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Encyklopädie der Philologie
Encyklopädie der Philologie




August Boeckh

Meiner Hamburg
EAN: 9783787343157 (ISBN: 3-7873-4315-6)
1217 Seiten, hardcover, 18 x 24cm, November, 2023

EUR 248,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
August Boeckhs Vorlesung über »Encyklopädie der Philologie« zählt zu den großen wissenschaftssystematisierenden Entwürfen des 19. Jahrhunderts. Sie gilt als eines der Gründungsdokumente der Alten Geschichte, bildet aber zugleich den Endpunkt einer Entwicklung, da in der weiteren Ausdifferenzierung der Fächer die Klassische Philologie und die Alte Geschichte getrennte Wege gegangen sind.

Boeckh hat seine Vorlesung, die hier erstmals historisch-kritisch mit Sachanmerkungen, umfassender Bibliographie und Personenglossar ediert wird, zwischen 1809 und 1865 insgesamt 26 Mal gehalten. Während der gesamten Zeitspanne diente ihm dabei ein 1809 niedergeschriebenes Heft, das er nach und nach durch zahlreiche Randbemerkungen und eingelegte Zettel ergänzt hat, als Grundlage für seinen Vortrag.
Rezension
Welcher Wissenschaftler wurde mit 25 Jahren Ordinarius an der Universität Berlin? Wer lehrte dort 56 Jahre und 113 Semester? Von welchem Vertreter der Klassischen Philologie stammt ein Klassiker der Hermeneutik? Wer arbeitete über 57 Jahre an dem Manuskript zu dem Werk? Die Antwort lautet August Boeckh (1785-1867). Der Professor der Beredsamkeit und klassischen Literatur an der Berliner Universität verfasste eines der bekanntesten und meist rezipierten Werke zur Wissenschaftsphilosophie der Klassischen Philologie, nämlich die „Encyklopädie der Philologie“. Die Vorlesung zu philosophischen Grundfragen der Klassischen Philologie, zur Methodik, zur Theorie der Hermeneutik und zu den materiellen Gegenständen der Altertumswissenschaft hielt Boeckh vom Sommersemester 1809 bis zum Sommersemester 1865 insgesamt 26 Mal.
Im Unterschied zu den zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Hauptwerken „Die Staatshaushaltung der Athener“(2 Bde. 1817) und „Corpus Inscriptionum Graecarum“(1828-1843) erschien sein berühmtes Werk erst postum 1877. Bekannte klassische Philologen wie beispielsweise Werner Jaeger betonten, dass sie ihre hermeneutische Orientierung aus Boeckhs „Encyklopädie“ gewonnen hätten. Dieses ist nämlich nicht nur eine Arbeit, in dem eine Konzeption von Philologie als Teil einer „Allgemeinen Alterthumslehre“ vorgelegt wird, sondern auch ein metatheoretisches Werk für alle philologisch-historischen Wissenschaften. So geht es beispielsweise im zweiten Hauptstück um das Verhältnis von Kritik und Hermeneutik.
2023 erschien erstmals im Felix Meiner Verlag eine historisch-kritische Ausgabe von Boeckhs „Encyklopädie der Philologie“. Herausgegeben werden die drei Bände von Christiane Hackel, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Gräzistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Band 1.1 enthält auf 416 Seiten nach einer Einleitung und einem editorischen Bericht den „Grundtext“, basierend auf Boeckhs 237 Blätter umfassenden Vorlesungsmanuskript, welches sich im Nachlass des Philologen im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften befindet. Im 290 Seiten fassenden Band 1.2 sind Boeckhs Textbeilagen zu seiner Vorlesung abgedruckt. Die 520 Seiten des Bandes 2 enthalten einen Anhang u.a. mit Anmerkungen zu den Bänden 1.1 und 1.2 sowie eine umfangreiche Bibliographie. Die vorliegende Ausgabe von Boecks Klassiker ist ein Standardwerk der Geisteswissenschaften. Lehrkräfte der Fächer Philosophie, Latein und Altgriechisch werden durch die vorliegende Edition motiviert, sich im Fachunterricht mit der Wissenschaftsphilosophie der Philologien und mit Hermeneutik im Besonderen problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Die exzellente historisch-kritische Ausgabe von August Boeckhs „Encyklopädie der Philologie“ kann als ein Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte der Klassischen Philologie und in der Edition von klassischen Werken der Hermeneutik gelten.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
August Boeckhs Vorlesung über »Encyklopädie der Philologie« zählt zu den großen wissenschaftsbegründenden und -systematisierenden Entwürfen des 19. Jahrhunderts. Sie stellt einen Kulminationspunkt im Prozess der Verwissenschaftlichung der klassischen Philologie und der Ausdifferenzierung der einzelnen philologischen Disziplinen dar.
Boeckh hat seine Vorlesung zwischen 1809 und 1865 insgesamt 26 Mal gehalten. Während der gesamten Zeitspanne diente ihm dabei ein 1809 niedergeschriebenes Heft, das er nach und nach durch zahlreiche Randbemerkungen und eingelegte Zettel ergänzt hat, als Grundlage für seinen Vortrag. Boeckh konzipiert die Philologie zum einen als »Alterthumswissenschaft« und zum anderen zugleich als Metatheorie aller philologisch-historischen Wissenschaften. Er folgt darin einerseits seinem Hallenser Lehrer Friedrich August Wolf und übernimmt dessen Erweiterung der bis dato auf bloße Textkritik beschränkten Altphilologie zu einer alle überlieferten antiken Zeugnisse in den Blick nehmenden Sachphilologie. Andererseits stellt er die Altertumswissenschaft auf ein neues Fundament, indem er ihr – auf die daran geäußerte Kritik reagierend – eine systematische Gestalt gibt.
Boeckhs »Encyklopädie der Philologie«, die hier zum ersten Mal historisch-kritisch mit Sachanmerkungen, umfassender Bibliographie und Personenglossar ediert wird, gilt als eines der Gründungsdokumente der Alten Geschichte, bildet aber zugleich den Endpunkt einer Entwicklung, da in der weiteren Ausdifferenzierung die Klassische Philologie und die Alte Geschichte getrennte Wege gegangen sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung *7
1. August Boeckh *7
2. Boeckhs Vorlesung über „Encyklopädie der Philologie“ *8
3. Boeckhs Philologie-Konzeption *9
4. Die Edition von Ernst Bratuscheck *12
5. Weitere Editionen und Übersetzungen *13
6. Zur Rezeptionsgeschichte *14
Editorischer Bericht *16
1. Zur Entstehungsgeschichte der vorliegenden Edition *16
2. Das Manuskript der „Philolog[ischen] Encyklo[pädie]“ *16
a) Das ursprüngliche Vorlesungsheft *17
b) Die Beilagen *18
c) Überlegungen zur Datierung *20
3. Zum Aufbau und zur Gestaltung der vorliegenden Edition *21
a) Allgemeine Editionsrichtlinien *24
b) Zur Gestaltung von Band 1.1 *27
c) Zur Gestaltung von Band 1.2 *28
GRUNDTEXT [Band 1.1] 1
Einleitung 3
I. Idee der Philologie, oder von ihrem Begriff, Umfang, und höchsten Zweck 5
II. Begriff der Encyklopädie, in besonderer Hinsicht auf die Philologie 17
III. Bisherige Versuche zu einer Encyklopädie dieser Wissenschaft, und Kritik derselben 21
IV. Wie sich die Encyklopädie zur Methodik verhalte 33
V. Von den Quellen und Hilfsmitteln des gesammten Studiums – Bibliographie 39
VI. Entwerfung unseres Planes 43
VI. Entwurf unseres Planes 51
Erster Haupttheil. Formeller Theil 65
Erstes Hauptstück. Theorie der Hermeneutik 69
Zweytes Hauptstück. Theorie der Kritik 137
Zweyter Haupttheil. Materieller Theil 215
Erstes Hauptstück. Allgemeine Alterthumslehre 217
Zweytes Hauptstück. Besondere Alterthumslehre 251
Erster Theil. Von dem öffentlichen Leben der alten Völker 251
I. Chronologie 251
II. Geographie 259
III. Politische Geschichte des classischen Alterthums 267
IV. Politische Alterthümer der Römer und Griechen 279
Zweyter Theil. Von dem Privatleben der alten Völker 287
Dritter Theil. Von dem Cultus oder der äußern Religion und der Kunst 289
Vierter Theil. Von der gesammten Wissenschaft der alten Völker 307
I. Mythologie 309
II. Philosophie 317
III. Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften 319
IV. Geschichte der ethischen Wissenschaften 329
V. Geschichte der Litteratur der Griechen und Römer 333
VI. Geschichte der Sprache 339

