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Aus allen Himmeln
Angelika Klüssendorf
S. Fischer Verlag
EAN: 9783100382023 (ISBN: 3-10-038202-1)
142 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, März, 2004
EUR 14,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Das Haus des Lebens hat einen Keller - die Kindheit. In diesem Keller wohnen Schatten und Dämonen, die nicht weichen wollen. Angelika Klüssendorf bannt sie, indem sie von ihnen erzählt: von dem Vater, der sich jedes Jahr zu Ostern das Leben zu nehmen versucht, und von der Mutter, die ihre Tochter mit dem Einkaufszettel zum Ladendiebstahl schickt. Von der 11-jährigen Ausreißerin, die sich im Polizeiverhör an die Schrecken des "Kindergefängnisses" erinnert, und von Nelly, die es aus Sehnsucht nach ihren Geschwistern nicht im Heim hält. - Erzählungen, die das Dunkel der Kindheit wie Blitzschläge erhellen.
Rezension
Aus der Sicht eines Kindes erzählt die Autorin eine Kindheit, die sich niemand wünschen möchte und die doch jeden Tag zu tausenden stattfindet. Eltern, die sich streiten, die sich laut beschimpfen und die trinken. Ein Kind, das bei der Oma im Bett schläft, hört, wie sich die Eltern wünschen, dass diese stirbt und sieht, wie diese stirbt und dann, als es das der Mutter mitteilt, doch nur eine Ohrpfeige erhält. Nun, Kindheit schneidet hier nicht besonders gut ab. Nicht aus Sicht des Mädchens, nicht aus Sicht des Jungen. Die Sprache der Autorin ist direkt, vielleicht schonungslos. Sie beschreibt Details und läßt anderes aus. Es sind Facetten der Kindheit, die hier beschrieben werden, sie zusammenzupuzzlen bleibt dem Leser überlassen.
Ein Buch, das den Leser von der ersten Seite an fesselnd und herausfordernd anzieht.
Lussnig, Lehrerbibliothek.de
Leseprobe:
»Ja, das ist meine Tochter.« So hatte ich sie das noch nie sagen gehört, Stolz hatte in ihrer Stimme mitgeklungen, sie hatte ihre Stirn ein paar Zehntelsekunden in Falten gelegt und mich angesehen, als würde sie mich lieben.
Dann verabschiedete sie sich mit einem knappen Kopfnicken in Richtung des Polizisten. Auf der Straße nahm sie meine Hand, und ich weiß noch, wie ich mein Gesicht übermütig in die Frühlingsluft hielt, eine Frühlingsluft, die aus Abgasen, Rauch und einem feinen Aschenebel bestand, aus dem Duft des Flieders, dem Geruch feuchter Häuserwände und der Wärme der Sonne darauf.
Inhaltsverzeichnis
Die Großmutter im Kirschbaum
Ficken
Alles hat seine Zeit
Samstag, zwanzig vor zwölf
Yvette Intim
Juni, Juli, August
Eine Krankheit
Dich kriegen wir auch noch
Hölle oder Himmel
Gespenster
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