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Die Tora Theologie und Sozialgeschichte des alttestamentlichen Gesetzes Sonderausgabe
3. Auflage, 1. Auflage der Sonderausgabe 2005 / 1. Aufl. 1992
Die Tora
Theologie und Sozialgeschichte des alttestamentlichen Gesetzes


Sonderausgabe

3. Auflage, 1. Auflage der Sonderausgabe 2005 / 1. Aufl. 1992

Frank Crüsemann

Gütersloher Verlagshaus
EAN: 9783579052120 (ISBN: 3-579-05212-8)
496 Seiten, paperback, 15 x 22cm, 2005

EUR 29,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Frank Crüsemann bietet einen Überblick über die Geschichte des alttestamentlichen Rechts von den kaum fassbaren Anfängen in vorköniglicher Zeit bis zum Abschluss und zur Kanonisierung im Pentateuch. Stets macht er sichtbar, wie aus historischen und sozialen Gegebenheiten Recht erwächst und wie dieses umgekehrt das Zusammenleben der Menschen ordnet und einem ethischen Anspruch aussetzt. Das Buch zieht Linien bis ins nachbiblische Judentum, ins Neue Testament, vor allem aber zu entsprechenden Problemen der Gegenwart. Ein Buch für Bibelwissenschaftler, Bibelinteressierte und alle am Gespräch mit dem Judentum Beteiligten.



»Die Ergebnisse des Buches, das frei ist von Spekulationen und gewagten Hypothesen, sind überzeugend und beeindruckend. Der Autor versteht es meisterhaft, den Texten die Aktualität zu entlocken, die sie unmittelbar in die heutige Situation sprechen lässt, was die Lektüre des Buches zum Genuss macht.« Frankfurter Allgemeine Zeitung.



Der Autor:

Frank Crüsemann ist Professor em. für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Bethel.


Rezension
Diese überzeugende Darstellung des alttestamentlichen Gesetzes ist die wohl beste im deutschsprachigen Raum. Wer sich im Religionsunterricht mit den 10 Geboten beschäftigt oder mit weiteren Aspekten der alttestamentlichen Tora, der wird hinsichtlich der fachwissenschaftlichen Vorbereitung um dieses Standardwerk der alttestamentlichen exegetischen Forschung nicht herum kommen. Es liegt jetzt als günstige Sonderausgabe mit einem Preisvorteil von 50% vor. Der Betheler Alttestamentler Frank Crüsemann hat nicht nur einen Klassiker zum Verstehen des alttestamentlichen Gesetzes vorgelegt, sondern auch ein Standardwerk zur sozialgeschichtlichen Exegese und einen bedeutsamen Beitrag zum jüdisch-christlichen Dialog; denn das jüdische Gesetzesverständnis spielt hier eine zentrale Rolle. Ein umfangreiches Bibelstellenregister schließt das Werk neben der differenzierten Gliederung zusätzlich auf.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
- Das Standardwerk als günstige Sonderausgabe!
Preisvorteil: 50%!
- Ein moderner Klassiker der alttestamentlichen Forschung.
- Ein Standardwerk der sozialgeschichtlichen Exegese.
- Ein wertvoller Beitrag zum jüdisch-christlichen Dialog.


Professor Dr. Frank Crüsemann
(*1938)

Kurzvita:
Dr. Frank Crüsemann studierte von 1958 bis 1964 Theologie in Hamburg, Heidelberg, Mainz und Erlangen. 1968 promovierte er in Mainz. Seit 1980 ist er Professor für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Bethel.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5

I. Die Tora im Pentateuch - Herausforderung und Fragestellung

1. Tora und christliche Theologie 7
2. Die eine Tora und die Folge der Rechtsbücher 13
3. Altorientalische Rechtskultur und israelitischer Glaube 17
4. Rechtsgeschichte und Sozialgeschichte 21

II. Der historische Rahmen - prophetische Kritik schriftlichen Rechts

1. Von Gott geschriebene Kultweisungen im Nordreich (Hos 8,12) 27
2. Gesetze gegen die Schwächsten im Juda des 8. Jahrhunderts des 10,1f) 30
3. Die Tora Jhwh's und die Schreiber des 7. Jahrhunderts (Jer 8,8f) 34

