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Wie im Traum. Odilon Redon
Wie im Traum. Odilon Redon




Margret Stuffmann, Max Hollein (Hrsg.)

Hatje Cantz Verlag
EAN: 9783775718936 (ISBN: 3-7757-1893-1)
336 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 25 x 30cm, 2007

EUR 39,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Odilon Redon
Rezension
Odilon Redon (1840–1916) zählt als bildender Künstler zu den wichtigsten Vertretern des Surrealismus. Anfangs entwickelt er eine vorwiegend schwarz-weiße Bildwelt, die dem inneren Erleben entspricht, beeindruckend und unheimlich zugleich. Bis heute faszinieren jene Fabelwesen aus Redons langer Zeichenphase, gegen Ende des 19. Jahrhunderts wendet er sich der Farbe zu und verleiht seinen Figuren und Gegenständen eine geheimnisvoll-mystische Aura. Die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften, der Seelenkunde und der Literatur seiner Zeit sowie ein offenes Religionsverständnis bestimmen den Bildkosmos von Odilon Redon, dessen Werk bis heute eine ungebrochene Suggestionskraft entfaltet. Blätter wie „Der missgestaltete Polyp schwebte über den Ufern“ lassen den Betrachter in eine Welt von Phantasiewesen eintreten, Formen und Tatsachen des neuen Wissens um die Evolution werden hier mit Gestalten der klassischen Mythologie und Traumgespinsten vereint. „Redon war einer der großen Künstler des Schwarz und in seinen späten Jahren ein ebenso umfassender Kolorist. Er war ein außerordentlicher Zeichner, ein virtuoser Lithograf, einer der eindrucksvollsten Pastellkünstler seiner Zeit und nicht zuletzt ein Maler, der unkonventionelle Wege ging. Die Autonomie der Farbe, die Strategie des Unbestimmten, die kosmische Wirkung durch die Entgrenzung des Bildraums, schließlich die moderne Erfahrung, dass in der Ambivalenz die Wahrheit liegt, begründen die nicht nachlassende Aktualität von Redons Werk.“ (Margret Stuffmann, Vorwort)
In Deutschland ist das Werk des Künstlers seit Jahrzehnten nicht zu sehen gewesen. Der vorliegende Katalog „Wie im Traum. Odilon Redon“ herausgegeben von Margret Stuffmann und Max Hollein,erschien im Zusammenhang mit einer bedeutenden Ausstellung in Frankfurt im vergangenen Frühjahr. Er gibt anhand von über 200 Zeichnungen, Lithografien, Pastellen und Gemälden einen Überblick über das Schaffen des französischen Symbolisten. Eine hervorragend edierte und wissenschaftlich anspruchsvolle Publikation mit Abbildungen von hoher Qualität, die erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk des Malers in deutscher Sprache ermöglicht.

Andrea Hannemann, lbib.de

Verlagsinfo
Odilon Redon war eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten des französischen Symbolismus. Als Zeitgenosse der Impressionisten thematisierte er in Kohlezeichnungen und Lithografien menschliches Unterbewusstsein mit seinen Ängsten und Albträumen und schuf dabei ein eindringliches, geradezu unheimlich anmutendes Werk. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Redon in Pastellen und Gemälden seine charakteristische intensive Farbigkeit. Von den meist in irisierende Farbnebel gehüllten Gestalten und Gegenständen, die der antiken und christlichen Welt oder der Natur entnommen sind, geht eine geheimnisvoll-mystische Wirkung aus.
Die Publikation stellt anhand von über 200 Werken die zentrale Bedeutung Redons für die im Entstehen begriffene Moderne dar. Redon, von Cézanne, Degas und Matisse hochgeschätzt, beeinflusste jedoch auch so unterschiedliche Künstler wie Duchamp, die Surrealisten und sogar Jasper Johns.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 8
Max Hollein

"J'ai fait un art selon moi seul" 15
Zur Ausstellung
Margret Stuffmann

Odilon Redon in seiner Zeit 27
Ulrike Goeschen

Die Macht des Dunklen - Odilon Redons eigenartige Kohlezeichnungen 43
Marie-Pierre Salé

Fantasie und Wirklichkeit - Odilon Redon und die Fotografie 51
Ewald Rathke

Le fantastique réel - Zur Begegnung mit Edgar Allan Poe 59
Norbert Miller

Odilon Redon - Traum als gestalterische Strategie 71
Stefanie Heraeus

Verwandte Träume? Bemerkungen zu Odilon Redon und Charles Baudelaire 79
Bernard Dieterle

Das Geheimnis des embryonalen Lebens - Vom Wassertropfen zum Mikro-Ozean 87
Ursula Harter

Von der Botanik zur Religion - Odilon Redon und Armand Clavaud 95
Barbara Larson

"Jeunes Peintres, mes amis" - Odilon Redon und die Nabis 103
Ursula Perucchi-Petri

Kunstverbündete - Odilon Redon , Joris-Karl Huysmans und Stéphane Mallarmé 113
Markus Bernauer

"Warum ein Blau hier und ein Gold da?"
Die goldene Zelle - Bedeutung und Rezeption der reinen Farbe bei Odilon Redon 123
Dario Gamboni

Katalog 133

Verzeichnis der ausgestellten Werke 313
Bibliografie 325
Fotonachweis 333