|
|
|
|
Die Wissenschaft vom lieben Gott
Eine Theologie für Recht- und Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten
Otto Kallscheuer
Eichborn AG
EAN: 9783821847511 (ISBN: 3-8218-4751-4)
488 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 22cm, 2006
EUR 26,90 alle Angaben ohne Gewähr
|
|
Umschlagtext
»Fürwahr: Dieses Buch lädt ein, mitzufragen, mitzudenken - und zu widersprechen ... Allen ist die Lektüre anzuraten in der Hoffnung auf ein Mehr an gegenseitigem Verständnis und Toleranz.« Deutschlandradio Kultur
»In fiktiven Dialogen hört Kallscheuer auf die Einwände von Glaubensskeptikern und Kirchenkritikern, läßt aber auch den dissonanten Chor von Glaubenszeugen aus allen Jahrhunderten der >Kirche< immer wieder neu erklingen ... In der Gebrochenheit intellektuellentypischer Skepsis hat er ein gut katholisches, Vernunft und Glaube synthetisierendes Buch geschrieben.«
Neue Zürcher Zeitung
»Die Rede und Abrede von Gott in all ihren Facetten wird zum intellektuellen Abenteuer.«
Passauer Neue Presse
»Auf Kallscheuers intellektuellem Niveau wirft die Auseinandersetzung mit der Theologie einen satten Mehrwert ab.«
Deutschlandfunk
Wer die Theologie den Fernsehpredigern, den Drewermännern und dem Dalai Lama überlassen will, sei gewarnt. Dieses Buch ist dazu angetan, mit dem Dünndenken aufzuräumen.
Es ist schon sonderbar, daß eine alte Leitwissenschaft, auf die sich die besten Köpfe Europas jahrhundertelang konzentriert haben, derart in Vergessenheit geraten ist. Ein Publikum, das sich aufgeklärt dünkt, scheint sich von einem der größten intellektuellen Abenteuer der europäischen Geschichte definitiv verabschiedet zu haben.
Otto Kallscheuers Buch wird diesem Zustand nicht abhelfen können. Aber es hat demjenigen viel zu bieten, der verstanden hat, daß die Religionen keineswegs vom historischen Horizont verschwunden sind - eher im Gegenteil. Kallscheuer nimmt sie ernst, ohne in den Tonfall der Dogmatiker zu verfallen.
Er führt mit der Leserin, dem Leser einen fortlaufenden Dialog, der keiner Frage, keinem Zweifel und keiner Kritik ausweicht. Seine Darstellung ist von einer gründlichen Quellenkenntnis gesättigt. Nicht nur werden die Positionen der großen Kirchenlehrer, der doctorum venerabilium von Augustinus bis Ratzinger erörtert. Auch Vergessene und Abweichler von Nikolaus von Kues bis Karl Barth kommen zu Wort, und zu jeder wichtigen Frage nimmt Kallscheuer in den Blick, wie die anderen Hochreligionen sie beantworten.
OTTO KALLSCHEUER, der an diesem Werk zehn Jahre lang gearbeitet hat, ist 1950 im Rheinland geboren; er lebt auf Sardinien und in Berlin. Als Politikwissenschaftler und Philosoph lehrte und forschte er an der Freien Universität Berlin und am Institute für Advanced Study an der Universität Princeton, New Jersey. Seine wichtigsten Publikationen sind: Glaubensfragen (1991), Gottes und Volkes Stimme (1994) und Das Europa der Religionen (1996).
Rezension
Schon der Titel verrät: Dies ist keine gewöhnliche Dogmatik des christlichen Glaubens - und auch der Verlag ist nicht eben ein spezifisch theologischer Verlag und ebenso ist der Autor kein (katholischer) Theologe ... Und doch behandelt dieses gewaltige Buch in 18 Kapiteln zentrale und grundlegende Fragen christlicher Dogmatik: Die Schöpfung, die Gotteslehre, den Monotheismus, den Atheismus und vieles mehr in ganz unorthodoxer, aufgeklärter und skeptisch-kritischer Art und Weise. Und so wird die Lektüre zum Gewinn für jeden, der sich ernsthaft, zweifelnd und kritisch mit den Grundlagen der (christlichen) Religion beschäftigen will, - eben eine etwas andere Dogmatik, wie der Untertitel verrät: Eine Theologie für Recht- und Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Otto Kallscheuer ist 1950 im Rheinland geboren.
