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Der bayerische Heiligenhimmel Frommer Brauch im Jahreslauf
Der bayerische Heiligenhimmel
Frommer Brauch im Jahreslauf




Paul Werner, Richilde Werner

Verlag Anton Plenk
EAN: 9783927957299 (ISBN: 3-927957-29-1)
368 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 24 x 30cm, August, 2003

EUR 44,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Autoren



Baudirektor i.R. Dipl.-Ing. Paul Werner unternahm während seines Studiums an der Technischen Unversität München ausgedehnte Studienreisen in sämtliche europäische Mittelmeerländer, nach Kleinasien, Ägypten und den Vorderen Orient, in späteren Jahren widmete es sich intensiven Studien der bäuerlichen Baukultur in den Alpen. Er war von 1974 bis 2001 Referent am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und betreute das östliche Oberbayern.

Er ist in Fachkreisen bereits durch sechs umfassende Standardwerke über die bäuerliche Baukultur bekannt geworden ("Der Bergbauernhof", "Almen", "Das Bundwerk", Verlag Callwey, München; "Bäuerliche Baukultur im Berchtesgadener Land", "Vom Marterl bis zum Gipfelkreuz", "Das Bundwerk", 2. Ausgabe, "Weihnachtsbräuche in Bayern", Verlag Plenk, Berchtesgaden). Seine Bibliographie verzeichnet etwa 350 populär-wissenschaftliche Aufsätze. In Bergsteigerkreisen ist Paul Werner durch einige Bergführerwerke (sämtliche im Bergverlag Rother, Ottobrunn/b. München) und durch etwa 200 alpinistische Beiträge bekannt geworden.

In seiner "Spätphase" interessierte sich der Autor zunehmend für religiöse Volkskunde und frommes Brauchtum. Sein erstes großes Werk auf diesem Gebiet - "Weihnachtsbräuche in Bayern" - war ein großer Erfolg und Ansporn, die Thematik auf das Brauchtum des gesamten Jahres auszudehnen: das vorliegende Werk ist das Ergebnis langjähriger Studien und Foto-Excursionen von Berchtesgaden bis Füssen, von Burghausen bis Bamberg...



Richilde Werner studierte in späteren Jahren Kunstgeschichte, historische Hilfswissenschaften, Volkskunde und Archäologie und ist zum Teil Verfasserin, zum Teil Mitverfasserin zahlreicher Aufsätze und Buchbeiträge. Ihre Vorliebe gilt dem bayerischen Brauchtum sowie frömmigkeitsgeschichtlichen und brauchkundlichen Themen. Für das Entstehen des vorliegenden Werkes war sie die unermüdlich treibende Kraft, die auch in schweren Zeiten nie das Ziel aus den Augen verlor.



Weitere Werke von Paul und Richilde Werner aus dem Verlag Plenk, Berchtesgaden:



- Weihnachtsbräuche in Bayern (260 Seiten)

Kulturgeschichte des Brauchtums von Advent bis Hl. Dreikönig. In dieser Zeit erleben wir die größte

Dichte und Vielfalt an Brauchtum im gesamten Jahreslauf. Bräuche sind stets ein Spiegelbild

wechselnder Lebensbedingungen, Lebensformen und Kulturhorizonte. Wo man Bräuche pflegt, ist

die Welt in Ordnung.

- Das Bundwerk in Bayern (296 Seiten)

Die schönste Zimmermannskunst der bayerischen Baukultur. Bundwerk ist ein weithin unbekannter

Begriff. Er ist neben dem Blockbau und dem Fachwerk die dritte große Holzbautechnik - ein

Phänomen bäuerlicher Baukultur. Außerordentlich formenreich und farbig ist das Stadelbundwerk

im nordöstlichen Oberbayern.

- Bäuerliche Baukultur (506 Seiten)

Die schönsten Bauernhöfe und Almen aus dem Berchtesgadener Land und der weiteren Umgebung.

