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Alles kann sich ändern
Gespräche mit Massimo Naro
Andrea Riccardi
Echter
EAN: 9783429044893 (ISBN: 3-429-04489-8)
253 Seiten, kartoniert, 14 x 23cm, Oktober, 2018
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Alles kann sich ändern
Wie kann man in der komplexen globalisierten Welt leben, ohne vor ihr Angst zu haben oder desorientiert zu sein? Mit einem klaren Kompass: mit dem Evangelium, das auch in schwierigen Situationen Hoffnung gibt; und mit einer Grammatik des Zusammenlebens, die eine von Brüchen und Einsamkeit geprägte Gesellschaft wieder zusammen fügen kann. Seit Andrea Riccardi als Schüler das Abenteuer begann, das sich Gemeinschaft Sant’Egidio nennt, ist seine Biografie mit diesen Fragen verknüpft. Im Interview mit Massimo Naro beschreibt er seine Sicht der Welt und schaut aus der Perspektive der Gemeinschaft Sant’Egidio auf unser Leben und unsere Geschichte. Dabei geht es um menschliche Schicksale, Geschichten von Konfl ikten und Befreiung, persönliche Erinnerungen und Refl exionen über die Kirche – hellsichtig und immer die Zukunft im Blick. Darüber hinaus geht er auch auf die Gemeinschaft Sant’Egidio ein, die sich an den Peripherien der Welt, an den existentiellen und geographischen Rändern entwickelt hat. Die Wege der Versöhnung und des Friedens, die sie beschritten hat, haben in vielen von Kriegen und Konfl ikten zerrissenen Ländern heute schon zahlreichen Menschen zu einem besseren Leben verholfen. So kann man am Ende dieses Gesprächs mit Bestimmtheit sagen: Alles kann sich wirklich ändern, immer.
Autor:
Andrea Riccardi (* 1950), Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, ist Professor für Geschichte des Christentums und für Zeitgeschichte sowie Autor zahlreicher Bücher. Für sein Friedensengagement erhielt er u.a. den Internationalen Karlspreis zu Aachen.
Rezension
Andrea Riccardi, der Mitgründer der Gemeinschaft Sant'Egidio spricht in diesem Interviewbuch mit Massimo Naro über die Ursprünge und das Ansinnen dieses mittlerweile weltweit engagierten Projekts. Immer wieder scheinen die biblischen Leitlinien der Gemeinschaft auf: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Worte Jesu "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 40) Ausgehend vom diesen Sätzen des Evangeliums haben sich einige junge Männer 1968 zusammengetan, um in den Vorstädten Roms den Armen und Alten zu helfen. Nach und nach schlossen sich immer mehr Menschen dieser Initiative an, die Bereiche und Projekte wurden vielfältiger, internationaler und letztlich weltweit bekannt. Mittlerweile sind der Gemeinschaft zahlreiche Kirchen anvertraut (u.a. die namensgebende Kirch Sant'Egidio in Trastevere), genauso finden sich in der Peripherie großer Städte der Welt Einrichtungen, die auf das Engagement der Gemeinschaft zurückgehen, die Mitglieder der Gemeinschaft setzen sich für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ebenso ein wie für Bildung in den „Schulen des Friedens“ und die Integration von Menschen mit Behinderungen. Internationale Bekanntheit erreichte die Gemeinschaft durch Friedensvermittlung während der Bürgerkriegszeit in Mosambik 1992.
Die Gespräche zwischen Riccardi und Naro gehen in die Tiefe des christlichen Glaubens, beleuchten dabei die Geschichte dieser beeindruckenden Gemeinschaft und lassen die im Titel enthaltene Hoffnung keineswegs utopisch erscheinen. Man könnte meinen, dass die hohe akademische Bildung beider Gesprächspartner die Texte intellektuell überfrachtet, immerhin ist Riccardi lange Jahre Professor für Kirchengeschichte an italienischen Universitäten gewesen - diese Befürchtung bewahrheitet sich jedoch überhaupt nicht: Riccardi verbindet Hinweise auf anspruchsvolle theologische Lektüren an vielen Stellen mit konkreten Erlebnissen und Projekten der letzten 50 Jahre. Man muss sich bewusst machen: Die Gründung von Sant'Egidio fällt in die Zeit des zweiten Vatikanums, also in eine Zeit voller Aufbruchshoffnungen in der katholischen Kirche. Das erklärt auch den starken Bezug Riccardis zum Konzilspapst Paul VI. sowie zu Johannes Paul II., dessen Einsatz für den Fall des eisernen Vorhangs an vielen Stellen des Buchs ausführlich thematisiert wird. Auch der Einsatz des amtierenden Papstes Franziskus für Sant’Egidio wird natürlich erwähnt, steht dieser Pontifex den Armen und Entrechteten doch besonders nahe.
