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Die letzten Tage der Diktatur
Spione, Drahtzieher und das Ende der Nazi-Herrschaft
Svenja Falk
Klett-Cotta
EAN: 9783608966947 (ISBN: 3-608-96694-3)
256 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, März, 2026, mit zahlreichen Abbildungen
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Das unbekannte Ende der Naziherrschaft. Der packende Schlusspunkt des »Dritten Reiches« – dramatische Wochen zwischen Diktatur und Befreiung
Das »Dritte Reich« ist gefallen – doch die Geschichte steht nicht still. In Flensburg kreuzen sich die Wege von Agenten, Überlebenden und alten Eliten. Zwischen zerfallender Macht und zaghaftem Aufbruch wird verhandelt, getäuscht, geschwiegen – und der Grundstein für erstaunliche Karrieren gelegt. Dies ist die spannende Geschichte einer Zwischenzeit, in der die Konturen der heutigen Welt bereits erkennbar sind.
Nach der bedingungslosen Kapitulation tagt in Flensburg die letzte nationalsozialistische Reichsregierung. Großadmiral Karl Dönitz inszeniert sich als legitime Übergangsinstanz. Die Alliierten dulden das Schauspiel – vorerst. So entsteht für wenige Wochen eine Zwischenzeit voller überraschender Neuanfänge: Albert Speer beginnt hier mit der Konstruktion seines Mythos vom unpolitischen Experten. Die Pilotin Beate Uhse legt den Grundstein für den größten Erotik-Konzern der Welt. Der britische Geheimdienstoffizier Ian Fleming sammelt Eindrücke, Figuren und Motive – für das, was später James Bond werden soll. Auch der junge Siegfried Unseld gehört zur Szenerie – er wird einer der bedeutendsten Verleger der Bundesrepublik. Im Norden kreuzen sich die Wege von Tätern, KZ-Häftlingen und Mitläufern. Es ist eine Zeit zwischen Kontinuität, Abrechnung und Neuanfang – in erstaunlichen Konstellationen. In ihrer packenden Darstellung schildert Svenja Falk diese kaum bekannte Übergangszeit auf Basis erstmals ausgewerteter Quellen – und zeigt, wie sich in diesen Tagen bereits die großen Linien der Nachkriegszeit abzeichnen.
Prof. Dr. Svenja Falk, Jg. 1964, ist Politologin und Autorin zahlreicher Fachbücher. Dies ist ihr erstes Buch dieses Genres, entstanden aus der Neugier der gebürtigen Flensburgerin für jene eigentümliche dreiwöchige Phase im Jahre 1945, während der ausgerechnet in der Kleinstadt Flensburg Kräfte des alten Regimes und der siegreichen Alliierten ihr eigenes Schicksal sowie das Nachkriegsdeutschlands zu bestimmen suchen.
Rezension
Über die letzten drei Wochen der nationalsozialistischen Diktatur nach der Kapitulation ist vergleichsweise wenig bekannt bzw. diese Übergangszeit steht nicht eben im Fokus der Aufmerksamkeit, - zu Unrecht, wie die Autorin, gebürtige Flensburgerin, meint; denn hier zeichnen sich die großen Linien der Nachkriegszeit bereits ab. In diesem historischen Niemandsland zwischen Vergangenheit und Zukunft zeigten sich bereits deutlich die Konturen jener Konflikte, die die Welt prägen sollten. Diese Episode am Ende des »Dritten Reiches« findet wenig Beachtung. Es ist eine Zeit, die fast wie ein blinder Fleck zwischen den großen Kapiteln der Geschichte liegt – zwischen Kapitulation und Neuanfang, zwischen Schuld und Verdrängung. Flensburg wurde kurzzeitig Berlin: Nach der bedingungslosen Kapitulation tagte in Flensburg die letzte nationalsozialistische Reichsregierung. Großadmiral Karl Dönitz inszenierte sich als legitime Übergangsinstanz. Im Norden kreuzen sich die Wege von Tätern, KZ-Häftlingen und Mitläufern. Es ist eine Zeit zwischen Kontinuität, Abrechnung und Neuanfang, - so das Fazit der Autorin.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagworte:
Berlin, Drittes Reich, Flüchtlinge und politisches Asyl, Geschichte, Sachbuch, Heinrich Himmler, Hermann Göring, Holocaust, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus, Periode des Zweiten Weltkrieges (ca. 1938 bis ca. 1946), Politische Strukturen / Systeme: Totalitarismus und Diktatur, Schleswig-Holstein, Sozial- und Kulturgeschichte, Spionage und Geheimdienste, Winston S. Churchill, Zweiter Weltkrieg
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 11
Über das Buch 15
Montag, 30.April 1945 19
Hitlers Erbe 19
Warum Dönitz? 22
Verschlüsselungsmaschine Enigma im Einsatz 24
Von der »schwarzen Propaganda« zum ersten deutschen Nachrichtendienst 27
»Rattenlinie Nord« 29
Spione, die zu spät kommen 32
Berlin fällt 36
Flucht im letzten Moment 38
Heinrich Himmlers Führungsanspruch 40