Themenkreise: Wirtschaftliche Grundlagen, Geschichte, Siedlungslandschaften, Denkmalliste,

Flurformen und Ortsbilder, Lexikon der Fachausdrücke, Gehöftformen und bauliche Besonderheiten,

Baustoffe, Bauglieder u. Ausstattungen, Sach- und Begriffsregister. Über 1000 Bilder, Zeichnungen,

Grundrisse und Siedlungspläne
Verlagsinfo
Das Wirken der Heiligen gehört zum Grundstock abendländischer Kulturgeschichte, ihre
Lebensgeschichten und Legenden boten Motive für alle Gattungen der bildenden Kunst. Die Namen von Heiligen füllen den Kalender vom ersten bis zum letzten Tag des Jahres - die Kirche hat gleichsam den gesamten Jahreslauf mit Heiligentagen besetzt und so jedem Tag des Kalenderjahres einen beson-deren Sinn gegeben. Die einzelnen Heiligenlegenden werden damit in die Perspektive der gesamten Heilsgeschichte eingeordnet. Das historisch einmalige Leben eines Heiligen wird zum Rahmen der alljährlichen kultischen Widerkehr zur Sphäre des dauernd Wirkmächtigen erhoben. Der wesentliche Sinn der Legenden ist das Sprechen über das Wirken einer höheren Macht. Die Legenden überschreiten bewusst die Naturgesetze, sie gehören einer anderen, höheren Welt an und ordnen alles in das christliche Heilsgeschehen ein. Dabei spielt die "Historizität" keine Rolle - man soll an ihren Sinn glauben, aber sie nicht "historisch" nachprüfen, auch wenn sie meist auf einem geschichtlichen Kern aufbauen.

Die meisten Bräuche verdanken ihre Herkunft dem kirchlichen Festjahr und seiner Liturgie sowie den Legenden. Höhepunkte dieses "Kirchenjahres" sind die großen Festkreise Ostern und Weihnachten; an diesen spirituellen Höhepunkten des Jahres mit ihrer langen Vorbereitungszeit - Fasten und Advent - verdichtet sich das fromme Brauchtum vielerorts dramatisch. Dieses Brauchtum wird durch das festliche Gedenken an einige "Kalenderheilige" bereichert, die dem Volk ganz besonders ans Herz gewachsen sind. Dazu kommen Heilige, die in bestimmten Orten und Regionen besondere Verehrung genießen und innerhalb der allgemeinen Jahresrhythmisierung für besondere Höhepunkte in lokalem Brauchtum sorgen.

Unter kirchlichem Einfluss entstanden im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche "Kalenderbräuche", mit
mannigfaltigen regionalen Schwerpunkten und örtlichen Besonderheiten, vielfach vermischt mit profanen Brauchelementen aus ältester oder auch neuerer Zeit. So entwickelte sich eine faszinierende Symbiose von Bräuchen und Festen, deren Herkunft und Entwicklung seit jeher Gelehrte und Amateure nachspüren. Dabei überrascht die Fachliteratur zunächst mit einer erstaunlichen Zahl von Festtagen, die im Laufe der Kirchengeschichte bis auf "hundert Heiligentage" anwuchsen, wie sie in einzelnen Diözesen - einschließlich der Sonntage - vom 13. bis zum 16. Jahrhundert gefeiert wurden. Dieser "Übelstand" hatte schon im 15. Jahrhundert Missfallen erregt und Papst Urban VIII. (1623-1644) kürzte die Zahl der Festtage von damals 45 auf 34 - was etwa der Länge unseres heutigen Urlaubs entspricht! Im Konkordat Napoleons blieben nur von vier Tage übrig und im säkularisierten Bayern gab es 1811 auch nur noch zehn staatlich geschützte Feiertage.

Die kirchlichen Kalenderfeste markierten seit jeher zumeist auch Einschnitte im bäuerlichen Wirtschafts- und Arbeitsjahr und brachten verdiente Arbeitspausen in die sauren Arbeitswochen.
Die Verknüpfung kirchlicher Festtermine ins Fühlen, Denken und ins Brauchleben der bäuerlichen Gesellschaft ist unübersehbar und auch mit Wetter- und Arbeitsregeln vieler Art verbunden. Da es früher - teilweise bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts! - keinen Urlaub und keine verbindliche Freizeit für das arbeitende Landvolk gab, erfüllten die Feiertage auch eine wichtige soziale Funktion.