Riccardi erzählt anschaulich von vielen Begegnungen weltweit, die seine Arbeit bis heute prägen und beeinflussen. Dabei kommen vielfach schmerzhafte Erlebnisse zur Sprache, wenn Mitglieder der Gemeinschaft oder Freunde aufgrund ihrer Tätigkeit für Frieden und Gerechtigkeit ums Leben gebracht wurden.
Verwendungsmöglichkeiten in der Schule:
In der Oberstufe wird man viele Textausschnitte dieses Buches im Religionsunterricht verwenden können, vor allem im Kontext kirchengeschichtlicher und ekklesiologischer Unterrichtsreihen. Hier exemplifiziert sich Nächstenliebe und Hingabe in einem Kontext, der vielen Schülerinnen und Schülern nahegehen dürfte. Hinzu kommt, dass Riccardi durch seine Einsatzbereitschaft und sein Engagement eine der prägendsten kirchlichen Gestalten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein dürfte, auch wenn sein Gesicht der breiten Masse leider eher unbekannt ist.
Fazit: Eine komprimierte Kirchengeschichte der letzten 50 Jahre und ein bewegendes Buch über ein äußerst sinnvolles Projekt!
Johannes Groß, www.lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Alles kann sich ändern
Wie kann man in der komplexen globalisierten Welt leben, ohne vor ihr Angst zu haben oder desorientiert zu sein? Mit einem klaren Kompass: mit dem Evangelium, das auch in schwierigen Situationen Hoffnung gibt; und mit einer Grammatik des Zusammenlebens, die eine von Brüchen und Einsamkeit geprägte Gesellschaft wieder zusammen fügen kann. Seit Andrea Riccardi als Schüler das Abenteuer begann, das sich Gemeinschaft Sant’Egidio nennt, ist seine Biografie mit diesen Fragen verknüpft. Im Interview mit Massimo Naro beschreibt er seine Sicht der Welt und schaut aus der Perspektive der Gemeinschaft Sant’Egidio auf unser Leben und unsere Geschichte. Dabei geht es um menschliche Schicksale, Geschichten von Konfl ikten und Befreiung, persönliche Erinnerungen und Refl exionen über die Kirche – hellsichtig und immer die Zukunft im Blick. Darüber hinaus geht er auch auf die Gemeinschaft Sant’Egidio ein, die sich an den Peripherien der Welt, an den existentiellen und geographischen Rändern entwickelt hat. Die Wege der Versöhnung und des Friedens, die sie beschritten hat, haben in vielen von Kriegen und Konfl ikten zerrissenen Ländern heute schon zahlreichen Menschen zu einem besseren Leben verholfen. So kann man am Ende dieses Gesprächs mit Bestimmtheit sagen: Alles kann sich wirklich ändern, immer.
Autor:
Andrea Riccardi (* 1950), Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, ist Professor für Geschichte des Christentums und für Zeitgeschichte sowie Autor zahlreicher Bücher. Für sein Friedensengagement erhielt er u.a. den Internationalen Karlspreis zu Aachen.
Gespräche mit Massimo Naro
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Betende Gemeinschaft, Sprachrohr der Welt
2. Kunst der Solidarität, handwerkliches Arbeiten
3. Überzeugen an der Friedensfront
4. Der Zukunft entgegen. Christentum mit Weitblick
5. Nach Süden, in die unbequemsten Peripherien
6. Eine Gemeinschaft aus dem Volk. Zwischen Traum und Vision
Zum Abschluss
Autoren
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