TEXTBEILAGEN [Band 1.2]
Beilagen zur Einleitung 379
I. Idee der Philologie 381
III. Bisherige Versuche 402
VI. Entwerfung unseres Planes 409
Beilagen zum ersten Haupttheil 419
Theorie der Hermeneutik 421
Theorie der Kritik 443
Beilagen zum zweyten Haupttheil 461
Allgemeine Alterthumslehre 463
Besondere Alterthumslehre 474
Erster Theil. Von dem öffentlichen Leben der alten Völker 474
I. Chronologie 474
II. Geographie 484
III. Politische Geschichte des classischen Alterthums 495
IV. Politische Alterthümer der Römer und Griechen 507
Zweyter Theil. Von dem Privatleben der alten Völker 514
Dritter Theil. Von dem Cultus oder der äußern Religion und der Kunst 516
Vierter Theil. Von der gesammten Wissenschaft der alten Völker 545
I. Mythologie 545
II. Philosophie 583
III. Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften 585
V. Geschichte der Litteratur der Griechen und Römer 589
VI. Geschichte der Sprache 594
ANHANG [Band 2] *7
Verzeichnis der von Boeckh verwendeten Abkürzungen *9
Vorbemerkung zu den Anmerkungen *11
Anmerkungen *15
zu Band 1.1 · Grundtext *15
zu Band 1.2 · Textbeilagen *149
Verzeichnis der im Manuskript liegenden Drucksachen *245
Verzeichnis der im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (ABBAW) überlieferten Vorlesungsmanuskripte Boeckhs *247
Tabellarische Darstellungen vonBoeckhs Lehrtätigkeit *249
TABELLE 1: Gesamter Vorlesungszyklus *252
TABELLE 2: Zyklus der „Encyklopädie-Vorlesung“ *260
Bibliographie *263
Vorbemerkung zur Bibliographie *263
Von Boeckh erwähnte Literatur *269
Abgekürzt zitierte Literatur *445
Forschungsliteratur *447
Personenglossar *459
Danksagung *519