Dienstag, 1.Mai 1945 42
Ein russischer Komponist fällt aus dem Schrank 42
Das zweite und dritte Telegramm 43
Illusion der Kontrolle 45
Durchhalteparolen und der Mythos der Rettung von Millionen 46
Flensburger Reaktionen 48
Falsche Identitäten 49
Ist Hitler wirklich tot? 51
Mittwoch, 2.Mai 1945 54
Aufbruch nach Flensburg 54
Die neue »Reichshauptstadt« 55
Berufung der Geschäftsführenden Reichsregierung 59
Männerbünde, Seilschaften und ehrenwerte Nazis 62
Die Geheimakte der V2-Rakete und der norwegische Spion 63
Die Ankunft der KZ-Häftlinge 65
Hauptstadtbürger wider Willen 66
Donnerstag, 3.Mai 1945 69
Garnisonsstadt Flensburg 69
Nazis im Dauerdelirium 70
Der Kommandant von Auschwitz 71
Ein englischer Faschist in Flensburg 73
Der tragische Irrtum der Royal Air Force 74
Taktieren am Abgrund 75
Freitag, 4.Mai 1945 77
Der Anfang vom Ende: Teilkapitulation 77
Regieren im Vakuum 78
Der letzte Verbündete wendet sich ab 80
Samstag, 5.Mai 1945 82
Die Waffen ruhen 82
»Operation Regenbogen« 84
Hitlers Salonflieger Condor 85
Die Geschäftsführende Reichsregierung im Amt 88
Himmlers letzter Plan 89
Todesurteile am Ende des Krieges 90
Der Kriegsverlierer wird inspiziert 91
James Bond in Flensburg 94
Sonntag, 6.Mai 1945 99
Dönitz räumt auf 99
Wem nützt die Regierung Dönitz? 101
Zwei Zukunftsentwürfe 102
Montag, 7.Mai 1945 104
Kapitulation in Reims 104
Dönitz und die Konzentrationslager 107
Flüchtlinge campen im Wald 108
Dienstag, 8.Mai 1945 109
Kriegsende: »weiter so« in Flensburg 109
Unklare Zukunft 110
Zwei Radioansprachen zum 8. Mai 1945: Karl Dönitz und Thomas Mann 112
Endzeitstimmung 114
Zeitzeuge Siegfried Unseld 115
Die stille Integration deutscher Experten in Großbritannien 117
Mittwoch, 9.Mai 121
Die zweite bedingungslose Kapitulation 121
Der letzte Wehrmachtsbericht des Zweiten Weltkriegs 123
Die Vorhut 124
Die Moral der Truppe zerfällt 124
Die Weltpresse berichtet über die Konzentrationslager 126
Donnerstag, 10.Mai 128
Die Denkschrift der Geschäftsführenden Reichsregierung 128
Kontinuitäten: Ritterkreuz mit Eichenlaub und Todesstrafen 129
Von Flensburg nach Hollywood 131
Die Amerikaner planen den Abzug aus Europa 132
Freitag, 11.Mai 134
Geburtsstunde der freien Presse 134
Flensburg wird immer voller 135
Conrad Klug kommt aus Dachau nach Hause 136
Konfrontationen 139
Chemische Kampfstoffe und Giftmüll in der Ostsee 141
Samstag, 12.Mai 143
Die Wehrmacht hat kapituliert, der Staat existiert weiter? 143
Die alliierte Überwachungskommission 144
Know-how als Verhandlungsmasse 145
Besatzer, nicht Befreier 146
Sonntag,13.Mai 149
Die Alliierte Kontrollkommission nimmt die Arbeit auf 149
Rituale und Kontrollverlust 150
Beate Uhse: Empfängnisverhütung als Geschäftsidee 152
Montag, 14.Mai 155
Zwischen Machtvakuum und Selbstbehauptung 155
Die Geschäftsführende Reichsregierung stellt Personal ein 158
Das letzte nationalsozialistische Staatsbegräbnis 159
Das Flensburger Arbeitsamt entlässt Zwangsarbeiter 160
Dienstag, 15.Mai 162
Ungeheuerliche Verharmlosung 162
Dönitz schreibt an Montgomery 163
Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes 165
Mittwoch, 16.Mai 167
»Kalte Heimat« statt Volksgemeinschaft 167
Das Misstrauen der Sowjets 169
Debatten, Ausflüchte und Abwehr 170
Churchill rudert zurück – teilweise 172
Donnerstag, 17.Mai 174
Tipping Point: Das Gespräch, das alles ändert 174
Die Ostorientierung der deutschen Soldaten 176
Die neue Stadtverwaltung 177
Freitag, 18.Mai 179
Alfred Rosenberg wird verhaftet 179
Die dänische Minderheit 180
Samstag, 19.Mai 182
Zankapfel Flensburg – Die Alliierten und das Dönitz-Regime 182
Speers Mythos vom »deutschen Rüstungswunder« 184
Reinhard Gehlens Know-how 188
Sonntag,20.Mai 190
Jagd auf Hitlers Codeknacker 190
Fragile Ordnung überall 192
Die Verhaftung steht fest 194
Montag, 21.Mai 196
Eine Expertenkommission der britischen Marine 196
Wolfgang Neuss: Beginn einer Kabarettistenkarriere im Internierungslager 198
Frau Pernet steckt fest 199
Dienstag,22.Mai 201
Startschuss für die freie Presse 201
Das Agentennetzwerk »Triangle« und Eva Brauns Armbanduhr 203
Operation Unthinkable 204
Mittwoch,23.Mai 208
Operation Blackout: Verhaftung vor den Augen der Weltpresse 208
Der falsche Hitler 210
»Lord Haw-Haw« geht ins Netz 214
Dänische Kollaborateure 216
Juwelenraub im Schloss Glücksburg 216
Himmlers Selbstmord 218
Wo ist das Nazigold? 220
Kurzbiographien 221
Literatur 231
Bildnachweis 237
Anmerkungen 239
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