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Die Evolution der Religion Ein soziologischer Grundriss
Die Evolution der Religion
Ein soziologischer Grundriss




Volkhard Krech

Reihe: Religiöse Evolution


Transcript
EAN: 9783837657852 (ISBN: 3-8376-5785-X)
472 Seiten, paperback, 16 x 24cm, April, 2021

EUR 39,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Über uns der Ideenhimmel, in uns das Bewusstsein und dazwischen: die Religion als Bestandteil der soziokulturellen Wirklichkeit. Volkhard Krech entfaltet in seinem soziologischen Grundriss der religiösen Evolution das Verständnis von Religion als Kommunikation, die zwischen den Menschen entsteht und stattfindet.

In seiner Analyse zur Ausdifferenzierung des Religiösen, die Bezug auf die Evolutionstheorie, Systemtheorie und eine semiotisch informierte Kommunikationstheorie nimmt, bewegt er sich in der Zirkularität von Gegenwart und Geschichte. Dabei macht er Religion als Sinnform zur Bearbeitung unbestimmbarer Kontingenz begreifbar.

Volkhard Krech, geb. 1962, ist Professor für Religionswissenschaft und Direktor des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) an der Ruhr-Universität Bochum
Rezension
Im 19. Jahrhundert hat man gern die Evolution bemüht, - auch zum Verstehen von Religion, ganz analog zur Entwicklung des Menschen von einer niederen zu immer höheren Stufen der Entwicklung. Nun ist Religion unzweifelhaft ein menschliches Phänomen (der Mensch als das Tier mit Religion), aber im 20. Jhdt. hat man die Grenzen eines evolutionären Religionsverständnisses deutlich erkannt. Religion muß man historisch und systematisch erklären; sicherlich hat sich Religion aus gesellschaftlichen Zuständen heraus enztwickelt, aber die Anfänge von Religion liegen nicht nur in der Vergangenheit, sondern immer auch in der Gegenwart. Daher können wir anhand der religiösen Evolution neben historischen Verläufen ebenso systematische Aspekte von Religion ergründen. Religion ist Kommunikation, die zwischen den Menschen entsteht und stattfindet als Sinnform zur Bearbeitung unbestimmbarer Kontingenz. Die meisten der gegenwärtigen Ansätze zu einer Theorie religiöser Evolution sind psychologisch-kognitionswissenschaftlich gehalten. In diesem Buch wird Religion dagegen konsequent als sozio-kultureller Sachverhalt begriffen, der aus gesellschaftlichen Prozessen heraus entsteht: Religion fällt weder vom Himmel, noch ist sie Menschenwerk, sondern entfaltet sich als ein sozialer Tatbestand aus gesellschaftlichen Strukturen.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Editorial
Nachdem der Evolutionismus in der Religionsforschung um 1900 Konjunktur hatte, sind im Verlauf des 20. Jahrhunderts seine Fehler ans Licht gekommen und es ist um das Thema der religiösen Evolution eher ruhig geworden. Seit den letzten 25 Jahren nimmt sich die Forschung des Themas erneut an – innerhalb der Religionsgeschichte, aber auch in kognitions- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Die Reihe »Religiöse Evolution« (RE) versteht sich als Plattform für Arbeiten im Zusammenhang von disziplinübergreifenden theoretischen und empirischen Forschungen zur Evolution der Religion. Dass die Abkürzung der Reihe den Namen des altägyptischen Sonnengottes trägt, ist zufällig, aber passend.
Die Reihe wird herausgegeben von Volkhard Krech.
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen 9
Vorbemerkung 13
Zur Einführung 15

I. Erkenntnistheorie des Religiösen: Religion als kommunikatives Zeichensystem 27

A Das Zusammenspiel von Evolutionstheorie, Systemtheorie und semiotisch informierter Kommunikationstheorie 27

B Evolutionstheorie 31

C Systemtheorie 40

D Semiotisch informierte Kommunikationstheorie 44
1 Zeichen und Zeichenzusammenhänge 45
2 Kommunikation 59
3 Medium und Form 64
4 Sprache und soziale Strukturen 76

E Das zugrunde gelegte Religionsverständnis 82
1 Funktionale Bestimmung von Religion 83
2 Semantische Bestimmung von Religion 85
3 Religion als kommunikatives Zeichensystem 87

II. Der semiotische Raum des Religiösen: Dimensionen der Religion 93

A Wissenschaftsgeschichtliche Hinführung 93

B Das Zusammenspiel der Dimensionen 94

C Die Dimension der Erfahrung 99

D Die Dimension der Verkörperung 103
1 Natur 114
2 Physische Objekte 121
3 Physische Orte und Räume 126
4 Der menschliche Körper 127
5 Verbreitungsmedien 128

E Die Dimension der Kognition 129
1 Die kommunikative Verarbeitung von Kognition 129
2 (Prä-)Animismus und Dynamismus 132
3 Schamanismus 133
4 Magie 134
5 Divination 136
6 Mythos 137
7. Religiöse Selbstreflexion 139
8 Mystik 142
9 Religiöse Kognition in der Oszillation von Metapher und Metonymie 146

F Die Dimension des Regulierens 151
1 Religiöse Institutionen 153
2 Religiöse Rollen 160
3 Die religiöse Gruppe 162
4 Die religiöse Organisation 163
5 Die religiöse Bewegung 166

G Resümee 167

III. Die Zeit des Religiösen: Ausdifferenzierung der Religion 169

A Religion in der Gesellschaft 170

B. Psychische Wahrnehmung, soziale Kommunikation und mediale Objektivation 173

C Verschiedene Differenzierungsarten der Religion in der Oszillation von Selbst- und
Fremdreferenz 180

D Religion und die drei evolutionären Mechanismen Variation, Selektion und Restabilisierung 191
1 Die Trennung von Variation und Selektion 192
2 Auf dem Weg zur Trennung von Selektion und Restabilisierung 245

E Perspektive, Diversität und Einheit 313
1 Ein kurzer Blick auf triadische Ansätze in der Geschichte der Semiotik 313
2. Das evolutionäre Experimentieren mit Zeichenbildung 316
3 Der religiöse Umgang mit Perspektivenvielfalt 318

Zum Schluss 327

Anmerkungen 339