil B 72

Kapitel II
Heterogenität — „Unterschiede nutzen — Gemeinsamkeiten stärken".
Exzerpte aus dem Friedrich-Jahresheft „Heterogenität" XXII

1 Problemstellung und Beiträge zum Editorial — Exzerpte 73
a) HinfĂĽhrung zu den Inhalten und zum Aufbau des Kapitels II 73
b) Gemeinsames Editorial der Herausgeber des Themenheftes
„Heterogenität" im Friedrich-Jahresheft — hier in Form eines Exzerpts vermittelt 74
c) Aus der Einleitung Exzerpt l Klaus-JĂĽrgen Tillmann:
System jagt Fiktion. Die homogene Lerngruppe 75
Aus der Einleitung Exzerpt 2 Gerold Becker: Regisseur, Meisterdirigent, Dompteur? Die Sehnsucht nach „gleichen Lernvoraussetzungen" hat Gründe 78
2 Thematisch strukturierte Exzerpte von den einzelnen Beiträgen in den Jahresheft-Kapiteln 1-3 82
a) Jahresheft-Kapitel 1: „Lerngruppen sind bunt" 82
EinfĂĽhrung in Jahresheft-Kapitel l -Exzerpt 82
Exzerpt 1 — Ulf Preuss-Lausitz: Die offene Gesellschaft und ihre Schule. Zur Zukunftsfähigkeit des Lernens unter Bedingungen von Vielfalt. 83
Exzerpt 2 - Meltem Avci-Werning: Lernziel Zusammenleben.
Das ABC der interkulturellen Arbeit. 87
Exzerpt 3 — Katrin Höhmann: Nicht automatisch schnell
und effektiv. Wege zu einer begabtenfreundlichen Lernkultur 89
Exzerpt 4 - Elsbeth Stern: Schubladendenken, Intelligenz und
Lerntypen. Zum Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen 92
Exzerpt 5 - Imbke Behnken: Bilder von Kindheit. Konstruktionen
in den Köpfen der Erwachsenen. 96
b) Jahresheft-Kapitel 2 Heterogenität als Chance 98
EinfĂĽhrung in Jahresheft-Kapitel 2 98
Exzerpt 1 - Annedore Prengel: Spannungsfelder, nicht Wahrheiten. Heterogenität in pädagogisch-didaktischer Perspektive 98
Exzerpt 2 — Birgit Lütje-Klose: Mehrsprachigkeit als Herausforderung im Anfangsunterricht 102
Exzerpt 3 — Ursula Carle: „Wieviel Bauklötze sind das?" Unterrichtsrelevante Schuleingangsdiagnostik. 104
Exzerpt 4 —Doris Dockhorn/Katharina Eikmanns-Rote/
Stephan Godejohann/Klaus-Dieter Lenzen: Altersmischung. Lernen in
jahrgangsheterogenen Gruppen. 107
Exzerpt 5 - Andreas Hinz: Zeitaufwendig, aber wirksam.
Begleitung von Menschen mit Behinderung 109
Exzerpt 6 - Herbert Altrichter/Elgrid Messner: Gefahr:
Entmischung und Polarisierung. Über den Umgang mit Heterogenität
in der Lehrerschaft. 111
Exzerpt 7 - Bärbel Brömer: „Haare", „Herz" und „Motorroller".
Die Arbeit an selbst gewählten Themen unterstützen. 113
Exzerpt 8 - Christian Stierle/Ulrich Wagner: Wir — und die
anderen. Sozialpsychologische Betrachtungen zur Heterogenität. 115
c) Jahresheft-Kapitel 3 Heterogenität und Schulfächer
EinfĂĽhrung in Jahresheft-Kapitel 3 118
Exzerpt 1 - Gabriele Obst/Karin Volkwein: Aylin erklärt Markus
das Christentum. Produktiver Umgang mit religiöser Heterogenität 119
Exzerpt 2 - Ursula Kessels: Mädchenfächer - Jungenfächer? Geschlechtertrennung im Unterricht 121
Exzerpt 3 - Uta Zorn: „Rätselmaschine" und „Wortfresser".
Heterogene Lerngruppen und Neue Medien 124
Exzerpt 4 - Horst Ruf/Nicole Frei/Tobias Zimmermann:
Wie Schüler aus ihren Fehlern lernen. Von der persönlichen
Grammatik zur Klassengrammatik 126
Exzerpt 5 — Ludwig Huber: Mitten im Dilemma.
Über Standards und Heterogenität 130
Exzerpt 6 - Arnulf Kunze: Alles hängt mit allem zusammen.
Vom Nutzen der Differenz 135
3 In den Exzerpten der Beiträge von Kapitel II genannte Fachliteratur 137
4 Reflexionspunkt 3 zu Kapitel II in Teil B 138

Kapitel III
Autonomes und differenziertes Lernen im gymnasialen
Oberstufenunterricht- BemĂĽhen um den individuellen Lerner 141

Vorbemerkung 141
Exzerpt — Dorit Bosse : Differenziertes Lernen bis zum Abitur —
Anregungen zum Umgang mit Heterogenität in der gymnasialen Oberstufe 14l
Fachliteratur, die im Exzerpt von Kapitel III genannt ist 146
Reflexionspunkt 4 zu Kapitel III in Teil B 147

