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Über das Sterben Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen
Ăśber das Sterben
Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen




Gian Domenico Borasio

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406617089 (ISBN: 3-406-61708-5)
207 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2011, mit 11 Abbildungen und 5 Tabellen

EUR 17,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Am Anfang des Buches steht ein ungewohnter Gedanke: Geburt und Tod haben viel gemeinsam, beides sind Ereignisse, für die die Natur bestimmte Programme vorgesehen hat. Sie laufen dann am besten ab, wenn sie möglichst wenig gestört werden. Palliativbetreuung und Sterbebegleitung, wie Borasio sie versteht, sind deshalb viel mehr als medizinische Symptomkontrolle. Vor allem leben sie von der Kommunikation, dem Gespräch zwischen allen Beteiligten, das die medizinische, psychosoziale und spirituelle Betreuung erst möglich macht. Sachlich informierend und argumentierend, setzt sich Borasio aber auch mit dem schwierigen Thema «Sterbehilfe» und mit Mythos und Realität der Palliativ- und Hospizarbeit auseinander. Ungeschminkt benennt er zudem die schlimmsten Fehler am Lebensende und sagt, wie man sich am besten davor schützt – einschließlich konkreter Hinweise zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Aus der Sicht des Arztes, der sich auch für die Seelennöte der Menschen zuständig weiß, leistet dieses Buch dringend notwendige Aufklärung über ein Lebensthema, das wir zu unserem eigenen Schaden mit zahlreichen Tabus belegen.



Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio, geb. 1962, ist Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Palliativmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und gilt als Deutschlands führender Palliativmediziner. In dem von ihm mitbegründeten Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin werden alle Bereiche der physischen, psychosozialen und spirituellen Sterbebegleitung in die Lehre und Forschung integriert. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Borasio durch sein engagiertes Eintreten für ein Gesetz über Patientenverfügungen.
Rezension
Sterben wird im 21. Jahrhundert immer mehr zum Problem und immer mehr mit Angst besetzt. Das ist verwunderlich; denn die Fortschritte in der (Palliativ-)Medizin sollten eigentlich anderes bewirken ... Stattdessen fühlen sich die Menschen zunehmend einer Apparate-Medizin ausgeliefert und fürchten ein "sinnloses" Weiterleben ohne eigene Entscheidungsmöglichkeiten. Sterbehilfe-Debatten haben deshalb seit Jahren Konjunktur in einer immer stärker überalternden Gesellschaft. Um so wichtiger ist es, dass das Sterben enttabuisiert wird und sachlich, nüchtern, aufklärerisch und informnativ über das Sterben gesprochen wird, - so wie dieses Buch es tut. Angst ist nach Auffassung des Autors das größte Hindernis für die Kommunikation über und im Sterben. Sie zu nehmen ist ein wesentliches Anliegen dieser Darstellung.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

1 Was wissen wir ĂĽber das Sterben? 11

Warum sterben wir? n - Der programmierte Zelltod 13 -Der Organtod 14 - Gesamttod des Organismus 15 - Ist der Hirntod der Tod des Menschen? 20 - Geburt und Sterben als Parallelvorgänge 23 - Nahtoderfahrungen 26

2 Das Lebensende: Wunsch und Wirklichkeit 28

Krankenhäuser 32 - Intensivstationen 33 - Pflegeheime 34 - Zu Hause 36 - Palliativstationen und Hospize 38

3 Strukturen der Sterbebegleitung 39

Niedergelassene Ärzte 40 - SAPV-Teams 42 - Palliativstationen 45 - Palliativmedizinische Konsiliardienste 46 -Stationäre Hospize 47 — Ambulante Hospizdienste 48 — Die Versorgungspyramide 49 - Was ist noch zu tun? 50 -Die Ausbildung der Medizinstudenten 51 - Ausbildung schon tätiger Professioneller 53 - Ausblick 53

4 Was brauchen die Menschen am Lebensende? 55

a. Kommunikation 56
Empirische Beobachtungen 56 - Medizinunterricht einmal anders 58 — Fürsorge durch Aufklärung 59 - Multiprofessionelle Kommunikation 61 — Kommunikation bei einge-
schränktet Bewusstseinslage 63 - Kommunikation innerhalb der Familie 65

b. Medizinische Therapie 67
Schmerzen 68 — Atemnot 71 — Neuropsychiatrische Symptome 73 — Palliative Sedierung 77

c. Psychosoziale Betreuung 78
Psychologische Begleitung 80 — Soziale Arbeit 82 - Trauerbegleitung 85

d. Spirituelle Begleitung 87
Was heißt eigentlich Spiritualität (in der Medizin)? 89 - Spiritualität, Wertvorstellungen und Lebenssinn 89 - Die Rolle der Ärzte 92 - Die Rolle der Seelsorger 93 - Die Rolle des Teams 95 - Schlussbemerkung 97

5 Meditation und schwere Krankheit 98

Was ist Meditation? 101 - Wieso könnte Meditation bei schwerer Krankheit helfen? 103 — Eine Warnung zum Schluss 106

6 Verhungern und verdursten? 107
Ernährung und Flüssigkeit am Lebensende und bei Patienten mit Demenz oder Wachkoma

Ernährungs- und Flüssigkeitsmangel bei Gesunden und Sterbenden 108 — Künstliche Ernährung und Demenz 113 — Ernährung und Flüssigkeitsgabe bei Wachkoma-Patienten 115

7 Die häufigsten Probleme am Lebensende 121 (und wie man sich davor schützt)

Kommunikationsprobleme 121 - Therapiefehler 126 - Psychosoziale/spirituelle Probleme 136

8 Vorsorge fĂĽr das Lebensende: 140
Vorsorgevollmacht und PatientenverfĂĽgung

Der Wunsch nach Kontrolle 141 - Vorsorgeplanung 143 - Instrumente der Vorsorge 143 — Was passiert, wenn keine Patientenverfügung vorhanden ist? 153 - Was passiert, wenn kein mutmaßlicher Wille feststellbar ist? 154 - Wann muss das Gericht eingeschaltet werden? 155 - Drei goldene Regeln für Entscheidungen am Lebensende 156

9 Was heiĂźt hier Sterbehilfe? Medizin am Lebensende 157
zwischen Selbstbestimmung und FĂĽrsorge

«Aktive Sterbehilfe» 157 - «Passive Sterbehilfe» und medizinische Indikation 159 - «Indirekte Sterbehilfe» 163 - Neue Begrifflichkeit 165 - Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) 166 — Brauchen wir den ärztlich assistierten Suizid? 167

10 Palliativmedizin und Hospizarbeit: 174
Mythos und Realität

Palliativmedizin und Hospizarbeit 174 - Das Ringen um die Anerkennung der Palliativmedizin 180

11 Leben im Angesicht des Todes: 187
Das Geschenk der Palliativmedizin

Schlussbemerkung 193
Danksagung 197
Anmerkungen 199
Bildnachweis 206
Liste nĂĽtzlicher Websites 207