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Der Betrachter Roman
Der Betrachter
Roman




Judith Fanto

Kein & Aber
EAN: 9783036951881 (ISBN: 3-03-695188-1)
464 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 19cm, 2026

EUR 26,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Wien am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Manno, Béla, Franzi, Max, Lotte und Bertl sind seit ihrer Jugend unzertrennlich. Über Jahre hinweg trägt ihre Freundschaft sie durchs Leben - bis die politischen Umbrüche alles verändern. Als das Öffentliche ins Private drängt, gerät ihre Gemeinschaft ins Wanken, und jeder von ihnen muss Stellung beziehen.



»Mit großem Gespür für authentische Charaktere und stilistisch elegant wirft Judith Fanto in ihrem Roman die Frage auf, was passiert, wenn Freundschaft und Ideologie aufeinanderprallen.« VPRO-GIDS



»Judith Fanto beschreibt, wie eine Freundschaft durch den Aufstieg des Nationalsozialismus und Faschismus unter Druck gerät. Eine gelungene Reflexion dieser Zeit.«

MEZZA



»Der Betrachter ist nicht nur ein mitreißender Roman über Verrat und Vergeltung, sondern auch ein besonders sinnlicher.« TELEGRAAF
Rezension
Judith Fanto erzählt in "Der Betrachter" von Hermann, genannt Manno, der 1916 als zehnjähriger Junge aus Haarlem nach Wien kommt. Nach dem Tod seiner Mutter ist er fremd in Sprache, Stadt und Familie. Erst eine Sommergemeinschaft bringt ihm Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte nahe. Aus dem Freundeskreis entsteht ein Lebensbund, der lange trägt und an den politischen Verwerfungen der Zwischenkriegszeit zerbricht. Fanto macht die historische Kulisse nicht zur Dekoration. Sie zeigt, wie Antisemitismus, Opportunismus und Angst zuerst in Gespräche, dann in Beziehungen und schließlich ins Gewissen eindringen. Manno beobachtet viel, erkennt mehr, als manchem lieb ist, handelt aber oft zu spät. Darin liegt die unangenehme Kraft des Romans: Der Titel bezeichnet nicht nur einen stillen Charakter, sondern auch eine moralische Gefahr. Die vielen Figuren und Zeitsprünge verlangen Aufmerksamkeit, lohnen sich aber. "Der Betrachter" ist ein ernster, kluger Roman über Freundschaft, Verrat und die Frage, wann Wegsehen zur Schuld wird.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Es ist ein nasskalter Februartag des Jahres 1948, als der niederländische Kunstrestaurator Hermann, genannt Manno, einen Brief erhält, der ihn unvermittelt zurück in die Vergangenheit wirft: Er ist gerade mal zehn Jahre alt, als seine Mutter 1916 stirbt, sodass Manno seine Heimatstadt Haarlem verlassen und zur Familie seines Vaters nach Wien ziehen muss. In der neuen Stadt fühlt er sich einsam und verloren, bis er in der Sommerschule Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte kennenlernt. Es entsteht eine Freundschaft, die die sechs jeden Sommer vertiefen. Außerhalb Wiens bei den gemeinsamen Ferien in Altaussee scheint es keine Rolle zu spielen, dass Béla schwul ist oder dass Max und Franzi jüdisch sind. Doch im antisemitischen Wien wird ihre Freundschaft zunehmend politisch, und spätestens, als Hitler am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in Österreich einmarschiert, tun sich innerhalb der Freundesgruppe Abgründe auf, die unüberwindbar scheinen. Jahre später blickt Manno zurück und legt das Bild ihrer unvergesslichen Freundschaft Schicht um Schicht frei.