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Erfolgreiche Katechese Ermutigungen für die Praxis
Erfolgreiche Katechese
Ermutigungen für die Praxis




Karl Heinz Schmitt

Kösel
EAN: 9783466365562 (ISBN: 3-466-36556-2)
188 Seiten, paperback, 14 x 21cm, Juli, 2000

EUR 13,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Im Namen Gottes - machen wir uns auf!



Gemeindearbeit: faszinierend, aber auch anstrengend. Den Menschen, die sich hier engagieren, will dieses Buch die Freude am Beruf erhalten oder wiederschenken. Sie sollen Erfolge sehen, denn Erfolg ist eine wesentliche Triebfeder allen Handelns: Auch KatechetInnen wollen ankommen, wollen sinnvoll arbeiten. Sie werden eingeladen, die Ziele ihres Engagements angesichts des Wandels unserer Gesellschaft und der Kirche neu zu definieren. Selbstvergewisserung, Stabilisierung der Motivation und einen realistischen Blick auf die Adressaten ermöglicht diese Praxisbegleitung.



Ein ermutigendes Buch für alle Haupt- und Ehrenamtlichen im katechetischen Bereich, eine spirituelle Unterstützung im angefochtenen Alltag.





Karl Heinz Schmitt

geboren 1943, ist Professor für Erziehungswissenschaften in Paderborn. Vorsitzender des Deutschen Katecheten-Vereins. Autor weitverbreiteter Publikationen zu Erwachsenen-, Ehe- und Familienbildung und Religionspädagogik.
Rezension
Vorwort
Worauf es ankommt







Vielleicht arbeiten Sie schon einige Jahre in der Katechese mit oder sind sogar hauptverantwortlich für die katechetische Arbeit in der Gemeinde. Taufgespräche, Erstkommunion- und Erstbeichtvorbereitung, Firmkatechesen, Ehevorbereitungsgespräche – von Zeit zu Zeit, immer wieder und jedes Jahr neu ...
Und was kommt dabei heraus? Sie selber werden von dieser Arbeit für sich und ihr Glaubensleben viel profitiert haben. Manchmal aber werden Sie auch etwas skeptisch fragen: Lohnt sich die Arbeit wirklich? Was kommt denn unter dem Strich dabei heraus?
Da bemüht man sich mit vielen Ideen und großem Zeitaufwand Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Lebenswert des christlichen Glaubens nahe zu bringen ... und der Erfolg? Den einen oder anderen sieht man vielleicht im Gottesdienst wieder. Für die meisten aber bleibt es bei den kurzfristigen Begegnungen. Mit der Feier der Taufe, der Erstkommunion oder der Trauung bricht der Kontakt ab. Dann möchte man in Anlehnung an ein bekanntes Lied in die Fragen mit einstimmen:

