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Der Glaube im Denken Eine Philosophiegeschichte
Der Glaube im Denken
Eine Philosophiegeschichte




Martin Breul, Aaron Langenfeld (Hrsg.)

Herder Verlag
EAN: 9783451393846 (ISBN: 3-451-39384-0)
448 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, 2023

EUR 28,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Glaube und Religion in der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart



In der Philosophie haben Glaube und Religion schon immer eine zentrale Position eingenommen. Wie entscheidend aber Religion für die großen Denker der Philosophiegeschichte war und ist und wie wichtig umgekehrt die verschiedenen Denkansätze für die Religionen waren und sind, gerät heute immer mehr in Vergessenheit. Im vorliegenden Buch werden große Philosophinnen und Philosophen im Horizont ihres Religionsdenkens vorgestellt und auf ihre Aktualität hin befragt. Eingeführt werden sie dabei von einschlägigen Expertinnen und Experten aus Philosophie und Theologie. Die Herausgeber legen die überarbeitete und erweiterte Fassung eines bereits etablierten Studienbuchs für ein breites Publikum vor und liefern damit ein religionsphilosophisches Handbuch, das in der Verschiedenheit philosophischen Verstehens der Religion die Möglichkeiten eines positiven Zueinanders von Glaube und Vernunft neu entdeckt.
Rezension
Was ist das Besondere an der vorliegenden Philosophiegeschichte, gibt es doch auf dem Buchmarkt eine Vielzahl ähnlicher Produkte, deren Qualität bereits überzeugt? Um es kurz zu sagen: ihre Hybris. Sie - d.h. ihre Autoren, die allesamt Theologinnen und Theologen sind oder in verwandten Disziplinen arbeiten (klassische Philologie, jüdische Philosophie etc.) - nimmt Denker in den Blick, die für den christlichen Glauben zentral sind. Von der Antike bis zur Gegenwart werden Philosophen in kurzen Portraits vorgestellt, die immer ähnlich aufgebaut sind: Eine kurze Einleitung stellt den Philosophen oder die Philosophin vor, es folgen Angaben zum Denken bzw. zur Lehre sowie Angaben zur wichtigsten Sekundärliteratur. Im eigentlichen Sinne handelt es sich hier also nicht um eine "Philosophiegeschichte", sondern eher um ein "Philosophenlexikon". Das Lexikon würde tatsächlich mehr überzeugen, wenn in den Literaturangaben auch noch zitierfähige Ausgaben genannt würden oder die Sekundärliteratur tatsächlich auf dem neuesten Stand wäre. Leider sind manche Angaben aber doch stark veraltet, wie etwa die Angaben zu Platon. Die "neueste" Sekundärliteratur im Sinne einer Einführung in Platons Werk datiert auf das Jahr 2006! Herausragende Gesamtdarstellungen, wie etwa das Platon-Handbuch von Horn, Müller, Söder (die erste Auflage des Platon-Handbuchs datiert auf das Jahr 2009), fehlen dagegen leider. Dies hätte aber genannt werden müssen, um den eigenen Ansprüchen als "Philosophiegeschichte" gerecht zu werden und Leserinnen und Lesern Standardwerke zu einzelnen Autoren zu präsentieren. Vielleicht wären die Herausgeber insgesamt besser beraten gewesen, Expertinnen und Experten der Philosophie mit einzelnen Portraits zu beauftragen, dann wäre zumindest sichergestellt, dass Standardwerke als solche auch bekannt sind.

Fazit: Man kann das "Handbuch" gut nutzen, um einen ersten Überblick zu gewinnen, welche Philosophinnen und Philosophen für den christlichen Glauben eine zentrale Rolle spielen. Wirklich hilfreich ist es nicht, weil allein der Anspruch, eine Philosophiegeschichte zu sein, verfehlt wird. Vielleicht findet sich in der Schule ein Platz in der Schulbibliothek, um zumindest eine erste Anlaufstelle zu haben, um dann in einer "echten" Philosophiegeschichte weitere Informationen zu finden.

S. Düfel, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Mit Beiträgen von Edmund Arens, Darius Asgar-Zadeh, Florian Baab, Martin Breul, Christian Brouwer, Godehard Brüntrup, Jan Niklas Collet, Gianluca De Candia, Jakob Helmut Deibl, Tonke Dennebaum, Erwin Dirscherl, Martin Dürnberger, Stephan Ernst, Markus Enders, Anne Fischbach, Thomas Flößel, Enrico Grube, Johannes Grössl, Isabella Guanzini, Thomas Hanke, Caroline Helmus, Christian Hengstermann, Veronika Hoffmann, Gregor Maria Hoff, Andreas Koritensky, Ansgar Kreutzer, Aaron Langenfeld, Annette Langner-Pitschmann, Tobias Kläden, Aaron Looney, Magnus Lerch, Frederek Musall, Klaus Müller, Bernhard Nitsche, Benedikt Rediker, Cornelia Richter, Anna M. Riedl, Karlheinz Ruhstorfer, Thomas Schärtl, Fana Schiefen, Heiko Schulz, Jochen Schmidt, Stefan Seit, Andreas Speer, Klaus von Stosch, Julian Tappen, Anne Weber, Saskia Wendel, Jürgen Werbick

Herausgeber
Martin Breul, geb. 1986, Dr. phil. Dr. theol., Studium der Anglistik, Philosophie und Katholischen Theologie in Belfast, Köln und Münster; 2015 Promotion in Philosophie in Köln; 2018 Promotion in Theologie in Bonn; 2021 Habilitation in Theologie in Salzburg; Professor für Katholische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie an der TU Dortmund.

Aaron Langenfeld, geb. 1985, Dr. theol. habil., Professor für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn.
Inhaltsverzeichnis
In 48 Portraits werden zentrale Gestalten der Philosophiegeschichte vorgestellt - von Platon bis hin zu Judith Butler. In manchen Portraits werden aufgrund der ähnlichen Denkweise mehrere Philosophen vorgestellt, etwa Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Walter Benjamin als Vertreter der "Frankfurter Schule".


Einleitung

Portraits

Verzeichnis zitierter Literatur

Abbildungsverzeichnis

Autorinnen und Autoren