Als Politikwissenschaftler und Philosoph lehrte und forschte er an der Freien Universität Berlin und am Institute für Advanced Study an der Universität Princeton. Er lebt auf Sardinien und in Berlin.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT 15
I. Kapitel
GOTT GLAUBEN - AN GOTT GLAUBEN?
Wem können wir glauben? 21
1: Drei Hinsichten des Glaubens 21
2: Wissen - Glauben - Wollen 24
3: Fides quaerens intellectum (und umgekehrt) 27
4: Der Gott der Philosophen 29
5: Der Gott des Propheten 33
II. Kapitel
GOTTES BUCH UND SEIN GEHEISS
Warum glauben wir an Gott? 37
1: Widerwort und Hingabe 37
2: Schönheit und Wahrheit von Gottes Wort 39
3: Worte und Wunder 42
4: Zucht und Ordnung 45
5: Gottes Buch und Menschenwort 49
6: Feuer und Schrift 52
7: Dogma und Irrtum 54
8: Orthodoxie als List der Vernunft 57
9: De omnibus dubitandum 61
III. Kapitel
ZWEIERLEI UNGLAUBEN
Und wenn wir nicht glauben? 64
1: Zweifel und Unverständnis 65
2: Aktiver Unglaube 66
3: und passive Gleichgültigkeit 69
4: Atheismus als Echo des Glaubens 70
5: Die weltlich gewordene Welt 73
6: Der fremde Gott 76
7: Paradoxon 78
IV. Kapitel
WELT UND WARUM
Warum gibt es überhaupt irgend etwas - und nicht nichts? 82
1: Warum-Fragen und Überhaupt-Fragen 82
2: Himmelsrichtung des Denkens 84
3: Im Westen der Wahrheit 88
4: Der Elefant und die Schildkröte 90
5: Lebenswelt und Wissenswelt 93
6: Horizont und Weltenraum 96
7: Lichtschranke Weltzeit 98
V. Kapitel
IMMANENZ UND TRANSZENDENZ
Warum ist mein Bewußtsein grundlos? 102
1: Pascal und Valery. 102
2: >Äußere< und >innere< Transzendenz 105
3: Sein und Bewußtsein 107
4: Grenzgänger und Netzwerker 109
5: Sinn öder Leben? 112
6: Transzendentale Erfahrung? 116
7: Den Lieben Gott zum Grund? 119
8: Das Selbst und das Nichts 121
VI. Kapitel
SCHAUDER UND LICHT
Warumfragen wir weiter? 125
1: Angst oder Metaphysik? 125
2: Wie die Kinder 128
3: Sonderbare Kontingenz 130
4: Sein als Offenbarung 131
5: Gewißheit und Erleuchtung 134
6: Licht des Zweifels 136
7: Pingpong 139
VII. Kapitel
KOSMOS UND WÜSTE
Ist der Mensch ein metaphysisches Tier? 142
1: Software und Hardware 142
2: Mathematik als Musik 145
3: Dichtung und Wahrheit 148
4: Glauben und Wissen 150
5: Weisheit oder Reinheit? 154
6: Gegenreligion und Sozialkritik 158
7: Abgötter und Welt 160
8: Gottesbund und Disziplin. 162
9: Soziologie der Wüste 164
VIII. Kapitel
MULTIVERSUM UND MONOTHEISMUS
Warum würfelt der Liebe Gott nicht? 167
1: Viele Welten - eine Schöpfung? 167
2: Anthropie und Utopie 171
3: Das extravagante Multiversum 173
4: Wasser und Geist 177
5: Eine Welt - viele Götter? 179
6: Pantheon und Volksmusik 182
7: Dreierlei Theologie 184
8: Aufgeklärter Relativismus 186
IX. Kapitel
ABGÖTTER UND GOTTESKRIEGER
Was spricht gegen viele Götter? 189
1: Relativ bunt 190
2: Vernunft und Sorgen 193
3: Humes Paradox 196
4: Ebbe und Flut 199
5: Göttliche Balance 203
6: Delphische Konkordanz 206
7: Fragliche Toleranz 208
X. Kapitel
GOTT IM EXIL
Wo hören wir Gottes Stimme? 212