Sag mir, wo die Kinder sind, wo sind sie geblieben, sag mir, wo die Eltern sind, wo sind sie geblieben, sag mir, wo die Jugendlichen sind, wo sind sie geblieben, sag mir, wo die Erwachsenen sind, wo sind sie geblieben?
Da höre ich gleich ein Gegenargument mit dem Zitat von Martin Buber: »Erfolg ist keiner der Namen Gottes!« In der Tat: Erfolg ist keiner der Namen Gottes. Zumal wenn wir an den Erfolg im Sinne eines quantitativen, zahlenmäßig fassbaren Erfolges denken. Andererseits gilt: Erfolg ist die Triebfeder allen menschlichen Handelns. Auch Katechetinnen, Katecheten brauchen Erfolg! Woran aber misst sich Erfolg?
Wer nach dem Erfolg einer Unternehmung fragt, muss sich darüber im Klaren sein, welche Ziele er verfolgt, um ermitteln zu können, inwieweit diese dann erreicht werden. Hier, denke ich, liegt ein besonderes Problem unserer gegenwärtigen katechetischen Arbeit. Wir müssen uns über die Ziele klarer werden, die wir in den katechetischen Begegnungen verfolgen. – Wollen wir die Kirchenmitgliedschaft derer bestärken, denen wir begegnen? Wollen wir sie zu Kirchenmitgliedern machen? Wollen wir eine beständige Kirchenmitgliedschaft garantieren? Geht es darum, dass Menschen etwas von dem Gott erfahren, auf den wir Christen uns verlassen, dem wir glauben?
Wenn uns die eigenen Beweggründe und Ziele in der katechetischen Arbeit klarer sind (1. Kapitel), gilt es auch einen nüchternen Blick auf unsere gesellschaftlichen Verhältnisse zu werfen. Noch nie waren Menschen so frei in der Gestaltung ihres Lebens. Wir bewegen uns geradezu in einem Supermarkt von Lebensmöglichkeiten. Wie wir leben, was wir denken, worauf wir hoffen und wem wir glauben steht uns weitgehend frei. Wir dürfen nicht nur wählen, wir müssen uns entscheiden. Angesichts der Fülle der Angebote ist dies nicht leicht. Verbindliche Lebensmuster gibt es nicht mehr (2. Kapitel).
Als Anhänger der christlichen Lebensart müssen wir uns angesichts einer Fülle von Lebensmöglichkeiten neu vergewissern, inwieweit unser Glaube an Gott gerade auch in dieser Zeit hilft, ein vernünftiges, lebenswertes Leben zu leben. Wir müssen uns neu fragen und erinnern, wer denn dieser Gott ist, von dem wir reden, dem wir vertrauen und in dessen Namen wir bei den Menschen sind. Wir müssen fragen, wozu es gut tut, diesem Gott zu glauben.
Wir dürfen es uns wieder neu von unserem Gott sagen und zeigen lassen. Wer er für uns Menschen sein will, hat er ein für allemal und für immer zugesagt. Mit seinem Namen tritt er für uns ein: »Ich bin da! – Das ist mein Name für immer!« (Ex 3,14). Das ist sein Wesen – sein Name: Ich bin da, immer und in jeder Lebenssituation, für dich, für euch, für jeden, damit das Leben lebenswert ist (3. Kapitel).
Aufgabe und Chance der Kirche ist es, diese Zusage Gottes und seine Gegenwart jeden Menschen heute erfahren zu lassen. Dies ist der eigentlich katechetische und missionarische Auftrag der Kirche und ihrer sakramentalen Gesten. Kirche ist der leibhaftige Erfahrungsraum der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes. In den Sakramenten streckt diese Kirche ihre Arme der Anerkennung, Heilung, Vergebung und Solidarität aus.
Die meisten Menschen begegnen Gott und seiner Kirche bei den sakramentalen Anlässen der Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Eheschließung. Dies sind auch die häufigsten Anlässe zur Katechese. Es hilft wenig, darüber zu klagen, dass solche Begegnungen und die damit verbundenen Erwartungen oft zu kurz und unzureichend sind. Auch sollten wir unseren Mitmenschen nicht von vornherein falsche Motive unterstellen. Sie kommen und bitten um Taufe oder Erstkommunion für ihr Kind oder melden sich zur Firmung bzw. kirchlichen Trauung, weil sie für sich persönlich davon etwas Gutes und Schönes erwarten. Niemand kommt in der Absicht, die pastoralen Mitarbeiterinnen oder Katecheten zu ärgern oder zu provozieren. Die meisten kommen aus guten Gründen, auch wenn wir diese Gründe nicht immer sofort nachvollziehen können. In jedem Falle eröffnen solche Begegnungen – so kurz oder lang sie auch sein mögen – die Chance, etwas von dem Interesse Gottes spüren zu lassen und zu vermitteln (4. und 5. Kapitel).
Entscheidend ist dabei nicht, ob solche Begegnungen zu einer Bindung an die Kirche, zu einem Leben mit der Kirche führen. Entscheidend ist nicht, ob die pastoralen MitarbeiterInnen und KatechetInnen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen später mehr oder weniger häufig im Gottesdienst oder bei sonstigen Aktivitäten der Gemeinde wieder sehen. Entscheidend ist, inwieweit solche Begegnungen etwas von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes erfahrbar machen können. Viel ist schon erreicht, wenn durch solche Begegnungen gute Erinnerungen geschaffen werden. Erinnerungen an wirkliche und ehrliche Zuwendung, Wertschätzung, Anteilnahme und Solidarität. Leben und zehren wir nicht alle von solchen Erinnerungen? Sind es nicht oft Erinnerungen an kleine, kurze Begegnungen und Situationen mit Menschen aus der Verwandtschaft, in der Schule, in der Kirche, am Arbeitsplatz oder unterwegs irgendwann und irgendwo, die unser späteres Leben beeinflussen? Möglicherweise kann die katechetische Arbeit im Umfeld der Sakramente dann auch der Beginn oder die Bestärkung eines Glaubensweges in und mit der Kirche werden (6. Kapitel).
In jedem Fall kommt es in der Katechese darauf an, dass wir jedem einzelnen Erwachsenen, Jugendlichen oder Kind mit »göttlichem« Interesse begegnen, d. h. wirklich zugegen sind, Anteil nehmen und uns solidarisch verhalten. Dies setzt bestimmte Haltungen und Einstellungen beim Katecheten, bei der Katechetin voraus, wie wir sie schon in der ersten katechetischen Begegnung zwischen Petrus und Kornelius in der Apostelgeschichte entdecken können (7. Kapitel).
Neben aller organisierten Katechese sollten wir aber nicht vergessen, dass uns eine immer wiederkehrende Erinnerung und Lernzeit des Glaubens geschenkt ist: Der Sonntag als Feiertag des Lebens (8. Kapitel). Mehr als alle Katechese werden uns entsprechend gestaltete und gefeierte Sonntage (nicht nur Sonntagsgottesdienste!) etwas von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes ahnen und spüren lassen. Diese Chance sollten wir uns und unseren Mitmenschen gerade angesichts der gegenwärtigen Diskussion um den Sonntag als arbeitsfreien Tag nicht entgehen und oder nehmen lassen. Vielleicht können wir auch durch unsere katechetischen Bemühungen einander helfen, den Sonntag wieder als Tag des Lebens zu feiern. Der Sonntag, ein Tag an dem Gott sich in Erinnerung bringt als jemand, der das Leben und die Fülle des Lebens für jeden einzelnen Menschen will.
Wenn Menschen davon etwas in all unseren katechetischen Begegnungen und der Begehung des Sonntags erahnen und spüren, dann ist unsere katechetische Arbeit erfolgreich. In Gottes Namen – machen wir uns auf!
Inhaltsverzeichnis
Vorwort: Worauf es ankommt 9

