lehrerbibliothek.de
Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
Die schönsten Sagen des klassischen Altertums




Gustav Schwab, Josef Guggenmos, Stefanie Harjes

Ravensburger Buchverlag
EAN: 9783473352616 (ISBN: 3-473-35261-6)
310 Seiten, hardcover, 18 x 24cm, Juli, 2006

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Rezension
Bereits in den 1960er Jahren hat der bekannte Kinderbuchautor Josef Guggenmos den Klassiker von Gustav Schwab neu herausgegeben. Er hat dabei den Originaltext kräftig gekürzt sowie stilistisch geglättet und vereinfacht, dies aber insgesamt recht behutsam. Heißt es etwa bei Schwab: »Als das eherne Menschengeschlecht auf Erden hauste und Zeus, dem Weltbeherrscher, schlimme Sage von seinen Freveln zu Ohren gekommen, beschloß er, selbst in menschlicher Bildung die Erde zu durchstreifen. Aber allenthalben fand er das Gerücht noch geringer als die Wahrheit.«, so wird daraus: »Zeus, dem Weltbeherrscher, kam schlimme Botschaft von den Freveln der Menschen zu Ohren. Da beschloss er, selber in Menschengestalt die Erde zu durchstreifen. Aber allenthalben fand er das Gerücht noch milder als die Wahrheit.«
Bei der Auswahl aus dem Schwabschen Fundus hat Guggenmos sich auf den ersten Teil beschränkt, also „kleinere Sagen“ (u.a. Prometheus, Deukalion und Pyrrha, Europa, Perseus, Dädalos und Ikaros, auch einige Metamorphosen, bei Schwab im Nachtrag), die Argonauten, Herakles, Theseus, sowie den thebanische Sagenkreis. Nicht enthalten sind also Schwabs zweiter (trojanischer Sagenkreis) und dritter Teil (Odyssee und Aeneis).
Das bestechende an der nun vorliegenden Neuausgabe sind die Bilder der bekannten Illustratorin Stefanie Harjes. Durch den ihr eigenen ironischen, teils skurrilen, immer irgendwie poetischen und liebevollen Stil – beinflusst u.a. von Art déco und Popart – schafft sie einen erfrischenden und witzigen Kontrapunkt zu den „klassischen“ Sagen. Da starrt das Haupt der Medusa aus einer grünen Einkaufstasche; vor dem Sänger Orpheus weinen Schaf und Rehbock einen ganzen Eimer voll; Atlas trägt, als „Himmelsgewölbe“, eine riesige Schneekugel auf den Schultern; Herakles sitzt bei Omphale in einem roten Minikleid und Netzstrümpfen, in den Händen ein Fadenspiel; der kleine Ödipus steht – im Pyjama und mit Teddybär, aber bereits einem Krönchen auf dem Kopf – ratlos und unentschieden zwischen zwei Königspaaren; Antigone in Regenmantel und Gummistiefeln träufelt aus einer Gießkanne Erde auf den gefallenen Bruder; Phädra hat, in der Umarmung mit Theseus, ein Auge geöffnet, dieses richtet sie auf den Jüngling Hippolytos, der teilnahmslos in einem Ikeakatalog blättert.
Ob Kinder Harjes’ Kunst und ihre Art von (teilweise auch fast makabrem) Humor zu schätzen wissen, sei dahingestellt. Aber der erwachsene (Vor)Leser wird seine Freude daran haben.

Andreas Müller, lehrerbibliothek.de
Umschlagtext
„Am Anfang war das Chaos, die grenzenlose, gähnende Leere. Aus dem Chaos entstanden Gäa, die Erde, und Eros, die Liebe. Gäa erzeugte aus sich selbst Pontos, das Meer, und Uranos, den Himmel. Darauf vereinigte sie sich mit Uranos und gebar die zwölf gewaltigen Titanen und die drei riesigen, einäugigen Zyklopen.“

Mit diesen Worten beginnt die Schöpfungsgeschichte der griechischen Mythologie. Die über Jahrtausende überlieferten Sagen des antiken Griechenlands, die im 19. Jahrhundert von Gustav Schwab niedergeschrieben wurden, gehören zu den ältesten Zeugnissen europäischer Literatur. In diesem Band finden sich die bekanntesten Geschichten um die Götter und Helden des griechischen Altertums in einer Nacherzählung von Josef Guggenmos, die durch die Illustrationen von Stefanie Harjes in ein völlig neues Licht gerückt werden.

Auf geniale Weise schafft es die Künstlerin, mit ihren Bildern eine Brücke zwischen den Jahrtausenden zu schlagen und dem Leser und Betrachter die Modernität und Aktualität des klassischen Stoffes vor Augen zu führen.
Inhaltsverzeichnis
Die Götter Griechenlands 6
Kleinere Sagen 28
Die Argonautensage 106
Herakles 158
Theseus 218
Die Sage von Ödipus 248
Die Sieben gegen Theben 266
Namensverzeichnis 296