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Franco
Der ewige Faschist. Eine Biografie
Till Kössler
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406837067 (ISBN: 3-406-83706-9)
367 Seiten, hardcover, 15 x 23cm, Oktober, 2025
EUR 28,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Diese umfassende Darstellung von Francos Leben gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert und bietet zugleich Ansatzpunkte für ein besseres Verständnis autoritärer Herrschaft in der Gegenwart.
Rezension
Warum konnte sich Franco von 1938 bis zu seinem Tode 1975 an der Macht halten? War er ein Faschist? Wodurch unterscheidet sich sein Faschismus von dem Hitlers oder Mussolinis? Wie und warum gelang dem 1892 geborenen Militärführer die Herrschaftsübernahme in Spanien? Welche Rolle spielten dabei seine Zeit als Kommandeur der Fremdenlegion in Marokko und der Spanische Bürgerkrieg? Warum publizierte er unter Pseudonym? Existierten unter dem Diktator Konzentrationslager? Vertrat er einen Rassenantisemitismus? Welche außenpolitischen Erfolge konnte Franco nach dem Zweiten Weltkrieg erreichen? Trug er durch seine Politik zur Modernisierung bei? Genoss der Faschist bis zum Ende seiner Herrschaft Popularität in der Bevölkerung? Beeinflusst der Francismus noch immer die gegenwärtige Politik?
Fachlich fundierte Antworten liefert Till Kössler (*1970) in seiner Biographie „Franco. Der ewige Faschist“, erschienen bei C.H. Beck in der von Thomas Schlemmer, Andreas Wirsching und Hans Woller herausgegebenen Reihe „Diktatoren des 20. Jahrhunderts“. Der Professor für Historische Bildungsforschung an der Universität Köln veröffentlichte 2013 seine Monographie „Kinder der Demokratie. Religiöse Erziehung und urbane Moderne in Spanien, 1890–1939“. Kössler sieht den Aufstieg Francos weniger in bestimmten personalen Fähigkeiten des Diktator begründet als in bestimmten politischen Konstellationen. Damit leistet er zugleich einen Beitrag zur Analyse der strukturellen Voraussetzungen des Faschismus. Kösslers Franco-Biographie zeichnet sich durch sehr gute Lesbarkeit und Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands aus. Lehrkräfte der Fächer Geschichte und Spanisch werden durch das vorliegende Werk motiviert, sich problemorientiert, mit der Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert auseinanderzusetzen.
Fazit: Till Kössler ist mit seiner Franco-Biografie eine hervorragende Darstellung des Francismus gelungen, in der zugleich aufgezeigt wird, wie in Krisen- und Umbruchzeiten autoritäre Herrscher und Faschisten an die Macht gelangen können.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Kössler, Till
Franco
Der ewige Faschist. Eine Biografie.
Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Diese umfassende Darstellung von Francos Leben gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert und bietet zugleich Ansatzpunkte für ein besseres Verständnis autoritärer Herrschaft in der Gegenwart.
Nach 1945 galt Franco vielen als ewiger Faschist, der nicht mehr in das neue demokratische Europa passte. Und doch diente er sich der westlichen Welt erfolgreich als Partner an und genoss bis zu seinem Tod 1975 eine beträchtliche Popularität in der spanischen Bevölkerung. Er kultivierte ein Image als effizienter Modernisierer und ließ sich von westlichen Experten beraten, doch beruhte seine Herrschaft auch auf der massenhaften Verfolgung Andersdenkender und zeichnete sich durch extreme soziale Gegensätze, verbreitete Korruption und Mangelwirtschaft aus. Auf Grundlage der aktuellen Forschung unternimmt Till Kössler in der vorliegenden Biografie eine historische Neuvermessung Francos. Anschaulich und quellennah zeichnet er dessen Karriere nach: von den Anfängen als junger Kolonialoffizier in Marokko über seinen Aufstieg zum grausamen faschistischen Alleinherrscher im Spanischen Bürgerkrieg und Verbündeten der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg bis in die Umbruchszeit der 60er und 70er Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
EL FERROL, GALIZIEN, 4. DEZEMBER 1892
Im Schatten des Militärs 21
MELILLA, MAROKKO, 24. FEBRUAR 1912
Koloniale Gewaltgemeinschaften und Bürgerlichkeit 49
GRAN CANARIA, 17. JULI 1936
Die Jahre der Zweiten Republik 99
BURGOS, 1. OKTOBER 1936
Machtansprüche im Bürgerkrieg 141
MADRID, 19. MAI 1939
Die Jahre der Sieger 179
MADRID, PLAZA DE ORIENTE, 9. JUNI 1947
Der schöne Schein der Moderne 221
EL PARDO, HEILIGABEND 1961
Fliehkräfte und letzte Jahre 269
Epilog 295
Danksagung 309
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