Der vorliegende Band zielt darauf ab, die Vielzahl unserer Bräuche in typischen Beispielen in Text
und Bild vorzuführen und zu ihren religions- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen Auskunft zu geben. Vollständigkeit und Ausgewogenheit waren wegen des enormen Umfanges der Thematik nicht zu erreichen. Die 50 Kapitel des Werkes bauen in ihren wesentlichen Aussagen auf der neuesten Fachliteratur auf, lassen aber auch Autoren aus älterer Zeit über längst vergangene Brauchformen berichten.

Überraschend ist für viele Leser wohl die "Neuauflage" einiger scheinbar längst vergessener Bräuche und auch die mitunter neue Form, in der uns altes Brauchtum heute entgegentritt. Gerade dieser stete Wandel beweist die Lebendigkeit unserer Bräuche, deren Fortbestand uns allen ein wichtiges Anliegen sein sollte.

Das Buch will vor allem durch seine reiche farbige Bebilderung aus jüngster Zeit ansprechen. Es soll ein zeitloser Leitfaden sein - zum Lesen, Nachschlagen und Nachdenken, zum Schauen und Staunen, zum Mitfeiern und "Mitmachen".

Weitere Veröffentlichungen aus dem Verlag Plenk

- Traumlandschaften zwischen Bodensee und Berchtesgaden entlang der Deutschen Alpenstraße;
Werner Mittermeier & Albert Hirschbichler; 312 Seiten; 457 Farbfotos; 39,95 Euro; August 2003
- Berchtesgaden - die schönsten Bilder einer zauberhaften Gebirgslandschaft;
Werner Mittermeier; Sommer 2003
- Das große Buch der Berchtesgadener Berge;
Werner Mittermeier; 248 Seiten; 26,95 Euro
- Chiemgau und Rupertiwinkel;
Werner Mittermeier; 224 Seiten; 26,95 Euro
- Berchtesgadener Land - Geschichte, Täler und Ortschaften, Menschen und Brauchtum, Berge
und Seen; Albert Hirschbichler; 188 Seiten; 19,95 Euro
- Nationalpark Berchtesgaden - Die Wildnis kehrt zurück;
96 Seiten; 9,95 Euro
- Der Königssee im Nationalpark Berchtesgaden - Entwicklung der Schifffahrt, Wallfahrtskirche
St. Bartholomä, Natur und Kultur am See; 88 Seiten; 8,50 Euro
- Der Mann im Salz - Sonderausgabe zum Musical "Salzsaga";
Ludwig Ganghofer; 344 Seiten; 8 Euro
Inhaltsverzeichnis
1. "Saure Wochen, frohe Feste"
Einführung / 9
2. "Glückselig's neu's Jahr!"
Der 1. Januar / 21
3. Personifikationen menschlicher Laster
Der Perchtenbrauch der Raunächte / 24
4. "Kaspar, Melchior, Balthauser, behüt uns vor allerlei Grauser"
Das Fest der Heiligen Drei Könige / 38
5. Das Fest der christlichen Lichtsymbolik
Mariä Lichtmess / 51
6. "Das achte Sakrament"
Der Blasius-Segen / 53
7. "Buhlschaft, Gelärme, Fressen und Saufen..."
Zur Kulturgeschichte des Faschings / 55
8. "Gottesfurcht, Beichte, Buße und Kirchgang..."
Fastenzeit und Osterfest / 73
9. Palmesel und Palmbuschen
Der Palmsonntag / 77
10. "Darnach kumpt die marterwoch vor Osteren..."
Das Brauchtum der Karwoche / 87
11. "...so sollet auch ihr einander die Füße waschen"
Die liturgische Fußwaschung am Gründonnerstag / 90
12. "...lass diesen Kelch an mir vorübergehen!"
Die Ölbergspiele am Gründonnerstag / 93
13. "Passionspredigten in lebenden Bildern"
Von Passionsspielen und Passionsumzügen am Karfreitag / 101
14. "Sein Grab wird wunderbar sein..."
Der Gang zu den Heiligen Gräbern / 113
