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Die Grenzen des menschlichen Lebens
Lebensbeginn und Lebensende aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht
Ludwig Nieder, Werner Schneider (Hrsg.)
Reihe: Studien zur interdisziplinären Thanatologie
LIT
EAN: 9783825808259 (ISBN: 3-8258-0825-4)
184 Seiten, hardcover, 17 x 24cm, 2007
EUR 19,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Worin gründen unsere normativen Auffassungen zum Lebensbeginn und Lebensende? Die Grenzen menschlichen Lebens erscheinen dem modernen, naturwissenschaftlich geprägten Denken eindeutig bestimmbar. Doch aus kultursoziologischer Sicht handelt es sich dabei um gesellschaftlich konstruierte Grenzziehungen, mit denen sich die `Natur des Menschen' in dem Moment ändert, in dem wir als Gesellschaft seine `Natur', sein `Wesen' anders definieren und diese andere Wahrnehmung unser Handeln, unsere Interaktionen leitet - und zwar gerade am Lebensbeginn und Lebensende. Der vorliegende Band diskutiert diese Problematik im interdisziplinären Austausch zwischen Soziologie, Theologie, Humanethologie und vergleichenden Kulturwissenschaften. Gemeinsamer Referenzpunkt der Beiträge ist die Abgrenzung gegenüber den weithin geforderten, positivistisch ausgerichteten `life sciences' und das Anknüpfen an geistes- und kulturwissenschaftliche Traditionen.
Rezension
Wann beginnt menschliches Leben? Wann ist ein Mensch tot? Das, was über Jahrtausende scheinbar immer klar und eindeutig gewesen ist, ist es im 21. Jahrhundert nicht mehr. Gleichwohl: Schon immer sind Grenzen gezogen und mithin definiert worden. Tod wird immer definiert, genau wie Behinderung oder Gesundheit gesellschaftlich definiert wird. Die medizinischen Fähigkeiten der Menschheit aber haben sich enorm ausgeweitet und nötigen zu neuen Normen und Diskursen über Lebensbeginn und Lebensende. Der Umgang mit dem Lebensbeginn (von der embryonalen Stammzellforschung bis zur Präimplantationsdiagnostik) sowie dem Lebensende (von der passiven und aktiven Sterbehilfe bis hin zur Palliativmedizin) ist umstrittener denn je. Mit der Durchsetzung des Hirn-Tod-Kriteriums im 20. Jhdt und damit der Abwendung vom Herz-Kreislauf-Kriterium sind erst die aktuellen Möglichkeiten der Organtransplantation freigesetzt worden. Dieser Band wendet sich in interdisziplinärer Perspektive den Fragen nach der Grenze zwischen Leben und Tod zu.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Studien zur interdisziplinären Thanatologie
Herausgegeben von Prof.Dr. Armin Nassehi, Prof. Dr. Franco Rest, Prof.Dr. Georg Weber
Inhaltsverzeichnis
Werner Schneider / Ludwig Nieder
Grenzfragen menschlichen Lebens: Lebensbeginn und Lebensende aus kultursoziologischer Sicht - Einleitung 7
Alexander Bogner
Partizipatives Management von Grenzproblemen. Genetische Beratung und pränatale Diagnostik 25
William R. LaFleur
Conceptualizing Conception: Finding Contemporary Relevance in Changing Japanese Views of Fetal Origins 47
Wulf Schiefenhövel
Geburt und Tod - Religiöse Sinnstrukturen und Übergangsriten in melanesischen Kulturen. Humanethologische Perspektiven 59
Ursula Streckeisen
Die Bannung des Todes durch die Wissenschaft. Berufliche Strategien in der Pathologie 85
Antje Kahl / Hubert Knoblauch
Die Grenze des Todes. Transzendenz, Erfahrung und drei Typen des Umgangs mit dem Tod 103
Armin Nassehi
Todesexperten 123
Ulrich Nembach
Leben und Sterben. Ein theologischer Beitrag 135
Horst Jürgen Helle
Tod als Zugang zum Leben 151
Phillip E. Hammond
Seepage of the Sacred: The Impact on Religion and Society 173
Zu den Autorinnen und Autoren 179
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