III. Gottesberg und Gottesrecht - vorn Weg der Tora an den Sinai 39

1. Das literarische Problem der Sinaiperikope 40
2. Der Berg der Rettung - die ältere Sinaitradition 44
3. Zwischen Mara und Sichern - deuteronomistische Aussagen über die Gabe der Tora 52
4. Thesen zum Werdegang der Sinaiperikope 60
5. Tafelwort statt Stierbild - zum Ursprung des Sinaigesetzes 66
6. Zusammenfassung: Wie und warum die Tora an den Sinai kam 73

IV. Mose als Institution? - Die Organisationsform des israelitischen Rechts

1. Die Frage nach Mose als Frage nach der Rechtsorganisation 76
2. Recht ohne Tor - die Ursprünge in vorstaatlicher Zeit 80
a. Zur Kritik der bisherigen Forschung 80
b. Quellen und Methode 83
c. Selbsthilfe und Verhandlung 91
d. Normevidenz statt Gottesrecht 94
3. Die Ambivalenz des königszeitlichen Rechtssystems 96
a. Das Problem - zum Stand der Forschung 96
b. Das Altestengericht im Tor - eine staatliche Rechtsinstanz 98
c. Ex 18 und die Frage einer mosaischen Institution 104
d. Das Jerusalemer Obergericht und seine Bedeutung 113
4. Tradition und Autonomie - zum nachexilischen Rechtssystem 121
a. Spuren einer »mosaischen« Gerichtsbarkeit 121
b. »Mose« im nachexilischen Recht 126

V. Das Bundesbuch - die tragende Grundlage

1. Einführung - der Stand der Diskussion 132
a. Historischer Ort 133
b. Komposition und literarische Schichtung 135
2. Die Quellen - der doppelte Anfang des schriftlichen Rechts 138
A. Die Praxis der Alleinverehrung (Ex 34,11-26) 138
a. Struktur und Schichtung 138
b. Das Bündnisverbot 147
a. Trennung in der Nachbarschaft 147
ß. Jhwh und die kanaanäischen Völker 151
y. Ausblick: Radikalisierung, Historisierung, Marginalisierung 153
c. Jhwh-Kult und bäuerliche Arbeit 157
a. Zeitstruktur und Erstlingsfrüchte 157
ß. Erstgeburten und Tieropfer 162
y. Ausblick: Die Zeitstruktur des biblischen Glaubens 167
d. Historischer Ort und sozialer Kontext 168
B. Der Jerusalemer Kodex - die Mischpatim (Ex 21f) 170
a. Aufbau und Schichtung 171
b. Rechtliche Struktur und soziale Wirkung 179
a. »Sein Geld« (Ex 21,21) - das Sklavenrecht 179
ß. »Der Täter bleibt straffrei« (Ex 21,19) - Tötung und Verletzung 188
Y. »Wenn er nichts hat« (Ex 22,2) - Eigentumsdelikte 192
c. Ort, Bedeutung und Charakter 195
3. Gottes Recht - die Tora-Konzeption des Bundesbuchs 199
a. Grundlinien und Hauptakzente 199
b. Gottes »Ort« - das Bundesbuch als Gottesrede 201
a. Der »Ort« Gottes als Kompositionselement 201
ß. Präsenz (Ex 20,24-26) 201
Y. Asyl (Ex 21,13f) 205
ö. Begleitung (Ex 23,20ff) 209
c. »Ich bin gnädig« (Ex 22,26) - das Recht der Barmherzigkeit 213
a. Fremde - literarischer Rahmen und inhaltlicher Maßstab 213
ß. Arme - der Anfang des Wirtschaftsrechts 217
y. Rechtsprechung und Erbarmen (Ex 23,1-8) 219
ö. Recht oder Ethik? - Zum Rechtscharakter der Sozialgebote 224
4. Katastrophenverarbeitung - die Entstehung des Bundesbuches 229
a. Der Vorgang der Kodifikation 229
b. Kultische Historisierung - die Nachinterpretation 231