15. Der Sieg des Lichtes über die Finsternis
Osterfeuer und Osterwasser / 122
16. Das katholische Osterei und der protestantische Osterhase
Von der Speisenweihe zum Kinderbrauch / 124
17. "Herr, bleib bei uns, denn es will Abend werden..."
Der Emmausgang am Ostermontag / 132
18. "Gottes Gelächter über den Tod"
Der "Risus paschalis" - das Osterlachen in der Ostermontagspredigt / 133
19. "...Nach Ettendorf wir reiten wie zu Väters Zeiten"
Der Georgiritt zu Traunstein / 136
20. "...eine falsche gedankliche Verbindung"
Die heilige Walburga und die unheilige Walpurgisnacht / 143
21. "Symbol, Signatur und Inkunabel bayerischer Lebensart"
Der Maibaum / 150
22. "...wie wir ihn gesehen habt gegen Himmel fahren"
Christi Himmelfahrt / 157
23. "Vor Wetter, Schauer und Gfrier bewahre uns, oh Herr!"
Schauerfreitag und vielerlei Wetterbrauch / 161
24. "Komm, Heiliger Geist!"
Das Pfingstfest / 168
25. Segen nach allen vier Himmelsrichtungen
Fronleichnam / 174
26. Ein wirklich "uralter urbairischer" Brauch?
Sonnwendfeuer und Johannisfeuer / 188
27. Mit den Pferden durch die Kirche reiten
Der Willibaldsritt von Jesenwang / 196
28. Ein seltener Heiligentyp: Mutter und Ehefrau
Die heilige Anna in Volksfrömmigkeit und Brauch / 199
29. "Die Wolken, welche die Madonna tragen..."
Die Himmelfahrt der Gottesmutter als höchstes Marienfest / 204
30. "...da vill übers gebierg walfahrthen gangen"
Die Pinzgauer Wallfahrt nach St. Bartholomä / 225
31. "...unter dem Kreuze so hoheitsvoll, dass man in die Knie sinken wollte"
Die Stumme Prozession von Vilgertshofen / 230
32. "Die Sichel sei Richterin..."
Notburga, die Heilige aus Tirol / 238
33. "Unser tägliches Brot gib uns heute!"
Das Erntedankfest / 243
34. "...zu St. Gall bleibt d'Kuah im Stall"
Almabtrieb und Colomansritt / 246
35. "Ist eine Kirche noch so klein, des Jahr's muss einmal Kirmes sein"
Kirchweih-Sonntag / 254
36. Vom Kirchenfürsten zum Volksheiligen
Die seltsamen Kulte um den heiligen Wolfgang / 257
37. "Der altbairische Herrgott"
St. Leonhard, unser größter Viehpatron / 262
38. "...einem Armen gegeben - Gott gegeben"
St. Martin und sein Brauchtum / 278
39. "Eure Erlösung ist nahe"
Vom religiösen Sinn des Advents / 283
40. "Jeden Tag ein bisschen mehr Weihnachten..."
Volksglaube und Volksbrauch im Advent / 284
41. "Lass mir erscheinen den Herzallerliebsten meinen!"
Orakel und Bräcuhe der Raunächte / 288
42. "Wer anklopft, dem wir aufgetan"
Klöpfelbräuche im Wandel der Zeit / 291
43. "...weil in der Herberge kein Platz für sie war"
Herbergsuche und Frautragen / 295
44. Vom Kult zum Kinderbrauch
Nikolaus und Krampus / 297
45. "...außerchristliche Fruchtbarkeitsgestalten"
Der Buttermandllauf im Berchtesgadener Land / 312
46. Die "schiache Luz" und der "bluadige Thamerl"
Heilige und Dämonen im Advent / 316
47. Betlehem in Bayern
Lebende Krippen / 323
48. "Das Fest der Gefühle"
Christbaum und Heiliger Abend / 333
49. "...rechne ihnen dies nicht zur Sünde an!"
Brauchtum am Stephanitag / 347
50. St. Silvester - ein Papst der Weltgeschichte
Brauchtum zum Jahresausklang / 351

Anmerkungen / 358
Verwendete Literatur / 367
Bildnachweis / 368