1: Exil und Empire 212
2: Das Tao der Gnosis 216
3: Athen und Jerusalem 218
4: Out of Africa 220
5: Gottesvolk und Diaspora 224
6: Ein neues Lied? 228
XI. Kapitel
EINER ODER ALLES
Was heißt Pantheismus? 231
1: Neigung zum All 231
2: oder Pflicht zum Kosmos? 233
3: Glauben und Dichten 235
4: Unfehlbares Universum? 238
5: Himmel auf Erden 240
6: Gottes Allgegenwart 244
7: als mystische Erfahrung 247
8: Welt ohne Selbst? 249
XII. Kapitel
WELTEINHEIT UND ARTENVIELFALT
Ist die Welt eine ohne Gott? 255
1: Vielfalt und Einfalt 256
2: Männer im Mond 259
3: und Exo-Theologie 261
4: Gott oder Welt 263
5: Evolution oder Design? 265
6: Subjekt und Objekt 269
7: Ora et labora 271
8: Return to Future 274
XIII. Kapitel
DAS HÖCHSTE WESEN
Welcher Art ist Gottes Hoheit? 277
1: Uhrmacher und Designer 278
2: Tat und Tatsache 281
3: Wort und Über-Ich 282
4: ich und Du 285
5: Die Kraft und die Herrlichkeit 288
6: Gott der Vernunft? 290
7: Der Eine - das Absolute 293
8: Fünf Wege zum höchsten Wesen 295
9: Der Gott des Weltbildes 297
10: Gute Gründe - richtiges Leben 300
11: Zwang ohne Zwang 302
12: K(E)in schöner Abgang 306
XIV. Kapitel
SCHAUEN UND WISSEN
Ist die Theologie Bekenntnis, Vision oder Wissenschaft? 309
1: Gottvertrauen und Vernunftglauben 310
2: Utrum sacra doctrina sit scientia 313
3: Ratio et confessio 316
4: Optimisten und Pessimisten. 319
5: Muslimische Aufklärung 323
6: und natürliche Theologie 326
7: Von Angesicht zu Angesicht 329
8: Sehen oder Suchen 332
9: Schauseligkeit 335
10: Am Fuße der Leiter 337
11: Gott beweisen? 340
XV. Kapitel
SCHÖPFER UND SCHÖPFUNG
Und wenn Gott die Welt nun nicht erschaffen hätte? 343
1: Gott ohne Welt 344
2: Die beste der Welten? 346
3: Vor dem Anfang 350
4: Machbare Welten und Konstruktionsregeln 355
5: Allwissen und Wollen 359
6: Scheidung und Schöpfung 361
7: Ewigkeit und Virtualität 366
8: Allmacht und Zukunft 371
9: Die menschliche Richtung der Zeit 376
XVI. Kapitel
GESICHT UND SCHRIFT
Warum hat Gott keine Augenzeugen? 378
1: Hören und Sehen 378
2: Begegnung und Himmelsvision 381
3: Gotteinung und Übung 384
4: Schrift und Tradition 388
5: Original und Kopie 390
6: Gesang und Buch 393
7: Mündliche Schrift? 396
8: Schrift des Herzens 400
XVII. Kapitel
GOTT DES GESETZES
Brauchen wir Gottes Gesetz, um frei zu sein? 406
1: Erhabenheit und Freiheit 407
2: Nationalgott ohne Macht? 408
3: Gott des Bundes 411
4: Rot und Schwarz? 414
5: Schwarze Pädagogik 417
6: Der Regenbogen 420
7: Transzendenz, moralisch und metaphysisch 423
8: Gott des Seins 427
XVIII. Kapitel
WELCHER GOTT?
Glauben Juden und Christen undMuslime an denselben Gott? 433
1: Ein Gott - viele Geschichten 434
2: Gott des Westens? 436
3: Reich und Diaspora 439
4: Jahwes Bund und Davids Sohn 445
5: Jesus und Christus 447
6: Schuld und Ehre 449
7: Gott und Mensch 455
8: Doppelnatur 458
9: Gott ist tot! 460
10: Logos und Sohn 463
11: Medium und Message 466
12: Ein Geist - eine Welt 468
Anhang
Literaturhinweise 473
Siglen 485
|
|
|