|
|
|
|
Wolfsspuren in Bayern
Kulturgeschichte eines sagenhaften Tieres
Gertrud Scherf
Buch- und Kunstverlag Oberpfalz
EAN: 9783924350963 (ISBN: 3-924350-96-5)
128 Seiten, hardcover, 26 x 24cm, September, 2001, 73 Abbildungen; Fadenheftung
EUR 24,90 alle Angaben ohne Gewähr
|
|
Umschlagtext
Einst als "Der Graue" oder "Waldvater" geachtet, gar als Verwandter und Helfer der Menschen verehrt, war dem Wolf in Mitteleuropa ein bitteres Los beschieden. Allmählich schwand das Bild seiner ursprünglichen Göttlichkeit. Und damit begann sein langer Leidensweg bis hin zur völligen Ausrottung in unseren Breiten. Märchen, Sagen und Legenden überliefern die oft beschriebene "Bösartigkeit des widerwärtigen Untiers". Schauergeschichten über Werwölfe und blutrünstige Überfälle auf Mensch und Tier gruben sich tief in die kollektive Erinnerung unserer Gesellschaft ein und wirken gegenwärtig als diffuse Ängste weiter.
Akribisch geht die Autorin Relikten, Quellen und Aufzeichnungen aus ganz Bayern nach, und zeigt anhand von Beweisen und Indizien auf, warum es zu diesem nachhaltigem Imagewandel des Wolfs kam. Dabei entlarvt sie die Gründe für die erbarmungslose Hetze gegen dieses Tier. Gewachsene Vorurteile machen es dem Wolf gerade in unserem Land schwer, in die ursprünglichen Reviere zurückzukehren, in denen seine Vorfahren lange vor den Menschen ihre Spuren zogen. Mit einem Vorwort von Erik Zimen schreibt Gertrud Scherf hier eine bisher einmalige Kulturgeschichte des Wolfs.
Rezension
Gertraud Scherf geht in ihrem Werk, wie der Titel schon verspricht, den Spuren des Wolfes in Bayern nach. Schon nach wenigen Seiten wird dem Leser klar, dass damit für die Autorin eigentlich sämtliche je vorhandenen Spuren gemeint sind. Für die breit gefächerten Themengebiete wurde in einer erstaunlich akribischen und peniblen Vollständigkeit recherchiert, was sicherlich mehrere Jahre in Anspruch genommen haben muss. So gut wie alle Kapitel sind mit unzähligen Informationen in Form von stichpunktartigen Absätzen und übersichtlichen Tabellen versehen.
Im ersten Abschnitt des Buches sind u.a. detaillierte Beschreibungen von auf den Wolf bezogenen Flurdenkmälern, Wolfsgruben und historisch belegte Geschichten über Wolfsjagden, Wolfsplagen und Wolfsübergriffen auf den Menschen enthalten. Es folgt eine Betrachtung von Wolfsdarstellungen in der Kunst, in Wappenbildern, Sagen u. Legenden und die Verdeutlichung seiner Einflüsse auf die Entstehung von Vor- und Familiennamen. Scherf hat sich sogar die Arbeit gemacht, nach sämtlichen bayerischen Orts- und Flurnamen zu forschen, die etwas mit dem Wolf zu tun haben. Zu guter Letzt erfährt man Näheres über das Verhalten und die Lebensumstände dieser Tiere, die - wie man heute kaum noch weiß - in vielen Kulturkreisen als Götter angesehen wurden. Erst im Mittelalter wandelte sich sein Image, was dazu führte, dass er jahrhundertelang einer gnadenlosen Verfolgung ausgesetzt war. Sehenswert sind die über 70, zum Teil großformatigen Fotografien, darunter eine seltene Aufnahme der Jagdgesellschaft, die im Jahr 1882 auf dem Scheibenberg den vermutlich letzten in freier Wildbahn lebenden Wolf Bayerns erlegte.
"Wolfsspuren in Bayern" ist eine Fundgrube und eine unerschöpfliche Informationsquelle zum Thema Wolf. Nicht nur für den Fachmann sollte dieses Buch ein Standardwerk sein.
Bernhard Eglmeier für "lehrerbibliothek.de"
Verlagsinfo
Einst als "Der Graue" geachtet und verehrt, war dem Wolf in Mitteleuropa ein langer Leidensweg bis zur völligen Ausrottung beschieden. Akribisch geht die Autorin Relikten und Quellen aus ganz Bayern nach. In Wort und Bild ermittelt sie Gründe für den nachhaltigen Imagewandel und die erbarmungslose Hetze gegen das Tier.
Presseecho:
"Ein rundum gelungenes 'Wolfsbuch', das einen großen Leserkreis verdient!"
(Altbayerische Heimatpost)
Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wählte den WOLF zum "Tier des Jahres 2003"!
Inhaltsverzeichnis
Kommt der Wolf nach Bayern zurück? / 6
Ein Vorwort von Erik Ziemen
Der Wolf / 9
Ein Ureinwohner Bayerns
- Auf den Spuren des Wolfs in Bayern / 9
Spuren der Wirklichkeit / 11
Biologische, archäologische und kulturelle Zeugnisse
- Lebendige Gehegewölfe / 11
- Tote Wölfe / 11
- Wolfsgruben / 14
- Flurdenkmäler / 18
- Die Ausrottung des Wolfs in der heimatkundlichen Literatur / 26
Bilder als Spuren / 39
Machtsymbol, Teufelstier, Hoffnungsträger
- Bildende Kunst / 39
- Sinnbild in öffentlichen Wappen / 51
- Allerlei Gebild / 56
Spuren in Sprache und Klängen / 58
Von Wolfsheiligen und Werwölfen, Wolfsbeeren und Wolfaustreibern
- Namen / 58
- Sagen / 72
- Legenden und Mirakelberichte / 82
- Spruch und Klang / 89
Wer ist der Wolf? / 96
verehrt, verleumdet, verflucht, verstanden
- Seine Rollen / 96
- Seine Biologie / 104
- Seine Situation und seine Chancen / 109
Zur Autorin / 112
Anhang 1 / 113
Anhang 2 / 114
Anmerkungen / 115
Literatur / 119
Bildnachweise / 123
Orts- und Sachregister / 123
Dank / 126
|
|