Kapitel IV
Heterogenität am Beispiel der Gender-Frage erläutert 149

Problemstellung 149
Exzerpt 1 - Karlheinz Rebel: Was mir an Problemfeldern und Aspekten zur Heterogenität so einfällt, was mir aus der Fachliteratur besonders auffiel 150
Exzerpt 2 - Imke Troltenier: Gleichbeachtung der Geschlechter 157
Exzerpt 3 - Hannelore Faulstich-Wieland: Geschlechteraspekte in der Bildung 160
Exzerpt 4 — Gerrit Kaschuba: Zur Gender-Perspektive in Forschung und Praxis der Weiterbildung 167
Fachliteratur zu den vier Texten von Kapitel IV in Teil B in einer Gesamtliste 171
Reflexionspunkt 5 zu Kapitel IV in Teil B 174
Kapitel V
Heterogenität aus der Sicht von Menschen mit Behinderungen 175
1 Allgemeine HinfĂĽhrung zur Thematik dieses Kapitels 175
2 Drei Exzerpte zu Heterogenität und behinderte Menschen 176
Exzerpt 1 - Hans Wocken: Schulleistungen in heterogenen Lerngruppen 176 Fachliteratur zu Exzerpt l 178
Exzerpt 2 - Arbeitsgruppen Jugend und Bildung: Teilhabe behinderter Menschen 179
Exzerpt 3 - Olaf Steenbuck: Heterogenität - Sind die Subjekte nur
vielfältig und verschieden oder auch je besonders? 181
Fachliteratur 184
Reflexionspunkt 6 zu Kapitel V in Teil B 184
Kapitel VI
Interkulturalität in der Bildung 187
1 Allgemeine HinfĂĽhrung zur Thematik 187
2 Weitere Konkretisierung des Grundtatbestands am Beispiel von
Migration und Bildungssystem mit Exzerpten aus zwei Beiträgen 189
Exzerpt l - Dirk Frank: Mit Heterogenität umgehen - Probleme der Migration 189
Exzerpt 2 - Hidir Celik: Bildungssystem und die Arbeit mit den Eltern 194
3 Fachliteratur - Gesamtliste der zwei Exzerpte von Kapitel VI 200
4 Reflexionspunkt 7 zu Kapitel VI in Teil B 201
Kapitel VII
Heterogenität und Religion 203
1 HinfĂĽhrung 203
2 Zwei Exzerpte zur Thematik von Heterogenität und Religion 203
Exzerpt l - EKD: „Maße des Menschlichen. Evangelische Perspektiven
zur Bildung in der Wissens- und Lerngesellschaft." Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. 204
Exzerpt 2 - Karl Gabriel: Von der „Wahrnehmung des Fremden im Religionsunterricht" zur Heterogenität im Klassenzimmer 206
3 Fachliteratur 212
4 Reflexionspunkt 8 zu Kapitel VII in Teil B 213

Teil C
Pädagogische und fachdidaktische Konsequenzen aus den Exzerpten zur Heterogenität für die Arbeit in Schule, Lehrer- und Erwachsenenbildung in Schule, Lehrer- und Erwachsenenbildung


I EinfĂĽhrung in Teil C 216
1. Allgemeine EinfĂĽhrung und didaktischer Umgang mit Teil C 216
2. Zur Strukturierung von Teil C in sechs Kapitel 216
II Die sechs Kapitel von Teil C in fachdidaktischer Sicht entfaltet 219
Kapitel 1 — Die Lernenden in ihren Lerngruppen: Ergebnisse der
Heterogenitätsforschung und der Schul- und Erwachsenenbildungspraxis 219
Kapitel 2 —Herausforderungen und Anforderungen an Lernende und
Lehrende: Auftretende unterrichtspraktische Probleme — Zur Differenzierung als Mittel der Wahl. 224
Kapitel 3 — Aus der Heterogenität sich ergebende Konsequenzen für allgemein- und fachdidaktische Entscheidungen zur Förderung eines selbstgesteuerten Lernens 228
Kapitel 4 - Die sich aus den Teilen A und B des Moduls ergebenden Konsequenzen für fachdidaktische Entscheidungen — erläutert am fremdsprachlichen Unterricht 231
Kapitel 5 — Die Bedeutung der individuellen Förderung eines jeden Schülers/jeder Schülerin als pädagogische Folgerung aus wachsender Heterogenität und als Schlüssel zur Lösung schulischer und unterrichtlicher Probleme 244
Kapitel 6 — Vertiefender Brückenschlag zur Praxis des Umgangs mit
Heterogenität aus fachdidaktischer Sicht in drei fachdidaktisch orientierten Beiträgen: 250
Beitrag 1 — Wendelgard Saßnick-Lotsch: Heterogenität und Englischunterricht 250
Beitrag 2 — Karl Ernst Nipkow: Heterogenität und Religion — Fachdidaktischer Rahmen mit Schwerpunkt auf Lernvoraussetzungen 258
Beitrag 3 — Holger Hammerich: Heterogenität in der
Erwachsenenbildung — Heterogenität und Erwachsenenbildung 266
III Aufgaben zum selbstständigen Lösen aus dem Themenfeld der sechs Kapitel von Teil C 269

Teil D
Anhang


Anlage 1
Sitzungsprotokoll fĂĽr die Arbeit in der SUN-Gruppe 274
Anlage 2
Selbstorganisiertes Lernen im UnterstĂĽtzungs-Netzwerk (SUN) 275
Anlage 3
Beobachtungen der Beobachter und zwei Sichten 276
Anlage 4
Zu Beitrag Meltem Avci-Werning Lernziel Zusammenleben.
Das ABC der interkulturellen Arbeit 279
Anlage 5
Englisch im gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern
Beitrag Frau SaĂźnick-Lotsch 277
Anlage 6
Korrelation der religiösen Beteiligung und Traditionsnähe mit den Dimensionen des Wertefeldes
Beitrag Prof. Nipkow 280