VI. Das Deuteronomium - die prägende Ausgestaltung

1. Kontinuität und Neuansatz - der historische Ort 235
a. Fortschreibung, Ausweitung, Verbegrifflichung - das Verhältnis zum Bundesbuch 236
b. Grundzüge von Schichtung und Komposition 238
c. Plädoyer für eine vorexilische Datierung 242
d. Die Herrschaft des judäischen 'am hä'ärtes als Grund der Neukodifizierung 248
2. Freiheit und Solidarität - die theologische Logik 252
a. Der Zehnte und seine Schlüsselrolle 252
b. Das Deuteronomium als Recht freier Landbesitzer 256
c. Das machtlose Zentrum 259
d. Das soziale Netz - zur Sozialgesetzgebung 262
a. Solidarität und Segen 262
ß. Der Schuldenerlaß im Sabbatjahr 264
y. Das System der sozialen Sicherung 269
3. Moseautorität und Volkssouveränität - die politische Verfassung 273
a. Staat unter der Tora - das Königsgesetz 274
b. Rechtsautonomie und Mosewort - die Gerichtsorganisation 277
c. Überprüfbare Autorität - das Prophetengesetz 280
d. Recht im Krieg - das Kriegsgesetz 283
e. Theokratie als Demokratie - der Verfassungsentwurf 286
4. Patriarchat und öffentliche Gewalt - die Familiengesetze 291
a. Die Rechtsstellung der Frau - oder das Problem der inklu-siven Sprache 291
b. Familien vor Gericht - Beispiele 294
c. Der sozialgeschichtliche Hintergrund 300
d. Ausblick: Radikalisierung und Nichtpraktizierung 303
5. Entsakralisierung und Rechtssicherheit - Natur- und Tierschutz 304
6. Politische Freiheit und kanonische Bindung - der Schritt zur »Schrift« 310
a. Die Voraussetzung: die deuteronomische Bewegung 311
b. Die Gründung der Freiheit als Ursprung des Kanons 314

VII. Die Priesterschrift - die notwendige Transformation

1. Literarische Struktur und historischer Ort 323
a. Das Heiligkeitsgesetz als Teil der Priesterschrift 323
b. Exilische Zukunftsplanungen und priesterliche Urbilder 329
2. Die rechtsgeschichtliche Herausforderung des Exils 333
3. Rituale der Diaspora 337
a. Todesrecht und Blutgenuß 339
b. Bund und Beschneidung 342
c. Endogamie 344
d. Passa 345
e. Sabbat 348
f. Zusammenfassung 349
4. Heiligkeit als Gestalt der Freiheit 350
a. Der Exodus als Heiligung 350
b. Heiligkeit als Rechtsprinzip 355
5. Leben mit der Schuld - Sühne und Vergebung 360
a. Sündopfer und Versöhnungstag - das entschuldete Volk 361
b. Zwischen Austilgung und Vergebung - das schuldige Individuum 365
c. Schuldbewußtsein - die Eröffnung der Innerlichkeit 370
6. Die Nächstenliebe und ihr Kontext - eine Zusammenfassung 374
a. Der engere Kontext: Liebe als Summe und Ziel 374
b. Der weitere Kontext: Liebe als Teil und Aspekt 378

VIII. Der Pentateuch als Tora - der Weg als Teil des Ziels

1. Der Pentateuch als Produkt der persischen Zeit 381
a. Literarische Voraussetzungen und begriffliche Selbstbezeichnung 381
b. Der zeitliche und historische Rahmen 385
c. Das Esragesetz und die Reichsautorisation 387
2. Der Pentateuch im politisch-sozialen Kräftefeld - Trägergruppen und Tendenzen 393
a. Überschuldete und Priester - die soziale Koalition 394
b. Judäa und die Diaspora - die Einheit des Volkes 398
c. Die persische Herrschaft - die Differenz zur Prophetie 400
d. Die Nachbarprovinzen - die offene Verheißung 403
3. Aspekte der Komposition und ihrer Theologie 404
a. Ein persisches Rechtsprinzip als Hintergrund? 404
b. »Gott soll nicht mit uns reden« (Ex 20,19) - die Rolle des Dekalogs 407
c. »Die ganze Gemeinde ist heilig« (Num 16,3) - der offene Konflikt 413
d. »Und weiter durch die Generationen« (Num 15,23) -Weisung auf dem Weg in die Zukunft 419
4. Die Einheit Gottes und die der Tora - zum Ansatzpunkt einer christlichen Tora-Rezeption 423

Literaturverzeichnis 426
Bibelstellenregister 480