1 Was mich bewegt, andere zum Glauben zu bewegen 15

Religiös ohne Gott und Kirche 15 – Das »Schwarze-Peter-Spiel« 17 – »Warum wollt ihr eigentlich alle zu Christen machen?« 20 – Offene Fragen 22 – Was mich bewegt, andere zum Glauben zu bewegen 24


2 Christsein in einer veränderten Gesellschaft 34

Die Kirche als Brunnen im Dorf? 34 – Denkmäler des Glaubens genügen nicht 35 – Kirche: ein Ort von Lebenskunde? 36 – Veränderungen in der Gesellschaft: Verinselung des Lebens 37 – Kirche im Widerspruch 44 – »Wie geht’s?« 50 – Glaube, der die Wirklichkeit wandelt 55 – Kirche in der Gesellschaft: eine Schicksalsgemeinschaft 56

3 In Gottes Namen – erinnern wir uns unserer Berufung 58

Der Name Gottes ist ein Tätigkeitswort 59 – Interessiert am Wohl des Menschen und der Welt 59 – Jesus Christus: das menschgewordene Interesse Gottes 60 – Der Gottes-Dienst der Kirche: für alle, nicht unbedingt mit allen 68 – Gottes Wege sind vielfältiger als die Wege der Kirche 70 – Kirche als Weltsakrament: Erfahrungsraum des Namens Gottes 71 – Zeichen und Werkzeug, Licht und Salz 72 – Eine väterlich-mütterliche, partnerschaftliche und geschwisterliche Kirche 74


4 Sakramente – die ausgestreckten Arme der Kirche 78

Jesus Christus: das Ursakrament 79 – Die Kirche: das Grundsakrament 80 – Sakramente: die ausgestreckten Arme der Kirche 81 – Die grenzenlose Güte Gottes 83 – Wer ist würdig, ein Sakrament zu empfangen? 85


5 Chancen der Sakramentenkatechese 86

Verunsichernde Begegnungen 86 – Erinnerungswürdige Begegnungen mit dem göttlichen Interesse 90 – Erwartungen an die sakramentalen Begegnungen 91 – Das muss gefeiert werden 92 – »Fang an mit dem, was sie haben« 98 – In Gottes Bewegung der zuvorkommenden Güte eintreten 100


6 Sakramentenkatechese – möglicher Beginn eines Glaubensweges 102

Lernbedingungen schaffen 103 – Glauben als Lebenswissen 103 – Wahlentscheidende Faktoren 104 – Konsequenzen für die Katechese 110 – Elemente und Etappen der Evangelisierung 112 – »Herzschrittmacher« der Bekehrung 120


7 Weggefährten im Glauben 123

Ein biblisches Leitbild: Die Begegnung zwischen Petrus und Kornelius 123 – Gott ist schon da 136 – »Jeder Mensch ist eine Bibel«139 – Die Sprache des Lebens lernen 143 – Im Dialog Gott erfahren 145 – Zeige deine Wunde! 148 – Fehlerfreundlichkeit: Schuld zulassen 151 – Sehnsüchte wach halten 153


8 Sonntag für Sonntag christlich leben lernen 156

Eigene Erinnerungen 157 – Zwischen christlichem Sonntag und der DIN-Norm 1355 159 – Was feiern Christen am Sonntag? 161 – Anregungen zu einer christlichen Sonntagskultur 169 – Bedeutung christlicher Sonntagskultur für die Gesellschaft 180


9 Unterwegs bleiben – Hinweise für eine erfolgreiche Katechese 182

Christen als Menschen des »neuen Weges« 182 – Unordentliche Katechese 184 – Zehn Hinweise zu einer erfolgreichen Katechese 185 – Der lange Atem des Heiligen Geistes 188

Quellenverzeichnis 190